Simon Krüger

Tipps rund um die Gesundheitsvorsorge

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Gesund und fit sein bis ins hohe Alter und das Leben genießen - das ist das erstrebenswerteste Ziel. Genetische Einflüsse und die Umwelt spielen dabei eine herausragende Rolle, aber auch das eigene Verhalten kann viel dazu beitragen, körperlich und geistig in Form zu bleiben. Aktive Leute leben länger. Laut einer norwegischen Langzeitstudie haben Menschen, die mehr als 9,5 Stunden am Tag sitzen, ein erhöhtes Risiko, frühzeitig zu sterben. Insgesamt steigt zwar die Lebenswartung auch in Deutschland fast kontinuierlich. Im Jahr 1950 geborene Männer werden im Schnitt 64,6 Jahre alt, während Frauen in dem Geburtsjahrgang fast 4 Jahre länger leben. Bei den Geburtsjahrgängen 1960 und 1970 steigt die Lebenserwartung bei den Männern respektive auf 66,9 und 67,2 Jahre an. Bei den Frauen sind es 72,4 und 73,4 Jahre. Wer um die Jahrtausendwende geboren wurde, kann auf ein Durchschnittsalter von 78,5 Jahren bei den Männern und 83,4 Jahren bei den Frauen rechnen.

 

Um tatsächlich so lange oder noch länger zu leben, ist Bewegung die einfachste Art, seiner Gesundheit etwas Gutes zu tun. Sport und Fitness stärken Herz und Kreislauf und reduzieren das Risiko von Krankheiten wie Diabetes und etlichen Krebsarten. Rund 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive körperliche Aktivität pro Woche gelten als Minimum. Um die Gesundheit deutlich zu verbessern, sollte dieses Pensum verdoppelt werden. Am besten sollte das Training auf mehrere Tage verteilt zu werden, statt 6 Tage in der Woche ein Bewegungsmuffel zu sein und nur an einem Tag aktiv zu werden. Fahrradfahren, flottes Spazierengehen und Schwimmen zählen zu den schonenden Sportarten, so dass selbst weniger fitte Leute in allen Altersstufen nicht auf Bewegung verzichten müssen. Rund 45 Prozent aller Bewohner der Bundesrepublik gelten als Sportmuffel. Dabei kann der Umstieg auf ein gesünderes Leben relativ leicht sein. Öfter zu Fuß zum Bäcker gehen, zur Arbeit radeln oder regelmäßig vom Sofa aufstehen und im Zimmer auf und ab marschieren oder Kniebeugen und Hampelmänner machen sind ein guter Anfang. Bewegung stärkt auch das Gehirn. Die körperliche Aktivität fördert die Durchblutung des Denkorgans genauso wie die der Muskulatur und erhöht die Sauerstoffzufuhr.

 

Neue Sportarten oder ungewohnte Aktivitäten können zu Muskelkater führen, denn auch die richtige Ausführung von Bewegungen will gelernt sein. Auf den eigenen Körper hören ist stets wichtig, selbst wenn es nur darum geht, die Stimme des inneren Schweinehundes von einem echten Problem zu unterscheiden. Nicht mit Sport verbunden, aber ebenfalls ein wichtiger Teil der Gesundheitsvorsorge sind Eigenuntersuchungen. Während die meisten Frauen routinemäßig Tastuntersuchungen machen, hinken die Männer hinterher. Dabei lassen sich Hodenkrebs Symptome und anderen Erkrankungen in Form von Knoten und Schwellungen selbst ertasten. Je früher der Arzt hinzugezogen wird, desto größer sind bei den meisten Erkrankungen die Heilungschancen. Stellt sich das Ganze als Fehlalarm heraus, dient der Besuch in der Praxis zumindest dem Stressabbau, was ebenfalls die Gesundheit unterstützt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sollten prinzipiell wahrgenommen werden. Stress ist in der westlichen Welt schon fast zur Volkskrankheit geworden. Meditation, Auszeit von der allgegenwärtigen Technologie und echtes Abschalten helfen dagegen. Der Speisezettel kann ebenfalls einen großen Unterschied machen, wenn es um die Gesundheitsvorsorge geht. Dass vernünftige Ernährung das A und O beim fit bleiben ist, ist nichts Neues. Doch was und wie gegessen werden sollte, um sich gesund zu ernähren, ohne allzu viele Abstriche an der Lebensfreude zu machen, ändert sich mit jeder neuen wissenschaftlichen Erkenntnis.

 

In der westlichen Welt gilt die Mittelmeerdiät mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Olivenöl und relativ wenig Fleisch als Grundlage für die hohe Lebenserwartung bestimmter Bevölkerungsgruppen. Selbst mit frischen Zutaten kochen statt Fertigprodukte aufwärmen ist ein weiterer wichtiger Punkt. Jede Diät sollte an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden, von der Kalorienmenge bis zur Zusammensetzung, um optimal zu sein. Die Grundprinzipien sind allerdings stets identisch. Rauchen, übermäßiges Trinken, Fast Food und Fertigprodukte sollten nach Möglichkeit gestrichen werden. Wann und wieviel gegessen werden sollte, hängt von den persönlichen Umständen ab. Gesunde Ernährung, die nicht schmeckt oder den Geldbeutel allzu sehr strapaziert, ist allerdings keine Lösung. Denn auch die Lebensfreude macht einen großen Unterschied aus, wenn es ums fit bleiben geht. Wer griesgrämig Möhren und Sellerie kaut, während ringsherum geschlemmt wird, erhöht neben der Vitaminzufuhr auch seinen Stresspegel.

 

Lachen und Glücksgefühle sind viel gesünder, auch wenn das empfohlene Menü zwischendurch mal ignoriert wird. Mäßigung ist dabei das Gebot der Stunde. Ab und zu über die Stränge schlagen, ein paar Faulenzertage einlegen oder die halbe Nacht durchtanzen und dafür weniger schlafen - das alles schadet nicht unbedingt, weil ja auch der Spaß nicht zu kurz kommen sollte. Ausgewogenheit steht nämlich ebenfalls auf dem Programm, wenn es darum geht, gesund und fit zu bleiben und bis ins hohe Alter das Leben zu genießen.


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