Reporter Eutin

Ein Tag in der Welt der Klänge

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Malente (ed). Für die Schulkinder des Malenter Kindergartens Pusteblume wird das ein ganz besonderer Tag – voller Klänge, selbst gemacht, zugehört und mit allen Sinnen erlebt. Denn zu Gast sind Musikpädagoge Reinhard Conen und seine Kollegin Zoe mit dem musiculum Mobil. Einem ganzen Auto voller Musikinstrumente, tollen Geschichten und Ideen, wie die Kinder die Instrumente nicht nur ausprobieren, sondern deren Klänge auch erleben können.
Enno und Jonas dürfen als Allererste, noch bevor es richtig losgeht, zwei Geigen ausprobieren, natürlich in ihrer Größe, damit der Arm auch lang genug ist, um die Geige unters Kinn zu klemmen und festzuhalten und dann noch mit dem Bogen über die Saiten zu streichen. „Du musst den Bogen am Frosch halten“, erklärt Zoe Jonas. „Frosch?“ fragt er erstaunt. Frosch ist der kleine Knubbel, an dem man den Bogen fasst. „Ach so“, sagt Jonas erleichtert, ein Frosch an einer Geige, sowas… Enno und Jonas machen zuhause schon mit ihren Trommeln Musik, aber so eine Geige ist doch was Besonderes, und dass man da auch noch so schnell Töne rauslocken kann: „Das ist voll cool“, strahlt Enno, und auch Jonas hat sichtlich Spaß daran, mit dem Bogen zu probieren, wo welcher Ton rauskommt.
Dann kommen ihre Schulkinder-Kollegen und Reinhard Conen legt los – natürlich mit einer Geschichte, die erzählt, wie vor langer, langer Zeit die Großeltern der Instrumente entstanden sind, wie wir sie heute kennen. Der Musikpädagoge bindet die Kinder in die Geschichte mit ein, bringt sie spielerisch dazu, Töne zu singen, zu hören, zu erkennen und zu produzieren. Und die Kinder sind ihm fast immer einen kleinen Schritt voraus – Maurice weiß genau, wie man den Flitzebogen zum Singen bringt, Nathalie funktioniert die Schalen zu Trommeln um und Jason entlockt dem Rinderhorn Töne. So lernen die Kinder, wie Blech- und Holzblas- oder auch Saiteninstrumente entstanden sind – und auch gleich, dass es ganz schön komische Instrumente gibt. Instrumente, die klingen wie ein Wildschwein, eine Ente, eine Eule oder ein Elefant. Aber auch ein Saxonett hat Reinhard Conen mitgebracht – und eine Panflöte, der Luke ganz cool die tollsten Töne entlockt, während Jason den Elefantenblues auf der Trompete spielt. Und dann gibt es die Instrumente, die man auch fühlen kann – wie die Stimmgabel oder die Klangwiege, in die man sich sogar reinlegen kann. Außerdem Klangschale, eine Kalimba, eine Meerestrommel, eine Rav, eine Posaune und noch so viele andere Instrumente, und alle dürfen ausprobiert werden – sogar die große Posaune, die Henri sich gleich schnappt und ordentlich Töne rausposaunt. Mohammed strahlt übers ganze Gesicht, als sein Kontrabass beeindruckend tiefe Töne macht – und Luke weiß sofort, wo er bei der orientalisch aussehenden Rav draufklöppeln muss, um ihr die schönsten Töne zu entlocken. Rand und Nathalie finden Ukulele und Gitarre total super – und Maurice findet das kalebassenartige kleine Blasinstrument am lustigsten, das so knarzige Töne von sich gibt, wenn man reinpustet.
„Kinder finden Musik immer toll“, sagt Annette Bluhm, die stellvertretende Kindergartenleiterin, „aber hier können die Kinder die Musik nicht nur hören sondern selber machen, sie mit allen Sinnen erfahren, Schwingungen fühlen, Töne erleben, das ist einfach toll.“ Reinhard Conen führt die Kinder mit viel Spaß an der Musik, vor allem aber mit Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl an die Instrumente heran und eröffnet ihnen so einen zauberhaften Blick in die Welt der Klänge. Und die Lütten genießen das Gefühl der Töne in der Klangschale oder das Surren der Stimmgabel auf ihrem Kopf oder das Beben der Klänge am ganzen Körper, wenn sie in der Klangwiege liegen, ebenso wie das „Selbermachen“ der Töne mit der riesigen Vielfalt der Instrumente, die das musiculumMobil an Bord hat. Musikunterricht mit allen Sinnen und noch mehr Spaß – ein Erlebnis, an das die Kinder sich ganz sicher noch lange erinnern, an das Gefühl der Klänge. Und das Lust macht auf mehr Musik, aufs Musizieren und Musik-Erleben.
Finanziert wird der Kindergartenbesuch des musiculumMobils durch den Verband der Sparkassen, vor Ort natürlich durch die Sparkasse Holstein. Deren Malenter Filialleiterin Sina Lehmbeck ist begeistert, wie das musiculum Mobil die Kinder fasziniert und Musik erleben lässt: „Unser Nachwuchs ist uns besonders wichtig, deswegen fördern wir ihn auch besonders gern, aber dieses Projekt ist einfach toll. Es ist schön zu sehen, dass wir es ermöglichen können, dass die Kleinen Musik so erfahren können“, strahlt sie und freut sich, dass die Pusteblume das musiculumMobil auch gleich fürs nächste Jahr „gebucht“ hat.


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