reporter Neustadt

Tradition lebt - mit Blick in die Zukunft

Lensahn. Die Lensahner Schützengilde von 1950 feiert in diesem Jahr ihr 76. Bestehen und lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, gemeinsam diesen Tag zu begehen.

Traditioneller Höhepunkt ist der Festumzug durch Lensahn am Samstag, 4. Juli. Bevor sich der Festzug in Bewegung setzt, wird die amtierende Majestät Daniela Nagel von den Gildebrüdern, Gildeschwestern und der Kapelle Blunk feierlich an ihrer Residenz abgeholt.

Anschließend startet der Umzug um 11 Uhr auf dem Schützenplatz und führt über die Lübecker Straße, Friedrich-August-Straße, Pastor-Petersen-Straße, Langer Acker und den Wiesenweg zurück zum Schützenplatz. Während des gesamten Marsches sorgt die Kapelle Blunk für die musikalische Begleitung.

Die Lensahner Schützengilde freut sich darauf, gemeinsam mit ihren Mitgliedern, befreundeten Vereinen und zahlreichen Gästen durch den Ort zu marschieren. Die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Strecke sind eingeladen, den Festumzug zu verfolgen und die teilnehmenden Schützinnen und Schützen zu begrüßen.

Auf größere Attraktionen auf dem Schützenplatz wird in diesem Jahr verzichtet. Der 1. Ältermann der Lensahner Schützengilde, Bernd Meisburger, erläutert die Hintergründe:

„Natürlich bedauern wir es sehr, unseren Gästen in diesem Jahr kein größeres Rahmenprogramm auf dem Schützenplatz anbieten zu können. Wir haben uns jedoch ganz bewusst entschieden, unsere finanziellen und personellen Ressourcen in die Zukunft unseres Vereins zu investieren. Neben anstehenden umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen auf unserer Schießsportanlage standen vor allem die Aus- und Weiterbildung unserer Trainerinnen und Trainer sowie der Aufsichtspersonen im Mittelpunkt. Nur so können wir den heutigen gesetzlichen Anforderungen gerecht werden und einen sicheren sowie gesetzeskonformen Ablauf des Schießtrainings aufrecht erhalten. Die Betreuung von mittlerweile 20 Jugendlichen verlangt dabei ein hohes Maß an Gewissenhaftigkeit. Wir nehmen in diesem Jahr gewissermaßen Anlauf, um im nächsten Jahr umso präsenter zu sein. So viel sei bereits verraten: Unser Ziel ist es, das Gildefest im kommenden Jahr wieder an zwei Tagen auszurichten.“

Ganz auf Geselligkeit müssen die Besucherinnen und Besucher dennoch nicht verzichten. Im Anschluss an den Festumzug lädt die Schützengilde von 14 bis 18 Uhr zu einer Kaffeetafel auf den Schützenplatz ein. Darüber hinaus stehen das Wurstknobeln sowie Lichtpunktschießen auf dem Programm. Zu diesen Angeboten sind auch Gäste und Interessierte eingeladen.

Ein weiterer Höhepunkt beginnt um 18 Uhr mit dem traditionellen Königsschießen. Hier ermitteln die Gildebrüder und Gildeschwestern ihre neue Majestät. Gegen 19 Uhr wird voraussichtlich feststehen, wer die Königswürde für das kommende Jahr übernehmen wird. Auch zu diesem Teil des Festes sind Zuschauer willkommen, um das Schießen zu verfolgen und bei der Proklamation der neuen Majestät dabei zu sein.

Ein Blick in die Geschichte

Dass sich die Lensahner Schützengilde immer wieder den Veränderungen der Zeit angepasst hat, zeigt ein Blick in ihre Geschichte. Als der Verein im Jahr 1950 gegründet wurde, stand zunächst nicht das Schützenwesen im Vordergrund. Vielmehr verfolgte die Gemeinschaft das Ziel, die zahlreichen nach dem Zweiten Weltkrieg nach Lensahn gekommenen Neubürger und Siedler in das Dorfleben zu integrieren und ihnen eine gesellschaftliche Heimat zu bieten. Dieser Gedanke der Gemeinschaft und des Miteinanders prägt den Verein bis heute.

Erst später wurde die Gemeinschaft um den Schießsport erweitert. Daraus entwickelte sich die heutige Lensahner Schützengilde, die traditionelle Werte mit modernem Schießsport verbindet. Neben dem Gildeleben hat sich insbesondere die sportliche Arbeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Heute kann jeder Teil der Gemeinschaft werden - unabhängig davon, ob das Interesse den traditionellen Bräuchen oder ausschließlich dem Schießsport gilt. Wer sich sportlich engagieren möchte, ist ebenso willkommen wie diejenigen, die das gesellige Vereinsleben schätzen. Nicht selten entdecken neue Mitglieder jedoch mit der Zeit den Reiz der jahrhundertealten Gildetraditionen Schleswig-Holsteins und finden so ihren Weg in das aktive Gildeleben. (red)


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