Marlies Henke

Was kann ich? Und was will ich eigentlich? – Den eigenen Stärken auf der Spur

Wer seine Interessen und persönlichen Stärken kennt, findet leichter heraus, welche Tätigkeiten zu ihm passen könnten.

Wer seine Interessen und persönlichen Stärken kennt, findet leichter heraus, welche Tätigkeiten zu ihm passen könnten.

Bild: Adobe Stock

Der eine schraubt schon seit Jahren gern am Fahrrad, die andere organisiert jedes Klassenfest, ein Dritter kann gut zuhören und mit Menschen umgehen. Was zunächst wenig mit der Berufswahl zu tun zu haben scheint, kann ein wichtiger Hinweis sein. Denn wer nach der Schule den passenden Weg finden möchte, sollte nicht nur wissen, welche Berufe es gibt, sondern zunächst auch sich selbst ein bisschen genauer kennenlernen.

Gerade für Jugendliche kann die Frage „Was will ich später einmal machen?“ ziemlich groß wirken. Ausbildung, duales Studium oder doch erst einmal etwas anderes? Technik, Handel, Handwerk, Verwaltung oder ein sozialer Beruf? Ein guter Ausgangspunkt ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit, die eigenen Stärken, Wünsche und Interessen unter die Lupe zu nehmen. Dabei helfen einfache Fragen: Welche Tätigkeiten machen mir Spaß? Was kann ich besonders gut? Was fällt mir leicht? Und welche Fähigkeiten möchte ich später weiterentwickeln?

Nicht nur auf Schulnoten schauen

Dabei lohnt sich der Blick über Zeugnisse und Schulnoten hinaus. Auch persönliche Fähigkeiten, sogenannte Soft Skills, spielen im Berufsleben eine wichtige Rolle. Dazu gehören beispielsweise Teamfähigkeit, Eigeninitiative und Belastbarkeit. Die Arbeitsagentur rät deshalb dazu, sich bewusst zu machen, welche Eigenschaften einen auszeichnen. Helfen kann dabei auch der Blick von außen: Was schätzen Freunde oder Familie an mir?

Für Jugendliche kann das heißen: Wer gern organisiert und Verantwortung übernimmt, bringt möglicherweise Fähigkeiten für ganz andere Berufe mit als jemand, der sich stundenlang in technische Probleme vertiefen kann. Und wer gern mit Menschen arbeitet, findet womöglich in sozialen, gesundheitlichen oder dienstleistungsorientierten Berufen seine Richtung. Entscheidend ist zunächst nicht, sofort einen konkreten Ausbildungsberuf nennen zu können, sondern ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Tätigkeiten und Arbeitsweisen zu einem passen.

Berufe anschließend genauer kennenlernen

Ist eine erste Richtung gefunden, geht es darum, passende Berufe genauer kennenzulernen. Ausbildungsmessen bieten die Möglichkeit, direkt mit Betrieben und Auszubildenden ins Gespräch zu kommen, Praktika geben Einblicke in den Arbeitsalltag. Auch Berufsberatung, Berufswahltests und Online-Angebote helfen weiter: In BERUFENET etwa lassen sich Tätigkeiten, Anforderungen und berufliche Möglichkeiten recherchieren.

Auch die Rahmenbedingungen spielen bei der Berufswahl eine Rolle. Arbeitszeiten, Betriebsklima, Verdienst- und Entwicklungsmöglichkeiten oder die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit können mitentscheiden, ob ein Arbeitsplatz langfristig zu den eigenen Vorstellungen passt.

Vor allem aber gilt: Berufswahl muss keine Entscheidung aus dem Bauch heraus sein. Wer zunächst die eigenen Interessen und Fähigkeiten sortiert und anschließend verschiedene Berufsbilder kennenlernt, kann die Auswahl Schritt für Schritt eingrenzen. Und manchmal führt gerade ein Hobby, eine persönliche Stärke oder eine Tätigkeit, die einem schon immer leichtgefallen ist, auf eine Spur, an die man bei der ersten Frage nach dem Traumberuf noch gar nicht gedacht hatte. (he/red)


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