

Die Ostsee kennt fast jeder, doch sie hält viele Überraschungen bereit. Zwischen Strandkörben, Wellen und Möwengeschrei gibt es spannende Fakten zu entdecken: über die Entstehung der Küste, besondere Fundstücke am Strand und die kleinen Besonderheiten des Meeres.
Größer, als man denkt
Die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde: eine Mischung aus Salz- und Süßwasser von über 240 Flüssen. Der Salzgehalt ist deutlich geringer als in der Nordsee.
An ihrer tiefsten Stelle geht es fast 460 Meter hinab, nämlich im Gotlandbecken vor Schweden. Im Durchschnitt ist die Ostsee allerdings mit rund 52 Metern vergleichsweise flach.
Sie erstreckt sich über rund 412.000 Quadratkilometer und verbindet neun Anrainerstaaten miteinander.
Kein „Wasser weg“ am Strand
Während die Nordsee durch Ebbe und Flut geprägt ist, bleibt die Ostsee immer zum Baden bereit. Die Gezeiten sind hier nur schwach ausgeprägt. Im Bereich Ostholstein gibt es laut Deutschem Wetterdienst einen Tidenhub von 10 bis 30 Zentimetern.
Das Gold des Nordens
Nach stürmischen Tagen stehen die Chancen besonders gut: Wenn Wind und Wellen den Meeresboden aufwirbeln, können Bernsteinsucher am Strand fündig werden. Der versteinerte Harzrest von uralten Nadelbäumen ist Millionen Jahre alt und wurde früher als „Gold des Nordens“ bezeichnet. Wer meint, Bernstein gefunden zu haben, kann die Echtheit einfach testen: Beim Klopfen gegen einen Zahn klingt Bernstein weich, der ähnlich aussehende gelbe Feuerstein dagegen deutlich härter. Auch ein Test mit starkem Salzwasser gibt Gewissheit: Echter Bernstein schwimmt an der Oberfläche.
Glücksbringer vom Strand: Hühnergötter
Sie sehen aus wie ganz normale Steine, haben aber ein Loch in der Mitte: Hühnergötter nennt man diese besonderen Feuersteine an der Ostseeküste. Der Name stammt aus dem Volksglauben: Früher hängten Menschen die Steine in Ställe, um ihr Geflügel vor Krankheiten und bösen Geistern zu schützen. Heute gelten sie vor allem als kleiner Glücksbringer. Der Legende nach geht ein Wunsch in Erfüllung, wenn man durch das Loch eines Hühnergottes schaut und sich dabei etwas wünscht.
Die Ostsee ist ein junges Meer
Geologisch gesehen ist die Ostsee noch ein echtes „Kind“: Erst nach der letzten Eiszeit vor etwa 12.000 Jahren entstand das heutige Meer. Die Küstenlandschaft wurde dabei stark durch Gletscher geprägt. Deshalb finden sich hier auch viele Findlinge und besondere Gesteine.
Woher kommen die Findlinge?
Die großen Steine am Strand wurden während der Eiszeit von Gletschern aus Skandinavien bis an die Ostseeküste transportiert. Manche dieser Felsbrocken sind mehrere Milliarden Jahre alt und haben eine lange Reise hinter sich.
Die Ostsee ist ein Zuhause für viele Tiere
Seehunde, Schweinswale, zahlreiche Vogelarten und viele Fische leben in und an der Ostsee. Besonders der Schweinswal gilt als einzige dauerhaft in deutschen Gewässern vorkommende Walart. (red/he)