Simon Krüger

Rentenlücke: Warum die private Altersvorsorge immer wichtiger wird

Bild: @ pixabay.com

Wer im Alter seinen Lebensstandard halten will, sollte nicht nur auf die gesetzliche Rente setzen. Es gibt zahlreiche private Vorsorgemöglichkeiten, um die Rentenlücke zu schließen. Dieser Überblick zeigt, welche Anlagen von Experten empfohlen werden.


Nur eine Minderheit rechnet mit angemessenem Lebensstandard im Alter


Viele Deutsche fühlen sich finanziell nicht gut auf den Ruhestand vorbereitet. Das zeigt eine Studie des Vermögensverwalters BlackRock aus dem Sommer 2025, in der mehr als 2.000 Erwerbstätige in Deutschland nach ihrer Altersvorsorge-Situation befragt wurden. Nur ein Drittel der Befragten glaubt, im Ruhestand einen angemessenen Lebensstandard halten zu können. Besonders sorgen sich Personen, die kurz vor dem Renteneintritt stehen, sowie viele Frauen.


Und diese Sorgen sind angesichts des derzeitigen Rentensystems nach Ansicht vieler Experten und Expertinnen berechtigt. Denn aufgrund des demografischen Wandels gibt es künftig pro Rentner immer weniger Erwerbstätige, die für die Rente dieses Ruheständlers aufkommen. Zudem steigt die Lebenserwartung weiter an und damit auch die Zeit, die Menschen in der Rente verbringen. Die private Altersvorsorge wird daher immer wichtiger, um sich fürs Alter ein finanzielles Polster anzusparen.


Mit ETF-Sparplänen privat vorsorgen


Eine immer beliebter werdende Option ist die private Altersvorsorge mit ETF-Sparplänen. Fast die Hälfte der Befragten bei der BlackRock-Studie erwägt, in den nächsten zwei bis drei Jahren einen ETF-Sparplan zu eröffnen, in ETFs zu investieren oder Altersvorsorgeprodukte mit integriertem ETF-Sparplan abzuschließen.


Solche Exchange Traded Funds (ETFs) bilden die Wertentwicklung eines Aktienindex wie etwa den MSCI World ab. Damit investieren Anleger und Anlegerinnen nicht in einzelne Aktien oder spezialisierte Fonds, sondern in eine ganze Reihe von börsennotierten Unternehmen – auf diese Weise ist das investierte Geld optimal gestreut, was Risiken an der Börse reduziert. Im ETF MSCI World zum Beispiel befinden sich rund 1.500 Unternehmen.


Auch die Verbraucherzentralen empfehlen für die meisten Menschen zur Altersvorsorge einen ETF-Sparplan, mit dem ein Weltindex bespart wird.


Mit Immobilien das Alterseinkommen ausbauen


Eine eigene Immobilie kann ein weiteres sinnvolles Standbein für die Altersvorsorge sein, da sie mietfreies Wohnen im Ruhestand ermöglicht oder Mieteinnahmen generiert. Dafür sollte die Baufinanzierung beim Renteneintritt allerdings vollständig getilgt sein. Zusätzliches Kapital ist aber dennoch vonnöten, um Nebenkosten, Instandhaltungskosten und gegebenenfalls notwendige Umbauten zu finanzieren.


Auch für die Experten der tecis Finanzdienstleistungen AG ist eine Immobilie eine gute Anlagemöglichkeit, die langfristig Rendite bringen kann. Denn neben Mieteinnahmen könnten Anleger und Anlegerinnen von Wertsteigerungen und steuerlichen Ersparnissen profitieren.


Allerdings gebe es beim Immobilienerwerb einiges zu beachten: So sei es laut der Finanzfachleute von tecis wichtig, über ein stabiles Einkommen, ausreichende Rücklagen und die Bereitschaft zur langfristigen Investition zu verfügen. Zudem sollten sich Interessenten über den notwendigen Aufwand für die Pflege und Verwaltung der Immobilie im Klaren sein.


Weitere Möglichkeiten der Altersvorsorge


Weitere Möglichkeiten der Altersvorsorge sind die staatlich geförderten Vorsorgeprodukte wie die Rürup- beziehungsweise Riester-Rente sowie die betriebliche Altersvorsorge. Diese Produkte sind laut den Verbraucherzentralen jedoch wenig flexibel und kämen daher nicht für alle Sparerinnen und Sparer in Betracht. Eine Kapitallebensversicherung sowie eine private Rentenversicherung seien aufgrund hoher Kosten und mangelnder Flexibilität in der Regel nicht empfehlenswert.


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