Reporter Eutin

Der Natur auf der Spur

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Süsel/Eutin (ed). Eine total spannende und abwechslungsreiche erste Herbstferienwoche haben die Kinder der OGS Süsel hinter sich – unter dem Motto Umweltschutz und Nachhaltigkeit waren sie im Kreis unterwegs, bei ErNa den Wildtieren auf der Spur, haben in Malente selber das tollste Spielzeug gebaut, auf dem Frohberghof erlebt, woher so ein Frühstücksei eigentlich kommt und wie weich das Fell eines Esels ist – und sich selbst ein Mülltrennungssystem für ihre OGS ausgedacht.

Das OGS-Team des Kinderschutzbundes Ostholstein, der Träger der Süseler OGS ist, um die Leiterin Cathrin Taxacher hatte sich für seine Kinder ein gleich doppelt nachhaltiges Programm ausgedacht. Nachhaltig im Sinne von Umwelt- und Naturschutz zum Einen, aber nachhaltig auch in Sachen toller Erlebnisse, die im Gedächtnis bleiben, zum Zweiten. „Es ist immer ein Unterschied, ob man etwas nur hört“, so Cathrin Taxacher, „oder es erlebt und sogar selber macht.“

Also ging es als Allererstes ans Selbermachen – denn bisher hatte die OGS kein Mülltrennungssystem für die Kinder, alles kam in eine Tonne und wurde, ob Papier, Essensreste oder Verpackung, als Restmüll entsorgt. Weil sie finden, dass das gar nicht geht, haben sich die Kinder ein tipptop System ausgedacht, mit dem wirklich jeder Müll trennen kann, und für jeden Wertstoff einen Mülleimer gebastelt samt Plakat, das erklärt, welcher Müll hier reingehört, um ihn zu recyclen oder zu entsorgen. „Außerdem haben wir uns zusammen überlegt, wie wir Strom und Ressourcen sparen können“, erzählt Cathrin Taxacher, „und die Kinder haben beschlossen, beim Papier anzufangen: Ab sofort kaufen wir nur noch zweilagiges Toilettenpapier.“
Am zweiten Ferientag dann ging es auf den Frohberghof, um mal zu sehen, wie das Bauernhofleben so ist, wo die Frühstückseier wirklich herkommen, wie sich ein Huhn anfühlt oder was ein Meerschwein gern futtert, nämlich Karotten. Auch dass so eine Eselskoppel abgeäppelt werden muss, damit die Esel sich wohlfühlen, hat Nicole Frohberg den Kindern erklärt – und dann sind alle mit Schubkarre und Schaufel losgezogen, um es den Eseln wieder gemütlich zu machen. Richtig spannend fanden die Kinder auch, wieviele Eier die Frohberg-Hühner legen – jeden Tag 800 Stück. „So viele“, staunten die Kinder. „Und die sind ganz warm, wenn das Huhn sie legt.“

Richtig spannend wurde es dann bei Dr. Werner Sach von ErNa – der hatte für die Kinder eine ganze Menge Tierpräparate in der Natur rund um das ErNa-Haus versteckt und die passenden Spuren dazu. „Und wenn wir eins gefunden haben“, erzählt Alexander, „haben wir ganz viel drüber gelernt: Was es frißt, wie es lebt, woran man es er kennt und wo es wohnt.“ Eichhörnchen und Mäuse zum Beispiel hinterlassen Nagespuren an Nüssen, Dachse eher die Spuren ihrer großen Pfoten und Eulen ihr Gewölle. „Es geht darum, die Augen der Kinder zu schärfen für das, was in der Natur lebt“, so Dr. Werner Sach, „und das geht sehr schnell – denn sie haben schnell Erfolgserlebnisse, weil sie viel entdecken, wenn man sie darauf aufmerksam macht. Sie lernen, die Umgebung wahrzunehmen.“ Erschreckend sei die zunehmende Unkenntnis auch bei den Erwachsenen, „da kommt bei einem Habicht alles von Falke bis Storch“, bedauert Dr. Werner Sach, „wenn man das ändern will, muss man bei den Kindern Interesse wecken, erklären, was die Bedürfnisse dessen sind, was sie schützen sollen. Und wenn man das mit guten Erlebnissen verknüpft, bleibt das ein Leben lang hängen.“ Deswegen dürfen die Kinder sich dann ihre ganz persönliche Tierspur in Ton drücken und mit nach Hause nehmen. Bei Alexander hat das mit dem Interesse wecken sofort geklappt – „die Vögel haben alle unterschiedliche Schnäbel“, berichtet er, „je nachdem, was sie fressen. Und manche fliegen in den Süden wie die Singdrossel, andere nicht. Und der Eichelhäher ist der Polizist des Waldes, er warnt alle anderen, wenn Gefahr droht.“

Wie praktisch also, dass die Kinder in der OGS eine Riesenmenge Vogelfutter selber gemacht haben, denn zum Umweltschutz gehört natürlich auch, dafür zu sorgen, dass die Vögel, die rund um die Süseler OGS leben, im Winter garantiert nicht hungrig bleiben. So geht es Kohlmeise, Spatz und Co richtig gut.
Am letzten Ferientag dann ging die Reise noch ins Malenter Naturcamp – hier durften die Süseler Kinder dann noch aus Holz tolles Spielzeug selber schnitzen und bauen. „Damit können wir dann in der OGS spielen“, schmunzelt Cathrin Taxacher, „und das ist doch toll, Spielzeug zu haben, das die Kinder selbst gemacht haben.“ Nachhaltigkeit der allerbesten Sorte, die auch noch Spaß macht – eine tolle und in jeder Hinsicht nachhaltige erste Ferienwoche! Da sind sich Lana, Lina, Fabian, Alexander und ihre FreundInnen einig – „wir haben jeden Tag was erlebt und gelernt, das ist cool“, sagt Alexander.


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