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Runderneuerung der Preetzer „Bilderbibel“ wird fortgesetzt

Bilder
Priörin Viktoria von Flemming und die Vertreter des Fördervereins Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz Dr. Karlheinz Heuser (rechts, 1. stellvertretender Vorsitzender) und Hans Peter Kochen (zweiter Stellvertreter) freuen sich über einen weiteren Etappensieg auf dem Weg zum Abschluss der Restauration der Bilderbibel in der Preetzer Klosterkirche.

Priörin Viktoria von Flemming und die Vertreter des Fördervereins Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz Dr. Karlheinz Heuser (rechts, 1. stellvertretender Vorsitzender) und Hans Peter Kochen (zweiter Stellvertreter) freuen sich über einen weiteren Etappensieg auf dem Weg zum Abschluss der Restauration der Bilderbibel in der Preetzer Klosterkirche.

Preetz (los). Die „Bilderbibel“ auf der Rückwand des alten Nonnengestühls in der Preetzer Klosterkirche ist ein Meisterwerk ihrer Art. Doch an dem Kunstschatz nagt der „Zahn der Zeit“. Um drohendem Verfall entgegenzuwirken, startete 2013 die Restaurierung der knapp 140 Logen-Gemälde, von denen bislang 60 Bilder überarbeitet werden konnten. Mit dem Ziel, den Rettungsakt finanziell sicher zu stellen, hat sich die Gesellschaft der Freunde des Klosters Preetz als Förderverein unter dem Vorstand von Otfried Kohl (Vorsitzender), Dr. Karlheinz Heuser und Hans Peter Kochen für die Werbung von Spendengeldern eingesetzt. In dem Zusammenhang wünschen sich die Mitglieder dringend Verstärkung in ihren Reihen durch weitere Mitstreiter. Speziell für den Erhalt dieses Preetzer Kunstschatzes setzten die Ehrenamtler sich in den vergangenen Jahren ein, organisierten Weihnachtsmärkte, Oldtimertreffen, Konzerte und Aktionen und sammelten Spendengeld, immer mit dem Ziel, die nötige Finanzierung zu stemmen. Bis 2016 habe die Summe 115000 Euro betragen, jetzt kämen weitere 25000 Euro hinzu. Dank dieses Einsatzes konnten die Restaurierungsarbeiten an den nächsten Wandtafeln fortgesetzt werden. Nicht nur für Priörin Viktoria von Flemming ein Grund zur Freude, den die Kunstgemälde werden der Nachwelt erhalten.
Nur der leise schleifende Pinselstrich durchdringt die Stille der Klosterkirche. Diplom-Restauratorin Katharina Martinelli, Leiterin des Ateliers Roeck Restaurierung in Berlin und ihr Team arbeiten akribisch, um die historischen Wandtafeln wieder fit für die Zukunft zu machen. Sie zeigen Szenen des Alten und des Neuen Testaments. Ursprünglich handelt es sich um eine Ölmalerei um 1490, die dem Lübecker Künstler „Meister Peter“ zugeschrieben werde, so die Priörin. Der doppelreihige Gemäldezyklus sei aber später in der Zeit des Barock im 17. Jahrhundert übermalt worden, wobei die dargestellten Szenen die gleichen geblieben seien.
Um die Bilder zu präparieren und Schäden ausbessern zu können, müsse zunächst die vergilbte Firnisschicht entfernt werden, erklärt Restauratorin Anna Koch. Dies geschehe mit Hilfe eines eines speziellen Lösemittels, welches die Originalfarben wieder zum Vorschein bringe. Zudem würden Beschädigungen der Oberfläche unter Verwendung von Leim-Kreide-Kitt so ausgebessert, dass sich ein gleichmäßiges Niveau ergibt.
Damit zusammen hängend werden auch sogenannte Fehlstellen - leere Bereiche - zugunsten eines lückenlosen Bildeindrucks malerisch ergänzt. Zur Anwendung kommen „reversible“ Aquarell- oder Guachefarben, die lange Zeit „stabil“ bleiben. Denn „alles, was wir machen, soll auch leicht rückgängig zu machen sein“, erklärt Katharina Martinelli. Künftigen Restauratoren und ihren Möglichkeiten werde somit schon jetzt der Weg geebnet.
Als letzten Schritt werde die Malerei ganz klassisch mit Dammarharz neu gefirnisst. Das Baumharz bildet eine transparente, vor äußeren Einflüssen schützende Schicht über der eigentlichen Malerei. Sie sorge für Glanz, Farbintensität und –strahlkraft.
Bei der Arbeit komme auch immer wieder etwas von der älteren gotischen Malerei zu Tage, deren Reste sich noch unter dem Barockbild befinden. Diese hat das Restauratorenteam hin und wieder in den vergangenen Jahren als sogenannte „Zeitfenster“ freigestellt, die einen kurzen Blick auf die ursprünglichen Gemälde erlauben. In Zeiten, als Lesen keine Selbstverständlichkeit war, vermittelten die Bibelbilder den Nonnen die Inhalte der Heiligen Schrift.



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