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Für eine märchenhaft schöne Adventszeit

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Endlich: Der Countdown fürs Weihnachtsmärchen läuft und die Eutiner Mischpoke steckt voller Spiellust.

Endlich: Der Countdown fürs Weihnachtsmärchen läuft und die Eutiner Mischpoke steckt voller Spiellust.

Foto: A. Jabs

Eutin (aj). Der erste Advent ist nah, in Eutin tanzen Lichtwesen, da darf man die Dinge ruhig beim Namen nennen, voller Emotion und ganz ohne Angst davor, zu dick aufzutragen. Deshalb: Es ist Magie! Eben noch ist das Torhaus am Alten Bauhof eine leere, winterkalte Location. Und dann zieht diese Truppe ein und alles verwandelt sich: Wärme, Licht, Lachen und Bangen und Abenteuer liegen in der Luft. Und die Arbeit, den Fleiß und das Ringen dafür, dass alles gelingt, ist nicht zu spüren für das Publikum. Das nämlich verliert sich im Weihnachtsmärchen, träumt zur Musik vom Thomas Goralczyk, bewundert die schwelgerischen Kostüme von Angelika Wallbrecht und Dörte Holst und vergisst, dass die, die dort auf der Bühne stehen, auch ein Alltagsgesicht haben. So soll es sein, so ist es alle Jahre, wenn die Eutiner Mischpoke ihr Weihnachtsmärchen auf die Bühne bringt. Und dass man sich in diesem Jahr so besonders darauf freut, mag daran liegen, dass man sie so lange entbehren musste.

 


Vor den Applaus, daran ändert auch begeistertes Schwärmen nichts, hat der Theatergott die Arbeit gesetzt. Und inmitten des großen Ganzen und der kleinsten Geste auf der Bühne den Überblick zu behalten, das ist in diesem Jahr die Aufgabe von Uwe Wallbrecht. Alexander Grau, der sonst Regie führt, pausiert und so las sich Uwe Wallbrecht, der seit eh und je zum Ensemble gehört und vor Corona auch die Kindergruppe geleitet hat, durch eine Auswahl an Stücken: „Ich wollte ein echtes Märchen spielen und das habe ich mit dem ‚Drachenei‘ gefunden“, erzählt er. Insgesamt dreizehn Rollen galt es zu besetzen und man darf sich neue Gesichter ebenso freuen wie auf die alten Häsinnen und Hasen, die allesamt mit frischer Begeisterung aufspielen. Kinder sitzen in diesem Jahr nicht nur im Saal, drei stehen auch auf der Bühne. Lotta ist zwar kein Kind mehr, aber mit ihren 16 Jahren gehört sie noch zum Theaternachwuchs: „Der Zauberer von Oz“ war das erste Stück, das sie gesehen hat, seitdem ist sie immer dabei und spielt nun selbst mit. Uwe Wallbrecht kennt sie von der Kindertruppe, ein strenger Regisseur ist er nicht. Aber ein genauer: „Er macht das sehr professionell“, sagt Bettina Frost und dieses Lob will etwas heißen, denn auch sie ist seit vielen Jahren dabei. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Mischpoke ans Werk geht, hat auch Bennet Krabbenhöft beeindruckt.

 

Der 25jährige Heilerziehungspfleger spielt seit der Kindheit Theater, ist in Eutin aber zum ersten Mal zu sehen und konnte gleich eine Hauptrolle übernehmen. An seiner Seite gibt Sara Milic ihr Mischpoke-Debüt. Die 21jährige Studentin hat an der Voss-Schule Theaterluft geschnuppert und ist über den Kontakt zu Ensemblemitglied Jasper Stöckel zu den Eutiner Theaterleuten gestoßen: „Mich hat begeistert, wie offen ich hier aufgenommen wurde, als Mensch, der sich frei entfalten darf“, erzählt sie. Egal, wie anstrengend der Tag war und wie fordernd die Probe wird: „Ich freue mich einfach jedesmal und denke: Schön, jetzt geht es zur Mischpoke!“, sagt die junge Frau. An diesem Miteinander haben alle ihren Anteil und sicher ist das das offene Geheimnis hinter der Verbundenheit, mit der die Eutiner*innen ihr Weihnachtsmärchen begleiten.

 

Die Eintrittskarten jedenfalls sind ausverkauft: „Wer es trotzdem versuchen will, kann zur Vorstellung kommen und auf zurückgegebene Tickets hoffen“, meint Uwe Wallbrecht. Einen Termin hat er noch in petto: Für eine Vormittagsvorstellung am Freitag, dem 2. Dezember hat sich nur eine Klasse angemeldet, die restlichen Karten werden nun von der Tourist-Info am Markt verkauft. Um 11 Uhr hebt sich der Vorhang. Uwe Wallbrecht freut sich auf seine ganz persönliche Regie-Premiere. Man wird ihn aber auch als Darsteller erleben: „Es ist nur eine kleine Rolle, aber ganz ohne Bühne geht es nicht“, meint er verschmitzt, ehe er wieder ganz konzentriert seine Truppe dirigiert und den Drachen ins rechte Licht setzt.


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