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Rekord beim DLRG-Anbaden in Bosau

Bosau (los). „Es ist eigentlich ein bisschen verrückt – aber hinterher fühlt man sich wie neugeboren!“, beschreibt Wiebke Kuhnigk ihre Eindrücke vom Eintauchen in das eisige Wasser am 3. Januar am Badestrand von Bosau. Es klingt fast ein wenig euphorisch. Mit ihr sind gerade vierundfünfzig fröhliche Badegäste aus dem kalten Nass des Großen Plöner Sees aufgetaucht: Sichtbar wohlgelaunt und mit frischem Teint dank eines Grades Celsius Wassertemperatur.

Eingeladen hatte die DLRG Hutzfeld-Bosau, die das Anbaden kurz nach den Silvestertagen seit 2023 veranstaltet. Das vierte Mal gelang den engagierten Ehrenamtlern bei minus zwei Grad Lufttemperatur sogar mit Teilnehmerrekord und entsprechender Zuschauerbeteiligung.

Über so viel Zuspruch freuten sich nicht nur der Technische Leiter Einsatz der Lebensretter, Lukas Wulf, sondern auch die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Bosau-Kleinneudorf sowie des Technischen Hilfswerks (THW) Plön. Diese haben sich in Organisation sowie Absicherung der freiwillig Abtauchenden eingebracht sowie ein äußerst angenehmes Drumherum zur Strandaktion gestaltet. Das kam nicht nur bei denjenigen gut an, die für das erfrischende Bad die Hüllen fallen lassen wollten, sondern auch bei den warmvermummten Schaulustigen: Da verbreitete ein Feuerkorb gemütliche Wärme, brutzelten Würstchen auf dem Grill, standen heiße Getränke bereit und dampfte die Suppe im Kochtopf. Männlein und Weiblein genossen je den Komfort eines eigenen beheizten THW-Zeltes als Umkleideraum.

Kaum dem Wasser entstiegen, zeigten sich „alle Männer rot wie die Krebse“, resümierte Uwe Kittmann alias Lupo nach dem gemeinsamen Bad mit sonniger Miene, er selbst war zum zweiten Mal dabei. „Für die Durchblutung ist das genial!“ Kittmann kennt als Leiter Schwimmausbildung der DLRG Plön die Gründe der Absicherung im Wasser durch die Bosau-Kleinneudorfer Feuerwehrkameraden. Trete nämlich Unterkühlung ein, schalte der Körper ziemlich unvermittelt um und werde bewegungsunfähig. Selbst ein in zwei, drei Metern entferntes Ufer wäre dann unerreichbar. Allein praktiziere er darum kein Winterbaden. Wohl aber bei der Anbade-Aktion in Bosau, und das voller Lob: „Die Orga, muss ich sagen, ist hervorragend.“

Maximal drei Minuten, lautete die Ansage des Leiters. Nur kein Risiko: Lukas Wulf hatte die Badezeit aus Sicherheitsgründen begrenzt. So lange hielt es die meisten denn doch nicht im Wasser. Einige aber schon: Die volle Zeit schöpfte Aschebergerin Kasia Masog aus, die erstmals dabei war. Die „Rekordhalterin“ verließ als einsames Schlusslicht erst nach langen 180 Sekunden den See und hatte es dabei nicht einmal eilig. Zünftige Winterbäder im westlichen Plöner See praktiziere sie wöchentlich, erzählt sie. So habe sie gute Übung darin, die Kälte auszuhalten. Plönerin Wiebke Kuhnigk hat nicht geübt, sondern auf die Gruppendynamik gesetzt: „Ich gehe nur einmal im Jahr hierher und springe rein“, sagt sie und fügt hinzu: „Alleine würde ich das niemals machen.“

Auch ihre Nichte Annika Hunzinger hebt das winterliche Gruppenerlebnis heraus, das sie bereits vor einem Jahr kennengelernt hat. „Man rennt einfach hinein, taucht unter und schwimmt ein paar Züge.“ Zwar würden die Füße dabei kalt bis gefühllos. „Aber es ist richtig schön.“ Zumal wegen der warmen Zelte, wo alle schnell auftauen. „Die Orga ist richtig toll“, unterstreicht auch sie.

Und so sind die Veranstalter und die unterstützenden Organisationen über das positive Feedback auch der Zuschauer sehr zufrieden, wie Lukas Wulf bekräftigte. „Es ist schön, sich mit den Organisationen gemeinsam vor Ort zu präsentieren.“ Beim ersten Mal, als das Anbaden probehalber durchgeführt wurde, seien noch nicht so viele Teilnehmer dabei gewesen. „Aber es kam an“, sagt Lukas Wulf, „sodass wir gesagt haben, wir machen es wieder.“ Die Beliebtheit spricht für sich: Kamen anfangs vor allem Bosauer und Ostholsteiner Badewillige an den See geeilt, seien 2026 viele Kreis Plöner noch dazu gekommen, bereit gemeinsam abzutauchen.


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