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„De Brummelbuttjes“ entern in Kiel-Wik die Gorch Fock

Kiel-Wik/Heikendorf (t). Chormitglied Karl-Heinz Karbstein hat sich Gedanken gemacht, was „De Brummelbuttjes“ bisher noch nicht auf die Beine gestellt haben. Seine Idee: Eine Besichtigung der Gorch Fock in Kiel-Wik.
Am 21. August ging das Anschreiben per E-Mail an Segeloffizier Kapitänleutnant Meike Lehmann. Zwei Tage später kam die positive Antwort mit der Bitte, um drei Terminvorschläge. Da das Marine-Segelschulschiff erst ab dem 6. Oktober wieder für Besuche frei war, fiel der Termin auf den 17. des Monats. „Da wir es mit der Marine zu tun hatten, begann jetzt die Arbeit für mich, um alle Formalitäten rechtzeitig einzureichen“, erzählt Chorleiter Klaus Asmus. Dazu zählten zum Beispiel die Kfz-Nummern der Fahrzeuge mit ihren Besatzungen, die vorweg ihre Nummern der Personalausweise angeben mussten.
Der große Tag war gekommen: „De Brummelbuttjes“ trafen sich an der Aula, Abfahrt kurz nach 12 Uhr mit sieben Fahrzeugen zum Tirpitzhafen von Kiel-Wik in der Warnemünder Straße. Von der Wache fuhren alle bis vor die Mole, wo die Gorch Fock lag. Nun ging es an Bord. „Hauptbootsmann Tomaschek empfing uns und gab die ersten Anweisungen“, berichtet Asmus. „Wir Brummler waren überglücklich, auf dem Segelschulschiff der Bundesmarine zu stehen und erkannten hier erst die Ausmaße der Schiffsgröße.“ Die Gorch Fock ist ein Dreimaster mit Vormast, Großmast und achtern dem Besanmast, 89,3 Meter lang, zwölf Meter breit. Das Schiff hat eine Höhe von 45 Metern über der Wasserlinie.
„Hier nun durften wir Fotos machen und wurden in zwei Gruppen aufgeteilt für die Führung.“ Gruppe eins wurde vom Stabsgefreiten Bünning und Gruppe zwei vom Stabsgefreiten Straßner geführt. Das Schiff dient dem Training der Offizieranwärterinnen und -anwärter der Seestreitkräfte. Die Kadetten erfahren während ihrer seemännischen Grundausbildung an Bord, was Teamwork in der Praxis bedeutet – das Schiff lässt sich nur in Zusammenarbeit als Gruppe beherrschen.
Die Offiziersschüler lernen die Elemente kennen, die für ihr künftiges Berufsleben natürliche Umgebung sein werden. „Dabei wird kein Unterschied zwischen Frauen und Männern gemacht“, so Straßner. „Die vielen Seile und Tampen haben alle ihre Bedeutung, und da muss beim Setzen der Segel jeder Handgriff auf Anhieb sitzen.“ Immerhin müssen rund 1800 Quadratmeter Segelfläche – zehn Rah-, drei Gaffel- und zehn Schratsegel – fachgerecht bedient werden. Und sollte mal Flaute sein, wie so oft bei der Windjammerparade zur Kieler Woche, müsse der Dieselmotor mit 1700 PS nachhelfen.
Die Gorch Fock hat eine Stammbesatzung von 80 bis 161 Personen – je nach eingeschiffter Lehrgangsgröße – und kann bis zu 141 Kadetten als Lehrgangsteilnehmer aufnehmen. Auch wenn sich die Ausmaße des Schiffes für den Außenstehenden gewaltig anhören, so muss sich doch jeder an Bord einschränken, ob im Speiseraum, in der Küche, in den Schlafräumen mit den übereinander aufgespannten Hängematten oder in der Waschküche.
Die gesamte Technik an Bord ist nach der großen Instandsetzung nicht zu überbieten und lässt keine Wünsche offen. „Zum Ende der tollen Führung trafen wir uns alle auf dem Mitteldeck und durch den Bordlautsprecher wurde bekannt gegeben, dass der Shanty-Chor noch ein kleines Konzert gibt, die Besatzung möge sich dort aufs Mitteldeck begeben.“ Dirigiert von ihrem Chorleiter Klaus Asmus sangen die „Brummler“ noch ein paar Shantys, darunter das Gorch Fock Lied, bei dem ein Teil der Gorch Fock Besatzung sogar mit einstimmte.
Zum Dank an die schönen Stunden an Bord überreichte Karl-Heinz Karbstein im Namen des Chores an Oberleutnant zur See Alice Hoffschlag ein Geschenk der Gemeinde Heikendorf: Es ist ein kleiner geknüpfter Wandteppich mit dem Heikendorfer Wappen. Die beiden fleißigen Stabsgefreiten bekamen eine CD vom Shanty-Chor. „Es war das Jahrzehnt-Highlight für uns!“, so Karbstein.
Und auch „De Brummelbuttjes“ freuten sich über ein Geschenk zum Abschied: „Uns wurde als Dank für unseren Besuch und Gesang eine Flasche 40-prozentiger Gorch Fock-Manöverschluck überreicht.“

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