Reporter Eutin
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Skateclinic in Laboe – ein generationsübergreifendes Projekt

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Laboe (uwr). Am Samstagnacmittag bot sich den Besuchern des Laboer Hafens ein ungewohntes Bild. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Helm und Knieschonern flitzten mit Inliner, Skateboards und Rollern umher. Flink longierten sie um aufgestellte Kegel oder zeigten ihre Kunststücke über aufgebaute Rampen. Der Verein Skate Laboe organisierte die „Scate-Clinic“. Die Vorsitzende Patricia Schoone freute sich über die vielen Schaulustigen und über das Kommen der Skater aus Kiel, Heikendorf und natürlich Laboe. „Wir hatten beim Organisieren des Events viel Unterstützung von der Gemeinde Laboe, einer Laboer Versicherung und dem Support Store aus Kiel“, erzählte sie und ergänzte, dass die Planungen des Baus einer Skaterbahn im Rosengarten auch weitergingen. „Die Kinder und Jugendlichen brauchen ihren Platz in Laboe und dem Tourismus würde es auch gut tun“, argumentierte das Ehepaar Struck für das Projekt. Beide haben ihren Zweiwohnsitz in Laboe und schauten schon eine Weile dem bunten Treiben zu. Sie erzählten, dass auch das Trampolin am Strand abgebaut wurde. Für sie steht fest, dass Kinder zum Leben dazugehören. „Außerdem ist es eine körperliche Aktivität an der frischen Luft und nicht am Pc“, schmunzelte Herr Struck. Dieses Argument zählte auch für Gisela und Wolfgang Bratumyl. Sie beide schwärmten von dem „generationsübergreifenden Projekt“, dessen Umsetzung viel zu lange dauere. Gisela Bratumyl erklärte: „Wir schauen den jungen Leuten beim Skaten gern zu – also ein Projekt und ein Gewinn für jedes Alter.“ Doch es gibt auch kritische Stimmen. Das laute Geklapper sei eine Gefahr für den Tourismus. Viele wollen sich am Hafen erholen, die Schiffe in Ruhe ansehen. Der Heikendorfer Bernd Gaissert versteht, dass die Jugendlichen eine Skaterbahn wollen und brauchen. Aber er favorisiert die Heikendorfer Lösung, wo am Krischansberg die Skaterbahn keine Anwohner oder Urlauber störe. Die Kinder und Jugendlichen zogen derweil ihre Runden, fachsimpelten und tauschten Tricks aus. Die Jüngsten waren erst vier Jahre alt. Julia, 5 Jahre, lief lieber mit ihren Inlinern. Fiel jemand von den Kleinen, fragten die anderen sofort, ob alles in Ordnung sei, und schon ging es weiter. Die erfahrenen Skater nahmen lieber zwei oder drei Anläufe auf das Hindernis, als jemand anderen umzufahren. Ein herzlichen Miteinander herrschte auf den Hafengelände. Zu den Großen gehörte auch der 22jährige Juan Ramires aus Costa Rica. Seit einem Jahr und sieben Monate lebe er in Deutschland und versuche sein Deutsch zu verbessern, erzählte er. Tagsüber arbeite er als FSJler in einem Dietrichsdorfer Kindergarten, später möchte er in Costa Rica Schüler in Deutsch und Spanisch unterrichten. Mit 14 Jahren stand er das erste Mal auf ein Skateboard. In seiner Freizeit sei er mit dem Skateboard in Kiel und Hamburg unterwegs. „Es wäre coll, wenn die Skaterbahn in Laboe fertig ist. Wir wären dann öfter hier“, betonte er, bevor er sich sein Brett schnappte und es genoß „sich frei zu fühlen“.


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