Marlies Henke

Frühjahrsmüdigkeit – wenn der Körper neu startet

Typische Anzeichen der Frühjahrsmüdigkeit können ein Gefühl von Schlappheit und Antriebslosigkeit sein,

Typische Anzeichen der Frühjahrsmüdigkeit können ein Gefühl von Schlappheit und Antriebslosigkeit sein,

Bild: Adobe Stock

Wenn die Tage wieder länger werden und die Natur langsam erwacht, fühlen sich viele Menschen trotzdem müde und antriebslos. Dieses Phänomen wird häufig als Frühjahrsmüdigkeit bezeichnet. Medizinisch handelt es sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um eine natürliche Reaktion des Körpers auf den jahreszeitlichen Wechsel.

Nach den dunklen Wintermonaten stellt sich der Organismus auf mehr Tageslicht um. Dabei verändern sich Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Besonders das Schlafhormon Melatonin wird bei zunehmendem Licht reduziert, während gleichzeitig mehr Serotonin gebildet wird. Diese Umstellung kann vorübergehend zu Müdigkeit, Kreislaufproblemen oder Konzentrationsschwierigkeiten führen.

Typische Anzeichen der Frühjahrsmüdigkeit sind ein Gefühl von Schlappheit, verminderte Leistungsfähigkeit oder Schwierigkeiten, morgens richtig in Gang zu kommen. In der Regel verschwinden diese Beschwerden nach einigen Wochen von selbst, sobald sich der Körper an die veränderten Lichtverhältnisse gewöhnt hat.

Experten empfehlen, den Übergang in den Frühling bewusst und ohne Leistungsdruck zu gestalten. Besonders wichtig ist Bewegung an der frischen Luft. Bereits tägliche Spaziergänge von 20 bis 30 Minuten können helfen, den Kreislauf in Schwung zu bringen und die Stimmung zu verbessern. Das Tageslicht unterstützt zudem die körpereigene Vitamin-D-Produktion, die für Wohlbefinden und Immunsystem wichtig ist.

Wechselduschen am Morgen bringen den Kreislauf in Schwung. Das regt die Durchblutung an und kann helfen, das Gefühl von Müdigkeit zu verringern. Auf diese Weise startet der Körper aktiviert und mit mehr Energie in den Tag.

Auch eine ausgewogene Ernährung spielt eine Rolle. Frisches Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit helfen dem Körper, wieder mehr Energie zu entwickeln. Leichte, vitaminreiche Mahlzeiten sind dabei oft besser geeignet als schwere und fettige Speisen.

Nicht unterschätzt werden sollte ausreichender und regelmäßiger Schlaf. Feste Schlafenszeiten unterstützen den natürlichen Rhythmus des Körpers und erleichtern die Umstellung nach dem Winter. Wer sich tagsüber müde fühlt, sollte kurze Pausen einplanen, aber auf längere Mittagsschläfchen verzichten, um den Nachtschlaf nicht zu beeinträchtigen.

Darüber hinaus können Entspannung und Stressabbau helfen, den Start in die warme Jahreszeit zu erleichtern. Ob ein Besuch in der Sauna, eine Massage oder einfach bewusste Ruhephasen – kleine Auszeiten tragen dazu bei, Körper und Geist in Balance zu bringen.

Extratipp: In den Abendstunden kann es helfen, künstliches Licht zu reduzieren und die Blaulichtfilterfunktion auf Smartphone und Tablet zu aktivieren.

Wichtig ist vor allem, sich selbst Zeit zu geben. Die Frühjahrsmüdigkeit ist meist ein vorübergehendes Gefühl, das mit zunehmendem Licht von allein wieder verschwindet. (red/he)


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