Reporter Eutin

„Absolute Glücksfälle für die Landesbibliothek“

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Eutin (ed). Bräuchte die Eutiner Landesbibliothek Werbeträger für ihr Stipendium, das sie halbjährlich vergibt, könnte sie keine besseren finden als Ilona Filipenkovaité und Dr. Waclaw Pagórski – die StipendiatInnen Nummer 2 und 3 der Eutiner Landesbibliothek sind voll des Lobes ob der Möglichkeiten, Unterstützung und Perspektiven, die sie hier erhalten haben und noch erhalten.
Während die Wissenschaftlerin aus Vilnius in Litauen über die kurische Nehrung forscht und bis Februar dieses Jahres in Eutin gearbeitet hat, beschäftigt sich der junge Doktorand aus Poznan in Polen mit dem Polenbild in der deutschen Reiseliteratur des 17. Jahrhunderts und lebt noch bis Ende August mit seiner Frau und dem zweijährigen Söhnchen in der Stipendiatenwohnung im Vogthaus. Beide erzählen begeistert, sie hätten in der Eutiner Landesbibliothek so viel Material zu ihren Themen gefunden, dass es für eine lange Zeit des Forschens weit über die Fertigstellung ihrer Doktorarbeit hinaus reiche. Für diese ist aber auch das Werkstattgespräch, ein Vortrag mit Diskussion, obligatorisch – beide absolvieren es in Eutin, Ilona Filipenkovaité vor einer Woche und Dr. Waclaw Pagórski heute. Und trotz Corona konnten beide Eutin erleben und schwärmen von Kultur, Natur und den Menschen. Mit offenen Armen und großer Hilfsbereitschaft seien sie hier aufgenommen worden – vor allem in der Landesbibliothek, aber auch darüber hinaus. „Auf mich wurde hier gewartet“, strahlt Ilona Filipenkovaité staunend, „das war ein wirklich gutes Gefühl.“
Bessere Bedingungen für ihre Arbeit hätte es nicht geben können, sind die beiden, die ihre Doktorarbeiten auf Deutsch verfassen, sich einig: „Diese Bibliothek ist eine von vieren in ganz Europa mit Reiseliteratur, Axel Walter ist Fachmann für mein Spezialgebiet, alle Bücher, die ich brauchte, gab es oder sie wurden gekauft“, so Ilona Filipenkovaité, „und ich habe so viel Unterstützung vom Team der Landesbibliothek bekommen, wissenschaftlich, aber auch menschlich.“ Sie habe das Gefühl, mit ihrer Arbeit etwas für die deutsche Sprache in Litauen, aber auch für die Wissenschaft in Deutschland tun zu können – schließlich seien die historischen Reiseberichte zur kurischen Nehrung kaum erforscht, Kultur und Sprache dieser besonderen Gegend zwischen Wasser, Sand und Wind, Deutschland und Litauen, ein Rätsel. Sie sehe sich, sagt sie, als Botschafterin in beide Richtungen und wolle am liebsten an Universitäten in Deutschland und Litauen arbeiten.
„Fahren Sie lieber nach Eutin“, habe man ihm gesagt, als er sich auf den Weg machte, für seine Doktorarbeit zu forschen, erzählt Dr. Waclaw Pagórski, so sei er schon 2019 für eine Woche hier gewesen, um zu recherchieren. „Und die Bestände für Reisekultur sind groß und bedeutend.“ Für das Stipendium sei er ein echter Wunschkandidat gewesen, erzählt Prof. Axel E. Walter, Leiter der Forschungsstelle zur historischen Reisekultur und fachlicher Betreuer der Stipendiaten – dem jungen Wissenschaftler ging es ebenso und er wurde nicht enttäuscht: Er habe enorme Unterstützung bekommen, die für junge Forscher so wichtig sei, „und es ist nicht selbstverständlich, dass die Leiter der Bibliothek und der Forschungsstelle sich so viel Zeit für einen Stipendiaten nehmen, hier bekommt man eine riesige Unterstützung, nicht nur fachlich, und das war besonders schön für meine Familie.“ Er konnte während seiner Zeit in Eutin nicht nur seine Dissertation abschließend, umfangreich Material sammeln und in Ruhe arbeiten, er hat auch einen renommierten deutschen Verlag für seine Doktorarbeit gefunden, eine Voraussetzung in Polen dafür, dass sie anerkannt wird – und Dr. Waclaw Pagorski trägt zu zwei Eutiner Sammelbänden bei.
So reichen die Stipendiumsgeber das Lob ihrer StipendiatInnen sehr gern zurück: „Für uns sind diese beiden wirklich Glücksfälle“, freut sich Dr. Frank Baudach, der Leiter der Eutiner Landesbibliothek, „sie sind fachlich wie menschlich absolut herausragend. Und wir legen Wert darauf, dass es nicht nur fachlich sondern auch menschlich passt“, erklärt er, denn das Team der Landesbibliothek ist klein und die StipendiatInnen sind ein halbes Jahr quasi Teil davon. „Es geht nicht nur um Arbeit sondern auch um Begegnung.“ Über den Erfolg des Stipendiums freut sich auch Jörg Schumacher, Geschäftsführer der Stiftungen der Sparkasse Holstein, die das Stipendium maßgeblich unterstützen: „Für uns ist es ein gutes Gefühl, mit unseren Mitteln solche Impulse setzen zu können. Und wir können uns vorstellen, diese Unterstützung noch viel weiter zu entwickeln.“
Die Möglichkeit, dieses Stipendium halbjährlich zu vergeben, sei eine echte Aufwertung für die Landesbibliothek, so Baudach und Walter – und man habe trotz der Corona-Einschränkungen durchweg hochwertige Kandidatinnen gewinnen können – zum Einen, weil die Landesbibliothek über eine solche thematische Vielfalt verfügt, dass die MitarbeiterInnen sie unmöglich alleine aufarbeiten können und sich über die Unterstützung der Stipendiaten freuen. Zum Anderen weil sie weitere Multiplikatoren für das internationale Netzwerk sind, das die Landesbibliothek dabei ist aufzubauen. Einen Kreis von Alumni wünscht sich Prof. Axel E. Walter, die dabei helfen, den Ruf der kleinen, aber hervorragend aufgestellten Eutiner Landesbibliothek zu verbreiten. „Als eine Atmosphäre, in der man besonders inspiriert arbeiten kann.“ Und dafür könnte es kaum bessere KandidatInnen geben als Ilona Filipenkovatité und Dr. Waclaw Pagórski.


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