Reporter Eutin

Die Feuerwehr auf Schulbesuch

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Laboe (uwr). Zweimal im Schuljahr kommen Feuerwehrmänner der Freiwilligen Feuerwehr Laboe in die Grundschule Laboe. In jeder Klasse halten sie zwei Lehreinheiten in 14 Tagen. Brandschutzerzieher und Hauptfeuerwehrmann Nicolai Meller ist seit acht Jahren dabei. Feuerwehrmann Marcel Matusch und Oberlöschmeister Thorsten Pickel unterstützen ihn dabei. „Wir wollen den Kindern die Angst nehmen, denn wir brauchen ihre Hilfe“, erklärt Nicolai Meller im Vorfeld. Im Gespräch werden das Verhalten in Gefahrensituationen, die Notfallnummern geübt und die Kinder lernen das Aussehen der Feuerwehr in schwerer Ausrüstung kennen. Kinder verstecken sich im Notfall, besonders wenn alles verraucht, laut ist. Mit der Brandschutzerziehung wollen sie Ängste im Vorfeld abbauen und die Schüler auf einen Notfall gut vorbereiten.
Mucksmäuschenstill sitzen die Schüler der Klasse 1a da. Es ist ihre zweite Stunde und als Nicolai Meller nach den Notrufnummern fragt, sprudeln die Antworten hervor. 110 und 112. Auch die Fragen wissen die Kinder und das sie nicht auflegen dürfen. Jetzt heißt es üben! Der Brandschutzerzieher geht an die Tür. „Stellt euch vor, es hat Alarm gegeben. Wir müssen die Klasse verlassen. Es ist nicht verraucht.“ Die Klassenlehrerin Frau Döring eilt zur Tür. Die Kinder stürmen zu ihr. „Und alle wieder an ihren Platz!“ Irritiert gehen die Mädchen und Jungen zurück und setzen sich. „Es muss ruhig, Tisch für Tisch gehen.“ Die Klassenlehrerin soll die Tischnummern aufrufen und es sei auch egal, wer grad in Zweierreihen zusammensteht. Es sei wichtig, dass alle aufeinander achten. Beim zweiten Mal funktioniert es besser und los geht es die Treppe herunter Richtung Sammelplatz. Marcel Matusch nimmt leise Finja und Ian mit. Doch das bleibt nur wenige Meter unbemerkt. Immer wieder sieht Frau Döring hinter sich. Mit festem Blick schaut sie den Brandschutzerzieher an und sagt: „Es fehlen zwei Kinder!“ Auch Anabell und Nayla bemerken schnell, dass ihre zwei Klassenkameraden fehlen. Die meisten Schüler erst am Sammelplatz. Später verriet Frau Döring, dass die Schlange wegen kranker Schüler zu kurz war, dann aber noch kürzer. Mit den Jahren bekäme man dafür ein Gefühl. Doch Nicolai Meller reicht das nicht. Als Ian und Finja wieder da sind, erklärt er, dass die Schüler aufeinander achten und auf ihre Lehrerin schauen sollen.
Zurück in der Klasse zieht Thorsten Pickel die schwere Ausrüstung an. Die Stiefel hängen an der Hose, in der Jacke ist ein Sicherheitsgurt zum Abseilen eingebaut. Doch das reicht nicht. Für den Notfall gibt es noch ein Atemschutzgerät. „Wie bei den Tauchern“, stellt Carla fest. Große Augen bekommen besonders die Jungen bei der ganzen Technik. Bei Gefahr sendet ein Gerät Signale zwischen Feuerwehrmann und Einsatzwagen. Zusätzlich zur 30 kg schweren Ausrüstung bekommt Thorsten Pickel noch ein Funkgerät, Taschenlampe und eine große Axt. Der Feuerwehrmann kniet sich nieder und macht Krach mit der Axt, ruft nach den Kindern. Wie komisch er klingt! Einige Kinder rutschen mit den Stühlen lieber ein wenig nach hinten. Geduldig erklärt Nicolai Meller, dass sie im Versteck bleiben sollen, aber rufen. Erst wenn sie ihn sehen, dann sollen sie zu ihm robben oder laufen. Doch was ist bei giftigem Rauch? Der Feuerwehrmann hat ja eine Maske auf. Und die Kinder? Rose ist mutig und kommt nach vorne. Sie lässt sich die Fluchthaube aufsetzen und bekommt Luft durch das Atemschutzgerät des Feuerwehrmannes. Beide gehen Hand in Hand einige Schritte.
Nur zwanzig Minuten dürfen die Feuerwehrmänner in den Anzügen unterwegs sein. Da bleiben höchstens zehn Minuten zum Suchen. „Deswegen ist es wichtig, dass ihr uns helft und möglichst alle gemeinsam zum Sammelplatz kommt. Achtet auf einander“, schärft der Brandschutzerzieher den Schülern nochmals ein. Nach ihrem Einsatz müssen sich die Frauen und Männer eine Stunde ausruhen und drei Liter trinken. „Das ist aber viel!“ staunt ein Schüler.
Schon ist die Stunde wieder zu Ende. Mit einem Malheft verabschieden sich die Feuerwehrleute. „Wir kommen wieder, sagen aber nicht wann!“ Üben für den Notfall ist wichtig. Das wissen jetzt auch die Kinder.


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