Marlies Henke

Feuerbestattungen gewinnen immer mehr an Bedeutung

Nach einer Feuerbestattung wird die Asche in einer Urne beigesetzt, meist auf einem Friedhof oder in einer naturnahen Anlage oder auf See.

Nach einer Feuerbestattung wird die Asche in einer Urne beigesetzt, meist auf einem Friedhof oder in einer naturnahen Anlage oder auf See.

Bild: Adobe Stock / Lev Dolgachov

Wenn ein geliebter Mensch geht, bleibt den Hinterbliebenen vor allem eines: die Erinnerung. Wie der letzte Abschied gestaltet wird, ist deshalb keine bloße Formalität, sondern eine sehr persönliche Entscheidung. Immer mehr Menschen in Deutschland wählen dabei die Feuerbestattung.

Das war nicht immer so. Noch in den 1960er-Jahren dominierte die klassische Erdbestattung das Bild auf den Friedhöfen. Heute hingegen liegt der Anteil der Feuerbestattungen bundesweit bei rund 80 Prozent. In manchen Regionen – besonders im Norden und Osten – sogar noch darüber. Gründe dafür liegen unter anderem in einer geringeren religiösen Bindung. Vergleichsweise hoch ist der Anteil der Erdbestattungen weiterhin in Nordrhein-Westfalen, wo er 2023 bei 32 Prozent lag.

Welche Form der Bestattung am Ende gewählt wird, hängt in erster Linie vom Willen des Verstorbenen ab – sofern er festgehalten wurde oder sich erahnen lässt. Für Angehörige ist das oft eine entlastende Orientierung in einer ohnehin schweren Zeit. Unterstützung bieten Bestattungsunternehmen, die nicht nur organisatorische Aufgaben übernehmen, sondern auch durch die formalen und rechtlichen Schritte begleiten.

Gerade bei der Feuerbestattung gibt es eine wichtige Besonderheit: Vor der Einäscherung ist in Deutschland eine zweite ärztliche Leichenschau gesetzlich vorgeschrieben. Diese zusätzliche Untersuchung dient der Rechtssicherheit und muss abgeschlossen sein, bevor die Kremation freigegeben werden darf.

Der eigentliche Abschied beginnt meist mit einer Trauerfeier, entweder am Sarg vor der Einäscherung oder später mit der Urne, in der die Asche beigesetzt wird. Auch hier zeigt sich die gewachsene Vielfalt: Neben klassischen Urnengräbern auf Friedhöfen, gibt es Kolumbarien, Gemeinschaftsanlagen oder naturnahe Bestattungen etwa auf See oder im Wald. Was jedoch bleibt, ist der sogenannte Friedhofszwang: Eine Urne darf in Deutschland nicht privat aufbewahrt werden.

Dass sich viele Menschen für die Feuerbestattung entscheiden, hat häufig auch praktische Gründe. Die Kosten können niedriger ausfallen als bei einer Erdbestattung, etwa weil Grabstellen kleiner sind und der Pflegeaufwand geringer ist. Für manche Angehörige bedeutet das eine zusätzliche Entlastung. Hinzu kommen ökologische Überlegungen, denn Urnengräber benötigen weniger Fläche als Sarggräber, was gerade in dicht besiedelten Regionen eine Rolle spielt. Gleichzeitig unterliegen Krematorien strengen Umweltauflagen und verfügen über moderne Filtersysteme.

Am Ende aber treten Zahlen und Vorschriften in den Hintergrund. Entscheidend bleibt, dass die gewählte Form des Abschieds zu dem Menschen passt, der gegangen ist. Und dass sie den Hinterbliebenen einen Ort und einen Rahmen gibt, in dem Erinnerung ihren Platz findet. In Schleswig-Holstein stehen dafür mehrere Einrichtungen zur Verfügung. Die Feuerbestattungen Schleswig-Holstein GmbH etwa betreibt unter anderem Krematorien in Lübeck, Kiel und Tornesch. (he/red)


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