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AnzeigeGeschafft: 17 neue Junggesellen sind jetzt Kraftfahrzeugmechatroniker

Eutin. Vor dreieinhalb Jahren haben sie gemeinsam die Ausbildung zum „Kraftfahrzeugmechatroniker“ (Schwerpunkt Pkw-/Nutzfahrtechnik) aufgenommen. Am Freitagabend war endlich der Moment, den eine Junggesellin und 16 Junggesellen herbeisehnten. Bei einem Freisprechungs-Festakt der „Innung für Kraftfahrzeugtechnik Eutin“ in der Eutiner Volksbank erhielten die ehemaligen Auszubildenden aus 16 Betrieben im Beisein des Eutiner Bürgermeisters Sven Radestock und des Volksbank-Vorstandsmitglieds Torben Mothes ihre Gesellenbriefe. Zuvor gaben Denis Preuß als Obermeister der Kfz-Innung Eutin und Sven Radestock als Ehrengast den neuen Junggesellen wohlmeinende Worte mit auf den weiteren beruflichen Werdegang.

 

Die Freisprechung markiere das Ende der Lehrzeit und zugleich den Anfang eines neuen Kapitels, sagte Denis Preuß. „In den letzten Jahren haben Sie nicht nur gelernt, wie ein Motor funktioniert, wie man eine korrekte Diagnose erstellt oder wie digitale Systeme im Fahrzeug zusammenspielen. Sie haben gelernt, Probleme zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und mit Leidenschaft in einem Beruf zu arbeiten, der wie kaum ein anderer für Fortschritt, Mobilität und Zugang steht“, stellte der Innungsobermeister fest. Maschinen und Computer könnten programmiert werden, Leidenschaft und Freude an der Arbeit jedoch nicht. „Beides haben Sie unter Beweis gestellt. Sie sind der Beleg für die sehr hohe Ausbildungsqualität in unseren Betrieben und in den beruflichen Schulen in Eutin. Die Menschen und Unternehmen in Ostholstein verlassen sich auf Sie, die Fachleute des Kfz-Handwerks. Sie sind jetzt Spezialisten rund um das Auto und der Garant für die alltägliche Mobilität der Bürgerinnen und Bürger in unserer Region“, so Denis Preuß. Dennoch sei es auch in Zukunft als Geselle bedeutsam, immer am Ball zu bleiben. Auch künftig werde es neue Technik und damit Herausforderungen im Kfz-Handel geben. „Ruhen Sie sich nicht zu lange auf dem jetzt Erreichten aus. Nutzen Sie die zahlreichen Fort- und Weiterbildungsoptionen, die unser Handwerk bietet“, appellierte Preuß an den Nachwuchs. Nur im Handwerk gebe es für engagierte Fachkräfte die Möglichkeiten, innerhalb weniger Jahre die Meisterprüfung abzulegen und anschließend den Weg in eine erfolgreiche Selbstständigkeit zu beschreiten oder eine verantwortungsvolle Tätigkeit in einem Unternehmen zu übernehmen. Der Innungsobermeister bat die frischgebackenen Junggesellen, andere vor der Berufswahl stehende junge Menschen davon zu überzeugen, dass sich eine Ausbildung im Kfz-Handwerk lohne. Denis Preuß dankte den Betrieben und Ausbildern sowie Fachlehrern an den beruflichen Schulen und dem Prüfungsausschuss.

 

Auch Bürgermeister Sven Radestock sprach den Freigesprochenen seinen Respekt aus. „Sie haben jede Menge Technikverständnis, Handfertigkeit und Verantwortungsbewusstsein gezeigt, und ich bin mir sicher, dass alle, die Sie in den vergangenen Jahren auf diesem Weg begleitet haben, stolz auf Sie sind“, sagte Radestock. Der Bürgermeister attestierte den neuen Junggesellen Engagement, Teamgeist und Willen während der dreieinhalbjährigen Ausbildung. „Sie haben gelernt, komplexe Systeme zu verstehen, präzise zu arbeiten und auch unter Druck gute Lösungen herzustellen. Diese Fähigkeiten sind von unschätzbarem Wert“, unterstrich der Eutiner Verwaltungschef. Damit lägen für die erfolgreichen Absolventen die besten Voraussetzungen vor, Verantwortung für Qualität, Sicherheit und Kundenzufriedenheit übernehmen zu können. „Sie müssen breit aufgestellt sein, viel breiter als in vielen anderen Branchen, weil bei Ihnen auch der Mensch mit dem alten Diesel kommen wird, genauso wie der mit dem Hybrid- oder Elektroauto“, so Sven Radestock.

 

Besonders wird der Festakt Lasse Aimo Brede (Auto Schneider GmbH, Timmendorfer Strand) in Erinnerung bleiben. Der 22-Jährige wurde als Innungsbester ausgezeichnet. Beim Gesamtergebnis der Prüfungen lag der gebürtige Eutiner mit 91,22 Punkten bei einer guten Note zwei. Die Berufsschule hatte Brede sogar mit der Note 1,1 abgeschlossen. „Es ist schön zu sehen, dass sich die Mühe gelohnt hat und macht mich stolz“, freute sich Lasse Aimo Brede, der in Holstendorf aufgewachsen ist, über seine Auszeichnung. Ihm habe das gute Arbeitsumfeld bei Auto Schneider besonders gefallen. „Ich habe viel gelernt und eine Freundschaft geschlossen, die ausschlaggebend dafür ist, dass ich jetzt da bin, wo ich bin“, erklärte Brede, der am Beruflichen Gymnasium mit dem Profil Elektrotechnik seine Fachhochschulreife absolviert hat. Er bedauere, wie schnell die Ausbildung vergangen sei. Seit Oktober befindet sich der Innungsbeste in einem Vollzeitstudium „Fahrzeugtechnik“ an der Technischen Hochschule Ingolstadt. Neben Brede hatte auch Kjell van der Meirschen (Auto Hagen, Markus Hagen e.K., Neustadt) die Gesellenprüfung vorzeitig im Sommer vergangenen Jahres abgeschlossen. Als einzige Junggesellin der Innung beendete Joana Siegmund die Kraftfahrzeugmechatroniker-Ausbildung. Die 20-Jährige aus Liensfeld hat ihre Ausbildung bei „Reifen Helm“ in Neustadt absolviert. „Es freut mich natürlich sehr, dass ich bestanden habe und ein Teil des überwiegend noch männlichen Berufs sein darf. Ich hoffe, dass sich mehre Frauen ein Beispiel an mir nehmen“, sagte die gebürtige Lübeckerin.

 

Ihre Gesellenbriefe nahmen auch Jannik Krumschmidt (Autopro Mike Stender, Eutin), Jonas Senger Neitzel (Holstein GmbH, Eutin), Vachagan Sadoyan (Autoservice Eutin GmbH), Janick Schäfer (Senger Holstein GmbH, Eutin), Michel Wulf (Autohaus am Bungsberg GmbH & Co.KG, Eutin), Aaron Kai Jansen Bojahr (Kfz-Rep. Werkstatt, Bad Malente), Alexander Torge Bült (Stoetzel Kfz-Werkstatt, Hutzfeld), Paul Noah Schuch, (Fahrzeugtechnik Jan-Eric Lammert, Benz) sowie Julian Berndt (Süverkrüp + Ahrendt, Preetz), Ramon Jens Hruschka (Süverkrüp + Ahrendt, Preetz), Louis Ax (Autoservice Warnow, Grömitz), Mohamed-Amine Sbaghi (Autohaus Herzog GmbH & Co.KG, Neustadt i.H.), Jordan Stolz (Senger Holstein GmbH, Bad Schwartau) und Mick Zuhse (Firma Pasdzierny in Stockelsdorf) entgegen. (red)


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