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„Die Kinder spielen, die Mamas quatschen”

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Foto: E. Dörrhöfer

Schönwalde (ed). Dicke Krabbeldecken auf dem Boden, über die fünf muntere Kleinkinder toben, ein kleines Bällebad, ganz viel Spielzeug und gut gelaunte Mamas, die ganz entspannt ihren Kaffee trinken und sich freuen, dass ihre Lütten spielen, erste Kontakte knüpfen, staunen, dass es noch mehr Leute in ihrer Größe gibt und daran sichtlich Spaß haben. Die kleine, bunte Party hier heißt Elterntreff und wird immer mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr im Schönwalder Gemeindehaus von Süntje Schwarten, einer der Koordinatorinnen des Eutiner Familienzentrums organisiert und begleitet. Grade sind es nur Mütter, die sich hier treffen, willkommen sind aber auch Väter oder Großeltern, die mit ihren Enkeln herkommen wollen. Denn der Elterntreff ist eigentlich ein Kindertreff – für Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren und ein Eltern- oder auch Großelternteil. Nach einem Begrüßungslied, das die Kinder schon kennen und sich freuen, sogar schon ein bisschen mitmachen, wird gespielt – und vor allem „interagiert“, denn für die meisten der Lütten ist es die erste Begegnung mit anderen Kindern. Zum ersten Mal erleben sie sich und andere in einer Gruppe. Sie begucken sich erstmal und fangen dann an, Kontakte zu knüpfen, vorsichtig oder auch nachdrücklich, je nach Persönlichkeit. Während die einen lieber von Mamas Schoß aus gucken, was da passiert, sind die anderen gleich mitten im Geschehen. Dabei lernt jedes Kind ganz viel – über sich, aber auch über andere und von anderen. „Friedrich ist der Kleinste hier“, sagt Friedrichs Mama Katharina, „und es ist toll, dass er sich hier so viel abgucken kann.“ Anfangs sehr zurückhaltend krabbelt er jetzt schon mal auf der Decke rum und guckt, was die anderen so machen. Bücher lesen, Bälle werfen, Spiele spielen oder Quatsch machen, vor allem aber Spaß haben.

 


Wenn die Kinder spielen, können die Mamas quatschen, die Lütten hat ja ohnehin jede von ihnen im Auge. „Dann ist auch Zeit, über die alltäglichen Probleme und Sorgen zu reden“, sagt Süntje Schwarten, „sich auszutauschen und sich gegenseitig Tipps zu geben.“
Für die Mamas ist der Elterntreff gerade nach den vergangenen Monaten, während der kaum Krabbelgruppen oder ähnliches stattfinden konnten, eine tolle Möglichkeit, ihren Kindern ein Stückchen Welt zu zeigen. „Man verbringt mit einem sehr kleinen Kind ohnehin viel Zeit zuhause“, sagt Rubys Mama Nadine, „da ist es schön, mal rauszukommen und was anderes zu erleben.“ Und Leute zu treffen, die man schon in der Grundschule kannte und dann aus den Augen verloren hat – so wie Katharina und Nadine. „Und vielleicht“, lachen die beiden, „gehen ja unsere Kinder auch zusammen in die Grundschule.“ Arthurs Mama Jessica ist neu nach Schönwalde gezogen und findet den Elterntreff super – „Arthur und ich können Kontakte knüpfen“, sagt sie, „und es ist toll, Leute zu kennen.“ Leute, die ebenfalls kleine Kinder und einen ähnlichen Alltag haben, die verstehen, wenn man müde ist, weil der Kleine nicht schlafen wollte, die einen Tipp in Sachen Kinderarzt haben oder mit denen sie sich über Zähne, Ernährung oder den KiTa-Platz austauschen oder einfach mal ein bisschen quatschen kann. Nach der langen Zeit, die man in Familie verbracht hat, ist das toll für die Mamas, aber auch für die Kinder.

 


Für die Lütten, die alle in den vergangenen zwei Jahren geboren wurden, ist es meist der erste Kontakt zu Gleichaltrigen, aber auch zu fremden Erwachsenen – und so der erste Schritt Richtung Krippe oder KiTa, sich mal über die Decke zu einer anderen Mama trauen oder zu Süntje Schwarten, die mit viel Ruhe und ganz entspannt auf die Kinder zugeht, immer ein Schrittchen weiter, ohne sie zu bedrängen, und sie so daran gewöhnt, dass es in ihrer Welt bald mehr Erwachsene gibt, denen sie vertrauen dürfen. „Es ist toll, die Kinder so begleiten zu dürfen“, strahlt die Koordinatorin des Familienzentrums, „am Anfang können sie kaum krabbeln, jetzt laufen sie hier schon rum, das macht einen Riesenspaß.“ Und natürlich ist sie auch für die Mamas da, weiß in vielen Dingen Rat oder kennt ganz sicher jemanden, der Rat weiß und helfen kann. Wer immer mittwochs dazu kommt, trifft eine gut gelaunte, aufgeschlossene und freundliche Gruppe, in der man sich sofort wohl und willkommen fühlen darf.
Elterntreffs gibt es auch in Eutin und Malente und auch hier sind Eltern mit ihren Kleinkindern bis zwei Jahre herzlich willkommen – in Malente immer freitags von 10 bis 11.30 Uhr im AWO Bürgerhaus (im Sommer an der Badestelle am Kellersee) mit Jeanette Wuske und in Eutin immer dienstags von 10 bis 11.30 Uhr mit Susanne Voß im Familienzentrum in der ALMA 28. Informationen gibt gern das Familienzentrum unter 04521-8309088.


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