Schlüsselübergabe für die Feuerwehr Schlamin
„Es ist ein großer Tag für Schlamin“, mit diesen Worten begrüßte Rainer Holtz, Bürgermeister der Gemeinde Schashagen, die zahlreich erschienenen Gäste aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft und Handwerk zur offiziellen Einweihung eines neuen Hauses in Groß Schlamin, dessen Bezeichnung auf den ersten Blick ein kleines bisschen sperrig daherkommt. Mehrzweckfeuerwehrgerätehaus heißt das Gebäude, dessen Nutzen jedoch alles andere als sperrig ist und viele Menschen an einem Ort vereint.
Ehrenamt unter einem Dach
Die Verantwortlichen haben in ihrer Planung eine Brücke geschlagen zwischen Feuerwehr und Gemeindeleben. Neben Gerätehaus und Fahrzeughalle für die Feuerwehr findet auch ein Mehrzweckraum seinen Platz am Standort. Damit vereint der Neubau in Groß Schlamin ehrenamtliches Engagement von Feuerwehr, Politik und Zivilgesellschaft unter einem Dach und bringt hier Menschen zusammen, die bereit sind, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. „Es ist ein Ort, auf den Schlamin stolz sein kann“, bekräftigte Rainer Holtz in seiner Begrüßung. Für ihn sei dies eine Investition für die Sicherheit der Bürger und ein Zeichen der Wertschätzung.
Viel Platz für die Feuerwehr
Im Zentrum der Feierlichkeit stand allerdings der eindrucksvolle Neubau für die Feuerwehr. Mit insgesamt 400 Quadratmetern beziehen die Kameradinnen und Kameraden rund um Wehrführer Torben Kurth den größeren räumlichen Anteil. Ihnen steht eine circa 200 Quadratmeter große Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen, ein 100 Quadratmeter großer Schulungsraum sowie geschlechtergetrennte Umkleidekabinen mit Spinden und Sanitäranlagen zur Verfügung. Vor der Tür wurden ausreichend Parkflächen eingeplant. In das Obergeschoss führt ein Aufzug, wodurch die Räume im 1. Stock barrierefrei zu erreichen sind.
Gut investiertes Geld
3,5 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, davon steuerte das Land 750.000 Euro als Fördersumme bei, die sich auch durch den Mehrzweckraum begründete. Doch über Geld wolle man heute nicht sprechen, waren sich die Rednerinnen und Redner am Einweihungstag einig. „Das hier ist kein Luxusinvestment. Es ist eine Investition für die Sicherheit und in die Zukunft der Gemeinde“, erklärte Kreispräsidentin Petra Kirner. Hinter dem Namen Mehrzweckfeuerwehrgerätehaus stecke eine richtig gute Idee, denn Sicherheit und Gemeinschaft bekämen hier ein gemeinsames Zuhause.
Auch Bundestagsabgeordneter Sebastian Schmidt (CDU) ergänzte: „Applaus alleine löscht kein Feuer. Wer eine leistungsfähige Feuerwehr will, muss die Voraussetzungen dafür schaffen.“ Man brauche eine Infrastruktur, die den Anforderungen heutiger Einsatzlagen gewachsen sei. Auf ebendiese gestiegenen Anforderungen bezog sich auch Kreisbrandmeister Michael Hasselmann in seiner Ansprache. Die Technik wachse, Einsätze würden vielfältiger, Dokumentation nehme zu. Für ihn sei dieses Gebäude dafür prädestiniert, dass Feuerwehrkräfte auch nach belastenden Einsätzen zusammenkommen können. „Jeder Cent wurde hier richtig investiert“, schloss er.
Bevor das Band durchtrennt und der Schlüssel für den Neubau übergeben werden konnte, richtete Bürgermeister Rainer Holtz den Blick noch einmal auf den Planungs- und Bauverlauf. Zwischen der ersten Idee und dem Tag der Einweihung lägen viele Jahre, was auch ein Grund für die Kostensteigerung gewesen sei. Etliche Stunden der Planung, unzählige Entscheidungen und Herausforderungen wurden mit dem Ergebnis gemeistert, dass hier ein Ort voller Leben entstanden sei. „Heute feiern wir die Menschen.“
Auch Architekt Harm Hoffmann zeigte sich erleichtert, das Gebäude nun endlich übergeben zu können. Bereits 2018 habe er auf einer Gemeindevertretung den Plan zum ersten Mal vorgestellt. Bürokratie, ein Zaunkönig, ein harter Winter und noch einmal ein Zaunkönig hätten für die Verzögerungen gesorgt. Umso mehr wünschte er für die Zukunft gute Feiern und Zusammenkünfte von allen Bürgerinnen und Bürgern.
Der Mehrzweckraum
Im Mehrzweckteil im ersten Stock zieht die kommunale Selbstverwaltung ein. Auf 200 Quadratmetern steht ein großzügiger Raum mit Kaffeeküche und modernster Präsentationstechnik für Sitzungen der Gemeindevertretung und der Ausschüsse zur Verfügung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit für alle Vereine, Verbände und Institutionen der Gemeinde, den Raum für ihre Versammlungen anzumieten. Die Sitzungen der Gemeindevertretung haben in der Vergangenheit meist in der Sporthalle oder im Sportlerheim in Merkendorf stattgefunden. Standen Themen von größerem Interesse auf der Agenda, konnte es dort zuweilen schon mal eng werden. Auch die Technik musste für die Sitzungen jedes Mal auf- und abgebaut werden. Im neuen Haus findet sich ausreichend Platz, auch für Gäste aus der Gemeinde und die Technik ist fest installiert. Zwei Sitzungen wurden bis zum Zeitpunkt der Einweihung bereits dort abgehalten mit dem Fazit, dass der neue Raum ein echter Gewinn sei, wie einige Kommunalpolitiker am Tag der Feier mitteilten.
Von Klein nach Groß Schlamin
Mit dem Neubau zog die Feuerwehr Schlamin, die für die Orte Klein Schlamin, Groß Schlamin und Bentfeld zuständig ist, nicht nur in ein neues Haus, sondern wechselte auch den Standort. Wehrführer Torben Kurth war es jedoch sehr wichtig, noch einmal seine Wertschätzung für das ehemalige Gebäude auszudrücken. Dieses sei seit der Gründung der Feuerwehr im Jahr 1878 zweimal in kompletter Eigenleistung durch die Feuerwehr selbst gebaut worden. Die Gemeinde habe im Jahr 1982 zum Neubau lediglich 3.000 Deutsche Mark für den Anschluss an die Kanalisation beigesteuert. „Heute geht das natürlich nicht mehr“, räumte Kurth ein und erklärte, dass es bei aller Wertschätzung für das alte Haus jetzt an der Zeit gewesen sei, sich zu vergrößern. (ko)







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