Reporter Eutin

Aus dem Wasser und ab ins Winterlager

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Möltenort (kas). Die Freizeitkapitäne in Möltenort waren sich einig an diesem Wochenende: Warum müssen die Boote aus dem Wasser? Wir haben doch noch Sommer! Endlich mal eine lange Saison, aber dennoch würden die Eigner der Yachten gerne noch im Wasser bleiben. So erging es auch dem Ehepaar Dieter Stolz und Kirsten Thomas aus Kiel, die ihre 10,5 Meter-Yacht „Nele“ ins Winterlager schicken mussten. „Im Frühjahr fällt es einem leichter, da wird das Schiff zu Wasser gelassen, Jetzt weiß man, dass die Saison zu Ende ist und die Arbeit beginnt“, so Kirsten Thomas. Am Hafen geht alles ruhig zu, der große Kran steht parat, einige Männer warten auf das nächste Schiff, dass mindestens eine halbe Stunde bevor es an den Haken kommt, an der Kaimauer liegen muss. Vier Schiffe liegen parat und alles wird genau nach Liste abgearbeitet. Laut Liste ist die „Nele“ um 10.32 Uhr an der Reihe, doch es haben sich, wie in jedem Jahr kleine Verzögerungen ergeben. Nachdem nun „Ronja“ und „Seebär“ auf dem Hänger sind, ist „Nele“ an der Reihe. Die Gurte werden an einer bestimmten Stelle angelegt, und am Kran befestigt. Der Kranführer hievt mit gekonnter Hand das Schiff vom Typ Najad 343 aus dem Wasser. Schon jetzt, wo der Kiel sichtbar wird, erkennt man, dass der Muschelbewuchs nicht sehr stark ist. Ein Zeichen, so Dieter Stolz, dass wir viel auf See gefahren sind. Die größte Strecke in diesem Jahr war Göteborg, erzählt Stolz. Wir lassen uns bei unseren Fahrten treiben und genießen die Ruhe – es geht dabei nicht um Rennen, fügt er hinzu. Der LKW mit dem Hänger steht parat, Schiff ist gesichert und die Fahrt ins Winterlager kann beginnen. Im Gewerbegebiet Korügen angekommen, fährt der LKW in eine der drei Waschstraßen. Dort ist wesentlich mehr los, als am Hafen. Hier sind die Männer vom Yacht- und Bootsservice damit beschäftigt, die Schiffe unterhalb der Wasserlinie mit dem Hochdruckreiniger zu säubern. Vorweg werden einige „Muschelbänke“ mit dem Spachtel abgeschabt. Es sieht fast so aus, als wenn die Beteiligten mit dem Hochdruckreiniger Spaß an ihrer Arbeit haben bei diesen Temperaturen. Einer macht die Steuerbord- und einer die Backbordseite des Schiffes, doch es kommt nicht selten vor, das der Wasserstrahl auch mal die Gegenseite trifft. Der große Hängekran kommt angerollt und nimmt die Gurte auf. Mit präziser Genauigkeit wird die „Nele“ vom Hänger gehoben und an einem anderen Schiff vorbei „gesteuert“. Die Laufkatze des Krans bewegt sich Richtung Halle und hier wird das Schiff auf den Bock millimetergenau platziert. Alles geht lautlos über die Bühne. Einige Kommentare sind dennoch nicht zu überhören: „Noch 10 Zentimeter“ oder „Nach rechts“ – „Stopp!“ Auf geht’s zum nächsten Schiff und Dieter Stolz ist im wahrsten Sinne des Wortes stolz: „Das hätten wir wieder geschafft! Alles hat wunderbar und reibungslos geklappt!“ Viel Spaß bei den Winterarbeiten, und auf eine wieder so schöne Saison 2019.


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