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Dr. Vera Laurenz – Heuser inspiziert ihren neuen Steingarten am Eiszeitmuseum.

Dr. Vera Laurenz – Heuser inspiziert ihren neuen Steingarten am Eiszeitmuseum.

Neue Leitung im Eiszeitmuseum: Dr. Vera Laurenz-Heuser
Lütjenburg/Darry. (kud) Im Gegensatz zu dem Thema, das sie seit kurzem verwaltet, ist sie jung, lebenssprühend und kein bisschen starr: Dr. Vera Laurenz – Heuser steht in „ihrem“ Eiszeitmuseum in Darry, hat den Blick überall und kocht erst einmal köstlichen Kaffee, bevor sie ihre Gäste in eine Welt entführt, die für menschliche Vorstellungen nicht wirklich zu fassen ist: viele Millionen Jahre. Die studierte Geowissenschaftlerin fand die Ausschreibung der Leitungsstelle in einer Zeitung. Das ist erst einige Monate her. Ihr Mann war da schon seit zwei Jahren im Kieler Institut Geomar, sie selbst noch in Bayreuth. „Ich habe mich beworben und bin losgefahren. Von dem Museum war ich von Anfang an begeistert.“ Schnell wurde man sich einig. Nun leitet sie das Eiszeitmuseum und sprüht vor Ideen. Während des Studiums und ihrer Zeit in Bayreuth beschäftigte sich die junge Wissenschaftlerin mit der „Entstehung der Erde und des Sonnensystems“. Ihre Promotion schrieb sie über „Lagerstätten, in denen viel Platin enthalten ist“. Nichts für Gesteinslaien. Beides hat aber sehr viel mit Experimenten zu tun. Das ist ihr Ding. Eine wissenschaftliche Theorie mit praktischen Experimenten untermauern, sichtbar machen, was theoretisch oft so schwer fassbar ist. Kein Wunder also, dass es im Eiszeitmuseum jetzt auch eine kleine „Hexenküche“ gibt – eine Ecke, in der sie aus gut gesicherten Schränkchen Chemikalien hervorzaubert und mit nur einem Tropfen Substanz im Nu herausfindet, aus welchem Material ein gefundenes versteinertes Teil stammt. Nur wenige Meter von dieser „Experimentierstube“ entfernt sitzen Kinder an einem Tisch. Vor sich haben sie einen Gesteinsklumpen, auf der Nase Brillen, die vor Steinschlag schützen, in den Händen einen Nagel und einen Hammer. Erstaunlich geduldig legen sie Fossilien frei, die sich in dem Gestein verbergen und so viel über die Vergangenheit Schleswig-Holsteins erzählen. Das Eiszeitmuseum – schon der Weg ist ein Ausflug in holsteinische Schweiz, einfach weit weg von jedem hektischen Getriebe. Vera Laurenz-Heuser weiß, dass es immer mit Kosten verbunden ist, eine Schülergruppe hierher zu bringen. „Mir schwebt vor, wenn ich das Haus erst einmal komplett erobert habe, in Schulen zu gehen, dort einfach mal zu erzählen, was sich in Schleswig-Holstein denn so ereignet hat während der Eiszeit, warum die Landschaft aussieht wie wir sie kennen.“ Im Gepäck wird sie dann ein Köfferchen mit Chemikalien und eines mit Fossilien haben. Denn nur dieses Zusammenspiel macht es möglich, genau zu ermitteln, aus welcher Zeit ein Fund stammt. Anfassen, erleben, experimentieren: Ihr Eiszeitmuseum soll keines werden, das die Besucher durchwandern und nur von Tafeln lernen, was Eiszeit war und bis heute für das Land bedeutet. Vera Laurenz – Heuser wirft einen Blick zum Eingang. Da kommt gerade eine große Gruppe von Urlaubern zu Besuch. Aber: So viel Zeit muss sein: Ein kleiner Blick noch in den neu angelegten Steingarten muss sein. In dem versuchen Flechten und Gräser trotz extremer Trockenheit gerade, sich neuen Lebensraum zu erobern – irgendwo zwischen ganz alten Zeiten und der Neuzeit. „Wir gießen fleißig und hoffen, die zum Teil sehr alten Sorten damit über die Trockenzeit zu retten.“ Flink, aber achtsam, klettert die neue Museumsleiterin über Steine, in deren Innerem sich vielleicht kleine Zeugnisse längst vergangener Zeit befinden und begutachtet ein Rentiergras, das sich trotz Wärme und Trockenheit scheinbar ganz gut akklimatisiert – genau wie die Chefin, die mit so vielen Ideen und sehr viel Freude an ihre neue Aufgabe geht.


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