Marco Gruemmer

Die Zweiräder sind zurück - Rücksicht ist Pflicht

Autofahrende sollten sich auch ihre eigene Eingewöhnungsphase bewusst machen: Seit Ende Oktober waren sie überwiegend unter sich – nun müssen sie sich wieder daran gewöhnen, die Straße mit Zweirädern zu teilen. (Foto: Presse/ACE Auto Club Europa)

Autofahrende sollten sich auch ihre eigene Eingewöhnungsphase bewusst machen: Seit Ende Oktober waren sie überwiegend unter sich – nun müssen sie sich wieder daran gewöhnen, die Straße mit Zweirädern zu teilen. (Foto: Presse/ACE Auto Club Europa)

Bild: (Foto: Markus Bachmann - Presse/ACE Auto Club Europa)

Am 20. März war kalendarischer Frühlingsanfang – viele Verkehrsteilnehmende satteln nun auf Zweiräder um. Fahrräder, Motorräder, E-Scooter und Co. sind wieder häufiger Teil des Straßenverkehrs. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte daher aktuell besonders vorausschauend und rücksichtsvoll fahren. Der Beginn der Zweiradsaison ist unfallträchtig, warnt der ACE, Europas Mobilitätsbegleiter, und erläutert, wie Autofahrende sich im Umgang mit Zweirädern verhalten sollten.

Bei Sichtkontakt: Zweiräder weder über- noch unterschätzen

Wer aktuell mit Fahrrad, Motorrad oder E-Scooter unterwegs ist, ist es möglicherweise zum ersten Mal in diesem Jahr. Autofahrende müssen damit rechnen, dass zum Saisonbeginn noch keine Fahrroutine besteht – Verkehrsteilnehmende fahren nach dem Umstieg auf ein Zweirad vielleicht unsicher, besonders langsam oder riskant. Gleichzeitig sollten Autofahrende sich auch ihre eigene Eingewöhnungsphase bewusst machen:Seit Ende Oktober waren sie überwiegend unter sich – nun müssen sie sich wieder daran gewöhnen, die Straße mit Zweirädern zu teilen. Wie schnell Motorräder sein können und wie vergleichsweise langsam E-Scooter sind, wird erst durchBegegnungen mit den verschiedenen Gefährten neu verinnerlicht.Dies betrifft auchFahrräder und Pedelecs, die sich nur auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden: Während Fahrräder rein durch Muskelkraft betrieben werden, können konventionelle Pedelecs durch ihre elektrische Unterstützung auch bergauf eine Geschwindigkeit von bis zu 25 km/h erreichen. S-Pedelecs, die keine Radwege nutzen dürfen, sondern auf der Straße fahren müssen, haben sogar eine Motorunterstützung bis 45 km/h. Werden Geschwindigkeiten im Straßenverkehr falsch eingeschätzt, besteht Unfallgefahr. Das Fahrverhalten der verschiedenen Fahrzeuge muss deshalb gut im Auge behalten werden. Eine vorausschauende, defensive Fahrweise ist angebracht.

Beim Überholen: Sicherheitsabstand einhalten

Die Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmenden realistisch einschätzen zu können, ist Voraussetzung, um sie sicher zu überholen. Zudem ist es notwendig, den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand zu kennen: Wer mit einem Auto an einspurigen Fahrzeugen wie Fahrrädern, Motorrädern und E-Scootern vorbeifährt, muss innerorts einen seitlichen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern einhalten. Außerorts sind zwei Meter Abstand Pflicht. Wichtig: Diese Vorgaben gelten nur bei guten Fahrbahn- und Witterungsverhältnissen und sind daher als Mindestangabe zu verstehen. Ist es glatt, windig oder geht es bergauf, geraten beispielsweise Radfahrende schnell ins Wanken. Ebenso ist zum Beispiel beim Überholen von Kindern besondere Vorsicht geboten. Autofahrende müssen sich dessen bewusst sein. Es gilt, den Abstand bei Bedarf zu vergrößern, sodass es gefahrlos möglich ist, vorbeizufahren. Kann der notwendige Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden, besteht ein Überholverbot.

Beim Parken: Dooring-Gefahr bedenken

Autos sind nach wie vor die größte Gefahr für Radfahrende – sogar, wenn sie parken: Geht plötzlich die Tür eines parkenden Fahrzeugs auf, bleibt im schlimmsten Fall keine Zeit für ein Brems- oder Ausweichmanöver. Dann prallt der oder die Radfahrende mit vollem Tempo gegen die Innenseite der Tür. Bei einem sogenannten „Dooring-Unfall“ ist mit erheblichen Verletzungen zu rechnen. Radfahrende selbst können einen Dooring-Unfall je nach Verkehrssituation nur schwer verhindern: Viele Radwege führen direkt an parkenden Autos vorbei. Einige moderne Autos verfügen zwar über Assistenzsysteme, welche die Insassen warnen oder die Tür für diesen Moment blockieren, wenn sich ein Fahrzeug nähert – verlassen sollte man sich auf die Funktion aber nicht. Auch ein Bewusstsein der Autofahrenden für den Radverkehr ist gefragt: Beim Aussteigen sollten sie grundsätzlich immer zuerst in den Seitenspiegel und dann über die Schulter schauen, bevor sie die Tür öffnen. Der sogenannte „Holländische Griff“ ist zu empfehlen: Dabei wird die Fahrertür mit der rechten Hand geöffnet, der Oberkörper dreht so nach links und der Blick geht ganz automatisch nach hinten. Beifahrerinnen und Beifahrer öffnen ihre Tür entsprechend mit der linken Hand. (ACE)


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