Reporter Eutin

Rückblick in Blau-Weiß

Plön/Wankendorf (aj). Was mag besser gegen den nüchternen Blues der Fastenzeit helfen als ein heiterer Blick auf die fröhlichen Tage des vergangenen Karnevals. Unter der Regentschaft von Prinz Karsten I. erlebten die Plöner Närrinnen und Narren tolle Wochen, in denen sich Höhepunkt an Höhepunkt reihte. Ganz so, wie es sich für ein 66-jähriges Jubiläum gehört, das die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß feiern konnte. Das Datum wurde mit einer großen Ausstellung zur Historie beim Prinzenball gewürdigt. Außer den Bildern aller Gründungsmitglieder und Tollitäten waren Orden, Kostüme und Faselfliesen zu bestaunen. Ehe allerdings gefeiert wurde, fielen wie stets im Vorfeld viele Arbeitsstunden an – im Vorstand, im Trainingssaal, in der „Kreativabteilung“, wo neue Tänze erdacht, Musiktitel geschnitten, Kostüme gefertigt werden – lange bevor die für die Öffentlichkeit sichtbare Session beginnt.

Nach den stabilen und hohen Besucherzahlen der letzten Jahre setzte man zum 66. auf zwei Veranstaltungen in Wankendorf. Eine Fremdensitzung gestalteten befreundete Vereine gemeinsam mit der Prinzengarde und beim Prinzenball wartete dann nicht nur ein XXL-Programm aller Garden, mit Tanzpaar, Tanzmariechen und den Chormoranen aus Plön, sondern auch eine große Überraschung: Der Prinz wurde vorgestellt – Karsten I. (Karsten Fey aus Plön). Er trat in die großen Fußstapfen seiner Vorgängerin (und Ehefrau), Prinzessin Alexandra.

Es war der Startschuss für rasante Wochen mit Rathaussturm und Grünkohlessen in der alten Schwimmhalle, der Ordensverleihung Amicii Laetitiae an Daniel Günther und Ralf Stegner, den Lübecker Lumpenball, die Damensitzung Nyge Münster in Tungendorf und Besuche bei befreundeten Garden. Dazu kamen Auftritte in Seniorenheimen in Wankendorf, Malente, Ascheberg, Lütjenburg, Plön, Preetz und Dersau. Die blau-weiße Fahne wurde beim Kinderkarneval in Grebin ebenso hochgehalten wie in der Kirchengemeinde Ascheberg. „Es waren viele Termine in einer so kurzen Session und unsere tollen selbstständigen Mädchen haben sich immer wieder auf die neuen Säle eingestellt“, resümiert Karneval-Urgestein Barbara Kleinmann. Ihr besonderer Dank geht an die Eltern, die Kinder direkt nach der Schule eingesammelt haben und abends erschöpft und überdreht wieder mit nach Hause nehmen durften.

Entsprechend zufrieden zog man beim Heringsessen am Aschermittwoch in Schlüters Gasthof in Wankendorf Bilanz. Dazu hatten sich Thure Koll, Bürgervorsteher in Plön, die Ehrenmitglieder, das Dreigestirn aus Lübeck und eine Reihe weiterer illustrer Gäste eingefunden. Und ihnen wurde einiges geboten. Über Prinz Karsten waren nicht nur seine Hobbys (Fußballverein), Leidenschaften (Feuerwehr) und der Berufswunsch (Zimmerer) zu erfahren – alles mit Tänzen und den passenden Liedern von Garde und Vorstand garniert. Man hörte auch, dass er niemals eine Frau mit einem doofen Hobby wie Karneval wollte, es sei denn, die Garde würde zu Scooter-Musik tanzen, was prompt geschah. Er selbst tanzte mit der Kindergarde ihren Schmetterlings-Showtanz, machte sich gut und trug tatsächlich fast das gleiche Kostüm. 

Damit endete eine Session – vielleicht mit einem kleinen Wehmuts-Kater, aber mit vielen schönen Erinnerungen und ganz viel Vorfreude auf das 67. Jahr in Blau-Weiß.


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