Reporter Eutin

Gedanken zum Miteinander – das funktioniert auch beim Pizzabacken

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Man kann durchaus ein Diskussionsthema draus machen: Wie ist eine Paprika so zu zerteilen, dass die einzelnen Stücke in den Mund passen?

Man kann durchaus ein Diskussionsthema draus machen: Wie ist eine Paprika so zu zerteilen, dass die einzelnen Stücke in den Mund passen?

Probsteierhagen (kud). Sonnabend, 11 Uhr. 15 Konfirmanden haben sich im Gemeindehaus eingefunden. Gastgeber: Pastor Christoph Thoböll. Thema: Wir gestalten eine Abendandacht zum Thema „Valentin“. Der Tag wird am kommenden Sonntag, 18. Februar, zwar schon wieder vier Tage zurückliegen. Das Thema, meint Christoph Thoböll, sollte aber gern aktuell bleiben. Also: Abendandacht um 17.30 Uhr in der St. Katharinenkirche. Und das Thema ist in der Tat zeitlos. „Valentinstag“ - jeder kennt diesen Begriff. Aber woher stammt er? Was steckt wirklich hinter dem Tag, der in aller Munde ist? „Valentin war ein Bischof, der sich besonders der unglücklich Verliebten angenommen hat“, so Thoböll. „Immer am 14. Februar segnete er sie.“ Worum also kann es gehen in einem Gottesdienst zum Gedenken an einen solchen Bischof, wenn nicht um das Thema Segen? Der Blumenhandel nimmt sich des Themas seit den Sechzigern des abgelaufenen Jahrhunderts an. Ein Blumenstrauß für die Liebste eben. Aber kann das alles sein? Die Konfirmanden stehen in Dreiergruppen im Gemeinderaum und legen sich gegenseitig die Hände auf die Köpfe. Als nach fröhlichem Gekicher Ruhe eintritt, alle Hände auf einem Kopf gelandet sind, kommt die Aufgabe. „Nun wünscht denen, auf deren Köpfen eure Hände liegen, irgend etwas, aber ohne es zu sagen. Einfach wünschen.“ Wenig später sitzen die jungen Leute wieder im Kreis. „Wie habt Ihr euch gefühlt, als ihr jemandem eure Hand auf den Kopf gelegt habt oder dessen Hand auf eurem Kopf gespürt habt?“, fragt Christoph Thoböll. Nachdenken bei den Jugendlichen. Dann – ziemlich einhellig. „Es war ein ungewohntes Gefühl – nicht nur angenehm.“ Erst nach dem gemeinsamen Kochen werden sie mehr erarbeiten zum Thema „Segnen“ und dabei zu sehr verblüffenden Ergebnissen kommen. In der Küche des Gemeindehauses steht eine große Kiste. Der Pastor hat eingekauft, alles, was man benötigt, um eine anständige Pizza auf den Tisch zu bringen. Sogar den Hefeteig machen die „Konfis“ selbst. Andere ziehen sich sich einen Tisch heran und beratschlagen, wie sie ihr Gemüse (Paprika, Zwiebeln, Pilze) in appetitliche Stücke verwandeln können. Am nächsten Tisch entsteht der Salat. Kommentar: „Ich weiß, wie man das zerschneidet, muss ich zu Hause auch immer machen. Meine Mutter hat keine Lust zu der Schnippelarbeit.“ Vertieftes Schweigen. Das Thema „Segen“ scheint in weite Ferne gerückt. Tatsächlich! Pizza gelungen, Salat knackig frisch. Christoph Thoböll hat lauter weiße leere Zettel auf einen Tisch gelegt. Die „Konfis“ versuchen, ihre gute Wünsche vom Vormittag in Oberbegriffe zu fassen. Erstaunliches kommt dabei heraus. Freundschaft, Respekt, Liebe, Beziehung, Zärtlichkeit, Gleichberechtigung, Vertrauen, Verlobung, Hochzeit. Die Köpfe rauchen, denn die neue Aufgabe ist spannend. „Wie können wir diese Begriffe in einem Gottesdienst so unterbringen, dass wir sie gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern erleben können?“ Soviel sei gesagt: Wer immer Zeit und Lust hat, sollte sich nicht entgehen lassen, gemeinsam mit Christoph Thoböll und seinen „Konfis“ herauszufinden, was „Valentinstag“ noch bedeuten könnte, abseits von Bonbonieren und Blumensträußen.



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