Reporter Eutin

Gemeindebücherei wirbt für „Perspektivenwechsel“

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Heikendorf (kud). Büchereileiterin Beate Geier ist überall in Deutschland auf der Suche nach Inhalten, mit denen sie die Gemeindebücherei mit Leben erfüllen kann. Seit einiger Zeit nimmt sie sich des Themas „Integration“ an und stieß dabei auf eine Wanderausstellung, die es nun auch in Heikendorf zu sehen geben wird. „Perspektivenwechsel“ nennt sie sich.
Im bayrischen Freising entstand die Ausstellung, die zum Ziel hat, Deutschen ein Empfinden dafür zu vermitteln, wie sich Menschen mit anderem kulturellen, religiösen Hintergrund in der Fremde fühlen. Beate Geier: „Die meisten dieser Menschen haben eine schwere Kriegserfahrung hinter sich, sehen in ihrer Heimat derzeit keine Perspektive für ein friedvolles Leben. Sie begeben sich auf einen sehr mutigen Weg.“ Die Ausstellung soll aufzeigen, was Menschen empfinden, die nach so beschwerlichem Weg in einer Fremde landen, die sie nicht verstehen und auf Menschen treffen, die wiederum die Fremden nicht verstehen.
„Wir sind dankbar, dass wir als kleiner Ort diese Ausstellung zeigen dürfen“, so die Büchereileiterin. Vom 11. bis 15. Juni wird die Ausstellung in der Bücherei zu sehen sein, begleitet von einem Team derer, die diese Präsentation erarbeitet haben: Deutsche und Flüchtlinge. Am 11. um 18 Uhr ist Eröffnung. Bürgermeister Tade Peetz übernimmt die Begrüßung. Nadja Maki, Leiterin des Projekts, erläutert, welches Ziel diese interaktive Ausstellung verfolgt. In einer offenen Gesprächsrunde können die Gäste Fragen loswerden und bei einem Imbiss das Thema weiterverfolgen. Für Musik sorgt der Kieler Musiker Momen Shaweesh mit seiner „Oud“, einem gitarrenähnlichen Instrument. Beate Geier: „ Der Abend, aber auch die gesamte Ausstellung, soll folgenden Fragen nachspüren: `Wie würde ich mich fühlen, wenn ich plötzlich der/die Fremde bin, wenn mich keine/ keiner versteht, wenn ich die Regeln einer Kultur nicht kenne?“
Los geht es mit dem Heikendorfer Kultursommer der Bücherei aber bereits am Donnerstag, 23. Mai. Von 15 bis 18 Uhr heißt es „Kinder und Jugendliche lesen vor“. Und die nehmen sich nicht etwa nur irgend ein Buch in die Hand. Nein! Bunt wird das Programm, da es Lesebeiträge nicht nur in deutscher Sprache gibt. „Wir dachten uns, dass es auch einmal spannend sein könnte, andere Sprachen einfach zu hören, ihre Melodie, ihren Rhythmus zu erspüren, ohne die Worte zu verstehen“, so Beate Geier. Jeweils drei Minuten werden Schüler also ihre Sprachwelt vorstellen. Auch die Gruppe „Kreatives Schreiben“ ist mit von der Partie. Sie trifft sich regelmäßig in der Leseecke der Bücherei, um mit ihren Sprachtrainerinnen Regine Gebhardt und Gisela Arp zu lernen, Gedanken und Gefühle, aber auch spannende Geschichten in die richtigen Worte zu fassen. Ebenso spannend wird es musikalisch zugehen: Die Schulband Heikendorf ensendet ihre spektakuläre sechsköpfige Mädchenband, die den Gästen bei Käse und Wein zu einem munteren Ausklang der Veranstaltung verhelfen wird.
Weiter geht es am Freitag, 21. Juni, ab 19 Uhr auf dem Feuerschiff im Möltenorter Hafen. Da heißt es nun schon seit mehr als zehn Jahren: „Mee(h)r Lesen“. Spannendes, Spaßiges, Sinnliches steht auf dem Programm. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, aber: „Wir können höchstens 50 bis 60 Gästen Plätze anbieten. Wer also Interesse hat, kann sich in der Bücherei eine Einlasskarte abholen. Denn ohne diese gibt es leider keinen Zutritt“, so Beate Geier. An Bord sei dann nicht nur für das geistige Wohl, sondern mit preiswerten Getränken und Speisen auch für das leibliche Wohl gesorgt.
Am 28. Juni schließlich beginnt die Aktion „Vorsicht! Lesen macht schlau“ am Möltenorter Strand. Jeden Freitag um 17 Uhr findet sich ein Vorleser in einem Strandkorb ein. Kinder, die Spaß an Geschichten haben, sind eingeladen, sich dort einzufinden. Beate Geier: „ Die DLRG wird jeweils rechtzeitig ansagen, bei welchem Strandkorb die Kinder ihre Vorleser finden.“ Dieses Angebot endet Ende August.


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