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„Eines der aufregendsten Wochenenden meines Lebens“

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Laboe (uwr). Zum dritten Mal veranstaltete die DGzRS den Online-Wettbewerb „Werde Seenotretter für einen Tag“. Unter 300 Teilnehmern zog Frauke Wengerowski mit 445 Stimmen in die Losrunde der besten Zehn und wurde als Gewinnerin gezogen. Damit gewann sie als erste Frau den Online-Wettbewerb. „Ich mache alles“, nahm sich die zierliche Hamburgerin vor. Von Kartoffel schälen bis in die See Springen. Doch bevor sie für ein Wochenende auf die BERLIN anheuern konnte, galt es das „Überleben-auf-See-Training“ der Seenotretter im Ausbildungszentrum der Firma OFFTEC in Enge-Sand zu absolvieren. Nach einer Sicherheitseinweisung ging es in den Überlebensanzug. Doch gemütlich die Leiter ins Wasser benutzen, stand nicht zur Auswahl. „Wir sprangen von der Plattform“, sprudelte Frauke Wengerowski am nächsten Tag los und fügte stolz hinzu, dass sie es geschafft hatte, die Rettungsinsel wieder aufzurichten. Ein wenig verunsichert war sie schon, denn im Vorfeld hieß es, sonst könne sie nicht bei der BERLIN anheuern. „Ich hatte soviel Unterstützung“, erzählte sie begeistert. Nach einzelnen Übungen gab es ein großes Szenario zu absolvieren. Bei hohen Wellen, Dunkelheit und tosenden Sturmgeräuschen geriet in Vergessenheit, dass sich alle in einer Halle befanden. Durchhalten, zusammenbleiben, eine Kollegin wieder ins Schlauchboot ziehen und sich vom Hubschrauber hochziehen lassen, standen auf dem Programm. Erst nach der Übung spürte die Mutter von zwei Kindern ihre Erschöpfung. Gute Nerven brauchte sie auch, als für eine Aktion ein Hubschraubertorso mit den angeschnallten Teilnehmern ins Wasser gelassen wurde und erst als er vollgelaufen war, sollten sie sich abschnallen und retten. Nach soviel Action schlief die Gewinnerin auf der BERLIN gut. Am nächsten Morgen ging es nach dem „Rein-Schiff-machen“ auf Kontrollfahrt auf die Kieler Förde. Auch da hieß es, wieder einen Überlebensanzug anziehen. Seenotretter Henry Hildebrandt half ihr dabei. Eine „Person-im-Wasser-Übung“ stand an. Mit einem beherzten Sprung ging es für die 39jährige in die 18 Grad kalte Ostsee. „Ich habe jetzt eine Ahnung davon, wie Schiffbrüchige sich fühlen müssen. Obwohl ich wusste, dass die Seenotretter in der Nähe sind, spürte ich ein Kribbeln am ganzen Körper“, sagte die Referentin für Personalmarketing, als sie wieder sicher an Bord der BERLIN war. Mit jeder Minute wuchs ihr Respekt vor der Arbeit der Seenotretter. Einen Einsatz erlebte sie auch hautnah mit. „Plötzlich waren alle sehr konzentriert und wussten genau, was zu tun war“, schilderte Frauke Wengerowski die Situation an Bord. Ein Segelboot mit Maschinenschaden benötigte die Hilfe der Seenotretter. Routine für die Besatzung der BERLIN, Adrenalin pur für die Gewinnerin. Sie durfte die Leine für die Schleppverbindung zum Havaristen werfen. „Ich habe gleich getroffen und freue mich, jemanden in Not geholfen zu haben“, erzählte sie stolz. Die Faszination für die Seenotretter ist nach dem Wochenende, welches auch durch die vielen Stimmen ihrer Kollegen ermöglicht wurde, noch gestiegen. Wissen, Engagement, Können und Herzblut stecke jeder Einzelne in die Arbeit. Auch wenn sie seit Jahren schon Fördermitglied der Seenotretter ist, möchte sie ihre Engagement in Zukunft noch verstärken. Frauke Wengerowski ist dankbar, dass sich ihr Traum, mal einen Blick hinter die Kulissen der Arbeit der Seenotretter zu bekommen, sich erfüllt hat.



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