Kristina Kolbe

In der Online-Apotheke bestellen - Vor- und Nachteile

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Versand- oder Online-Apotheken versenden Arzneimittel per Post. Die Bestellung erfolgt in der Regel online oder per Telefon. Diese Form der Apotheken ist erst seit 2004 in Deutschland zugelassen. In den letzten Jahren boomt das Geschäft mit dem Online-Verkauf von Arzneimitteln. Um für die Patienten höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, bekommen nur Apotheker, die Erlaubnis, Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu betreiben.
 
So funktioniert die Bestellung
 
Die Bestellung bei einer Versandapotheke funktioniert im Prinzip wie der ganz normale Bestellvorgang in einem Online-Shop. Jede Online-Apotheke hat eine Internetseite, auf der die gesamte Produktpalette verzeichnet ist. Dort können Kunden in der Regel mit einfachen Suchfunktionen das gewünschte Medikament finden und mit einem einfachen Klick in den Warenkorb legen. Wie in den meisten Shops üblich, brauchen Kunden ein Benutzerkonto, in dem sie ihre persönlichen Daten hinterlegen, wie Name, Adresse und Bankdaten.
Damit es nicht zu Problemen mit der Lieferung kommt, ist es wichtig, einen seriösen Anbieter auszuwählen. Seriöse Anbieter lassen sich leicht erkennen, denn es gibt bestimmte Pflichtangaben, die jede Apotheke auf ihrer Seite angeben muss. Der Bundesverband der deutschen Versandapotheken hat unter bvdva.de noch weitere Tipps parat. Zu den Pflichtangaben gehören:
 
- Name des Apothekers
- Adresse des Ladengeschäfts, das hinter der Online-Apotheke steht
- zuständige Apothekenkammer und
- zuständige Aufsichtsbehörde.
 
Wenn diese Angaben alle vollständig und überprüfbar sind - so wie das bei der Versandapotheke unter Sanicare.de der Fall ist -, kann der Kunde von einem seriösen Anbieter ausgehen.
 
Bezahlung, Liefer- und Wartezeiten bei Versandapotheken
 
Wenn ein Kunde ein Medikament in einer Online-Apotheke bestellt hat, sollte das Produkt innerhalb von zwei Werktagen geliefert sein. Da bei rezeptpflichtigen Medikamenten zuvor das Originalrezept des Arztes bei der Apotheke eingehen muss, kommt es hier meist zu Wartezeiten. Denn ein Versand des Originalrezepts per Fax oder elektronisch ist unzulässig. Kunden können ihre Medikamente alternativ auch telefonisch bei der Apotheke bestellen. Das geht allerdings nur während der regulären Öffnungszeiten.
 
Die Bezahlung der bestellten Medikamente kann auf verschiedene Weise erfolgen. Es gibt die Möglichkeit per Nachnahme zu bezahlen, per Bankeinzug, per Kreditkarte, per Vorkasse oder auf Rechnung zu kaufen und später per Überweisung zu bezahlen. Hier lohnt es sich vor der Bestellung zu überlegen, ob sich der Aufwand tatsächlich lohnt, oder ob es nicht günstiger wäre, in die Apotheke um die Ecke zu gehen. Zu den Gebühren für die Bezahlung, die bei einigen Bezahlmöglichkeiten anfallen, kommen noch die Versandkosten hinzu. Diese variieren von Apotheke zu Apotheke. In den meisten Fällen erfolgt der Versand verschreibungspflichtiger Medikamente kostenlos.
 
Vorteile der Versandapotheken
 
Patienten, die regelmäßig Medizin einnehmen müssen, finden den Service der Online-Apotheken in der Regel sehr angenehm. Senioren oder chronisch Kranke müssen so nicht jedes Mal zur Apotheke, wenn das Medikament mal wieder leer geworden ist.
 
Häufig können Kunden von Rabattsystemen oder Gutscheinmodellen profitieren und bis zu 30 Prozent der Kosten einsparen. Hier lohnt es sich sicherlich, die verschiedenen Apotheken online miteinander zu vergleichen. Sie unterscheiden sich häufig nicht nur im Preis, sondern auch in der Qualität des Services.
 
Kunden, die durch ihre eigenen Arbeitszeiten oft erst nachts zum Einkaufen kommen, finden selten eine offene Apotheke oder müssen zum meist weit entfernten Apotheken-Notdienst fahren, der dann auch noch zusätzliche Gebühren erhebt. Online-Apotheken hingegen bieten 24-Stunden-Service und sind damit eine echte Alternative, die jederzeit erreichbar ist.
 
Das Angebot der Versandapotheken ist transparent und übersichtlich. Über Suchmasken lässt sich das gesamte Sortiment nach bestimmten Medikamenten oder Medikamentengruppen durchforsten. Kunden können direkt die Preise der verschiedenen Medikamente anschauen und das für sie Passende auswählen.
 
Nachteile der Versandapotheken
 
Wenn ein Patient beim Arzt war mit einer akuten Erkrankung, braucht er sein Medikament in der Regel sofort. Handelt es sich um rezeptpflichtige Medikamente kommt es bei der Versandapotheke immer zu Wartezeiten, weil zunächst das Rezept des Arztes vorliegen muss.
 
Die Lieferung der Medikamente bis an die Haustür verursacht bei der Apotheke Kosten, die den Preis der Medikamente erhöhen. Wenn ein Patient nur ein einziges Medikament benötigt, lohnt es sich häufig nicht, die Versandkosten in der Online-Apotheke zu bezahlen. Ob tatsächlich Versandkosten anfallen, hängt von mehreren Faktoren, wie beispielsweise dem Bestellwert oder der Verschreibungspflicht für ein Medikament ab. Das sollten Kunden im Einzelfall jeweils überprüfen.
 
Beratung und weitere Serviceleistungen
 
Medikamente sind beratungsintensive Produkte, über die der Kunde viel Informationen wünscht. Hier sind gute Beratung und geschultes Personal gefragt. Versandapotheken bieten telefonische Beratung unter einer kostenfreien Hotline an. Doch das ist nicht dasselbe wie das vertrauensvolle Gespräch in einer stationären Apotheke. Dort bieten die Mitarbeiter nicht nur persönliche Beratung. Sie führen auch beispielsweise Körperfett- und Blutdruckmessungen durch, bestimmen den Blutzucker oder kontrollieren das Körpergewicht. Diese Serviceleistungen kann eine Online-Apotheke nicht bieten.
 
Digitalisierung im Gesundheitswesen
 
Der Arzneimittelversand bietet viele Vorteile und ist Teil der Digitalisierung im Gesundheitswesen. Schon heute nutzen mehr als die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland diesen Service. Das jetzt kommende E-Rezept ist ein wichtiger Baustein im digitalisierten Gesundheitswesen und in einem modernen Gesundheitssystem und wird unter bundesgesundheitsministerium.de detailliert erläutert. Patienten, die ihre Wohnung nur noch mit Hilfe verlassen können, haben hier eine komfortable Möglichkeit, ihre Medikamente zu erhalten. Dazu ist es gar nicht unbedingt notwendig, einen Computer oder ein Smartphone zu haben oder das Internet nutzen zu können. Das E-Rezept funktioniert auch bei der telefonischen Bestellung.
 
Versandapotheken sind darüber hinaus ein Segen in strukturschwachen Regionen, wo sich keine stationäre Apotheke ansiedeln will. Für Präsenzapotheken gilt die Niederlassungsfreiheit. Für die Ansiedlung in einer schlechten Lage gibt es kaum Anreize. Versandapotheken sind von überall aus erreichbar. Mittlerweile haben sich die Versandapotheken in Deutschland einen Spitzenplatz bei der Kundenzufriedenheit hart erarbeitet.
 


UNTERNEHMEN DER REGION

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