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„Rollentausch“ - ein Experiment – hoffentlich mit Nachwirkung

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Drei wollen lesen, die anderen gehen mit, weil sie die Begegnung jung – alt interessant finden. Jana, Leonie,l Greta, Brandon, Ninive, Tina Kopp ( Lehrerin Jahrgang 7).  Ganz linksPeter Schümann, Stadtteilbücherei, Lehrerin Corinna Martin (12. Jahrgang).

Drei wollen lesen, die anderen gehen mit, weil sie die Begegnung jung – alt interessant finden. Jana, Leonie,l Greta, Brandon, Ninive, Tina Kopp ( Lehrerin Jahrgang 7). Ganz linksPeter Schümann, Stadtteilbücherei, Lehrerin Corinna Martin (12. Jahrgang).

Dietrichsdorf (kud). Die jungen Leute haben sich Gedanken gemacht. Was lesen wir? Die meisten kamen auf „Märchen“. An drei Tagen trafen sich Schülerinnen und Schüler der Toni -Jensen - Gesamtschule in Senioreneinrichtungen mit Menschen, die ihre Groß- oder Urgroßeltern seien könnten. Die jungen Leute kommen mit Büchern unter dem Arm. Früher waren es ihre Großeltern, die Bücher aufschlugen und vorlasen, diesmal wollten die Jungen den Spieß umdrehen. Die Idee stammt von der Stadtteilbücherei Diedrichsdorf. Ein dreitägiger Beitrag zu den Kunst- und Kulturtagen.
„Haus Schwentineblick“: Lesen werden nur drei Schüler. Zwei sind leider erkrankt. Aber die übrigen Vorleser aus der Woche wollen sich diesen Vormittag nicht nehmen lassen. Sie sind dabei, wenn ihre Klassenkamaradinnen ( 7. und 12. Jahrgang) vorlesen.
Im Raum ist es mucksmäuschenstill. Nicht nur Damen haben sich eingefunden, auch Herren lauschen den Geschichten, die ihnen die Jungen vorlesen. Die erzählen von „König Drosselbart“, „Läuschen und Flöhchen“, von Bullerbü, das die Welt der einzigartigen Astrid Lindgren zu verdanken hat.
Sehr viel Freude, Geduld, Nachdenklichkeit huscht über die Gesichter, die so viel älter sind als die der Vorleserinnen. Die Zuhörer freuen sich über den Besuch, hören zu, auch wenn die Ohren mit der Lesegeschwindigkeit und Lautstärke der Vorleserinnen nicht mehr ganz mithalten können. Vielen von ihnen , den Zuhörern, reichen die Überschriften. Die Märchen kennen sie, die haben sie ja ihren Kindern und später auch den Enkeln vorgelesen. Jetzt dürfen sie zuhören. Der Dank ist herzlicher Applaus. Nicht nur für die Auswahl der Geschichten. Es ist deutlich zu merken, dass sich jede Schülerin zu Hause hingesetzt und das Vorlesen geübt hat.
Nach dem Applaus entsteht ein kurzes Schweigen, das Deutschlehrerin Corinna Martin beendet. „Wie war Ihre Kindheit, Ihre Schulzeit?“ In einigen der Gesichter zünden Erinnerungsfunken die Erzähllust an, bei anderen locken die alten Geschichten ein Schmunzeln und Kopfnicken in die Gesichter.
Die Jungen erfahren, was es heißt, mit über 40 Schülern aus allen Jahrgängen, unterrichtet in einem Raum, von einem Lehrer, lernen zu müssen. Und gehen ziemlich nachdenklich wieder zurück in ihre Schule, die ihnen Dinge bietet wie Binnendifferenzierung, kleinere Klassengrößen und Leistungsangebote, die ihren Wünschen und Fähigkeiten entsprechen.


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