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Reporter Eutin

Im flotten Trab von Laboe bis Schilksee

Schilksee/ Laboe (los). Auf zur großen Runde um die Hörn: Der Ellerbeker Lauftreffverein LTV Kiel-Ost veranstaltet seinen 3. Förde Marathon am 1. Oktober 2023. Läufer können sich die Strecke auch als Zweierstaffel teilen. Die Laufstrecke entlang des Wassers bietet viel Abwechslung und einige Steigungen. Da es sich um einen geführten Marathon in fünf Gruppen handelt, werden Einzelzeiten nicht gemessen. Anmeldungen erfolgen über die Website https://www.ltvkiel-ost.de/kieler-förde-marathon.
Für gute Stimmung am Beginn sorgt zunächst eine lustige Seefahrt, die sich die Organisatoren vom LTV Kiel-Ost für ihre Laufveranstaltung ausgedacht haben. Treffpunkt ist die Vaasahalle, Soling 38, in 24159 Kiel-Schilksee, als Ausgangs- und Zielort. Der Transfer der Teilnehmer von Schilksee zum Startplatz in Laboe erfolgt mit dem Förde Dampfer. Dieser gemeinschaftsstiftende Einstieg bietet noch einmal eine Extrabrise Meeresluft, bevor dann im flotten Trab die Ostufer-Gemeinden nacheinander angepeilt werden. Wer sich als Zweierstaffel angemeldet hat, läuft bis zum Wechselpunkt beim Anleger Reventlou, Kiellinie 65 (24105 Kiel), von wo aus der Partner startet.
Der Förde Marathon wird gruppenweise und nach verschiedenen Zeiten gelaufen. „Die Pace-Maker vom LTV Kiel Ost laufen vorweg“, erklärt Vereinsvorsitzender Jens Meier, der den Lauf mit einem ganzen Stab von Helfern an seiner Seite vorbereitet. Das habe den Vorteil, dass die Strecke durchgehend im gleichmäßigen Tempo gelaufen werden kann.„Man muss sich nicht selbst die Zeit einteilen“, erklärt Jens Meier. Wer zum ersten Mal Marathon läuft, ist mit einem geführten Lauf deshalb gut beraten. „Wer mit sechs Minuten pro Kilometer losläuft, sollte auch bei Kilometer 6 diese Zeit halten.“ 5:20-, 5:41-, 6-, 6:24- und 6:45 Minuten pro Kilometer stehen zur Auswahl.
Einige Steigungen haben es „in sich“. Jens Meier hofft, dass zumindest der Ölberg zwischen Mönkeberg und Dietrichsdorf den Läufern in diesem Jahr erspart bleibt und die Route mit Erlaubnis der Gemeinde Mönkeberg am Ufer entlang geführt werden darf. Denn auch ohne Ölberg seien einige Abschnitte ziemlich fordernd, etwa die Strandbereiche von Kitzeberg und Hasselfelde in Dietrichsdorf mit einer „ordentlichen Steigung“, gibt Jens Meier eine Überblick. Etwas gemütlicher wird zwar der Laufabschnitt um die Hörn und über die Kiellinie, aber dann müssen die Teilnehmer ihre Reserven noch für die Holtenauer Hochbrücke und die Steilküste von Schilksee mobilisieren. „Daniel Günther jappste auch ganz schön“, schmunzelt der Vereinsvorsitzende im Rückblick auf 2022, als der Ministerpräsident teilgenommen hat. Jens Meier kennt die Herausforderung eines Marathonlaufs aus eigener Erfahrung und weiß, worauf es beim Training ankommt. „Inzwischen laufe ich aber keine mehr, wegen der langen Regenerationszeit“, fügt der 74-jährige hinzu.
Gezielt trainieren die Läufer vom LTV Kiel Ost im Winter dienstags, donnerstags und sonntags in verschiedenen Gruppen, auch solche, die auf ihre Marathon-Endzeiten hinarbeiten. Um zusätzliche Muskeln anzusprechen und die Gelenke nicht überzustrapazieren, stehen für sie noch Schwimmen und Radfahren auf dem Wochenplan. Für das Radfahren gilt der Faktor 2: „Zwei Stunden laufen entsprechen vier Stunden Radfahrtraining, denn es ist nicht so anstrengend“, erklärt Jens Meier. Deshalb finden sich die Sportler der Rennradgruppe mit ihren Rädern immer mittwochs um 18 Uhr in Flüggendorf bei Arps Gasthof ein, um gemeinsam in die Pedalen zu treten, häufig im Wohlfühltempo, bei dem man zusammen klönen, frotzeln, lachen und Spaß haben kann, aber manchmal auch „auf Zeit“.
Gezieltes Sprinten im Tempo- und Intervalltraining mit Wechseln zwischen langsam und schnell gelaufenen Abschnitten über die Bahn des Sportplatzes in Ellerbek rundet das Vorbereitungsprogramm vor einem Marathon ab. „Dabei holt man sich nachher die Geschwindigkeiten raus“, erklärt Jens Meier. Wobei ein Platzwechsel durchaus motivierend und deshalb sinnvoll ist: „Im Winter haben wir das mitunter an der Hörn gemacht und sind dann dauernd um den Teich gelaufen...“, so Meiers Beschreibung des südlichen Zipfels der Förde, über den eine Brücke führt. Überhaupt wirke sich einen „gewisse Gruppendynamik stets vorteilhaft für jeden aus, schon aus psychologischen Gründen: „Das ist dann das schlechte Gewissen, wenn man trotz seines Trainingsziels einmal nicht beim Training dabei gewesen ist und geschwänzt hat“, sagt er. Grundsätzlich sei das Alter kein Hindernis, um den Laufsport zu beginnen. Lothar Brand zählt zu den Pace-Makern, die beim Förde Marathon im Einsatz sein werden. Dabei gehört er nicht zum Kreis derjenigen, die schon ihr Leben lang dem Laufsport frönen. „Ich habe damit erst mit 50 angefangen“, erzählt er. Brands sportlicher Hintergrund: Hand- und Fußball, Tennis und Tischtennis, Wintersport „und sogar ein Pferd habe ich mal gehabt“.
Doch durch den Beruf wurde es dann zeitlich eng und daher schwierig, Hallentermine wahrzunehmen. Die Lösung versprach der Laufsport, der prinzipiell zu jeder Zeit rund ums Jahr möglich ist. „Ich bin von zuhause immer gleich losgelaufen, so, wie ich gerade Zeit gefunden habe“, erzählt Lothar Brand. Zunächst begann er mit einem ständigen Wechsel aus Gehen und Laufen. „Man muss sich ans Laufen erst gewöhnen“, sagt er. Dafür brauche es etwas Zeit und Geduld. Da er schon vorher immer aktiv und trainiert gewesen ist, genügte ihm ein Jahr Training, um schließlich in Hochform zu sein: „Mit 50 bin ich meinen ersten Marathon gelaufen“, erzählt er, „das war 2003“. Auch Pace-Maker Petra Thoms ist ihren ersten Marathon mit 50 Jahren gelaufen. Dabei war der Laufsport schon immer ihre Sportart, ein klassischer Einstieg. „Mit 15 habe ich angefangen“, erzählt die 68-jährige, „mein Vater hat mich immer mitgenommen, und wir sind dann ab in den Wald und hinterher noch geschwommen.“ 24 Marathons liegen hinter ihr, doch jetzt will Petra Thoms „nur noch“ Halbmarathon laufen. „Das Laufen bringt mir einfach Spaß“, unterstreicht sie.

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