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„Wir haben Großes vor!“

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Bürgermeister Sven Radestock hat nicht nur fürs Foto die Ärmel hochgekrempelt, im Februar steht verwaltungsintern unter anderem der Leitbildprozess an.

Bürgermeister Sven Radestock hat nicht nur fürs Foto die Ärmel hochgekrempelt, im Februar steht verwaltungsintern unter anderem der Leitbildprozess an.

Foto: A. Jabs

Eutin (aj). Der Januar ist um, die Arbeit in vollem Gange. Welche Themen für 2024 auf der Eutiner Agenda stehen, hat Bürgermeister Sven Radestock im Gespräch mit dem reporter ausgeführt. Die für den 28. Juni geplante Eröffnung der neuen Zuschauertribüne der Eutiner Festspiele werde DAS Ereignis in diesem Jahr, so Radestock. Nicht nur er verfolgt das Geschehen mit großem Interesse: „Mit unserem Baustellenblog geben wir Einblick in die Baufortschritte und schaffen die wichtige Transparenz“, erläutert der Bürgermeister. Er sei zuversichtlich, dass man den Zeitplan einhalten könne: „Die Planer*innen wissen ja, dass Winter ist“, meinte Radestock. Seine volle Aufmerksamkeit hat auch ein weiteres Bauvorhaben, denn in Sachen Feuerwehrgerätehaus wird sich etwas tun. „Da wird es die ersten Erdbewegungen geben, der Bauantrag ist gestellt“, stellt er in Aussicht.
Das hätten sich viele auch für die Grundschule gewünscht. Nachdem die ursprüngliche Planung kostenbedingt revidiert werden musste, wurde ein Arbeitskreis mit Vertreter*innen aus Schulen, Verwaltung und Fraktionen beauftragt, einen neuen Ansatz zu entwickeln. In der Februarsitzung des zuständigen Fachausschusses sollen erste Ergebnisse vorgestellt werden: „Ich hoffe, dass wir letztlich zu einer guten Entscheidung kommen, was wir wo bauen wollen“, erläutert Radestock. Wie wichtig ein konstruktiver Dialog auf Augenhöhe zwischen Verwaltung und Politik ist, hat das letzte Jahr gezeigt: „Da hat es geruckelt, das ist normal“, schildert der Bürgermeister. In einer gemeinsamen Weiterbildung von Verwaltung und Selbstverwaltung sollen Grundlagen erarbeitet werden, die Beschlüsse, die auch aus der vorangegangenen Legislaturperiode stammen, effektiv abzuwickeln. Sven Radestock sagt dazu: „Ich möchte es der Kommunalpolitik so leicht wie möglich machen.“ Wichtig, denn die Eutiner To-do-Liste ist lang. Im März sollen Ergebnisse zur Wärme- und Energieplanung öffentlich gemacht werden. Ziel ist es, deutlich zu umreißen: Was kann Eutin leisten? Was ist möglich und was nicht? Welche Investitionen lohnen sich? Denn klar ist: „Der Strombedarf wird steigen“, wie Radestock konstatiert.
Mitsprache und Mitgestaltung sind erwünscht, wenn es um das Verkehrskonzept geht. Die diesbezügliche Bestandsaufnahme sei abgeschlossen, im Februar stehen Gespräche mit verschiedenen Gruppen wie dem Kinder- und Jugendparlament, der Polizei, der Feuerwehr und anderen an. Für Sven Radestock ist klar: „So, wie es ist, kann es nicht bleiben!“ Eutin sei eine Stadt, in der man viel zu Fuß und mit dem Fahrrad erledigen könne. Das ist keine Komplettabsage an den Autoverkehr: „Man kann das Auto nicht wegdiskutieren“, stellt Radestock klar. Gleichwohl gelte es, auch den Bummelfaktor, die Aufenthaltsqualität zu fördern.
Voraussetzung für alle Vorhaben ist die Haushaltskonsolidierung: „Die Prioritätenliste war ein wichtiger Schritt, um handlungsfähig zu bleiben“, unterstreicht der Bürgermeister. Die Mühle rangiert auf dieser Liste nicht auf den Plätzen hoher Dringlichkeit. Im Frühjahr wird man sich auch hier damit beschäftigen müssen, wie es weitergehen soll. Eine Renovierung ist kein Muss, aber die Entscheidung für den Kauf birgt grundsätzlich auch eine Verpflichtung zum Handeln.
Für das prallgeschnürte Aufgabenpaket braucht es eine kompetente, motivierte Verwaltung. Auch hier gilt die Bürgermeister-Ansage: „Wir haben Großes vor!“ Digitalisierung lautet das Schlüsselwort. Zunächst solle ein zentrales Aktensystem eingeführt werden, Voraussetzung für die dann folgende E-Akte. „Ziel ist es, innerhalb der Verwaltung digital zu arbeiten, den Mitarbeiter*innen überall Zugriff auf alles zu ermöglichen“, führt Radestock aus. Und auch die Bürger*innen sollen Vorgänge in der Zukunft digital erledigen können.
Was das Rathaus und die Fachabteilungen zu einem attraktiven Arbeitsplatz macht, soll in einem internen Leitbildprozess herausgestellt werden, der für Februar angesetzt ist. Im Fokus stehen dabei die gemeinsamen Ziele und die Motivation, gern zur Arbeit zu gehen. Damit soll auch die Bindung zur Stadt Eutin als Arbeitgeber gefestigt werden: „In diesen Prozess sind alle Bereiche unserer Verwaltung eingebunden“, legt der Verwaltungschef dar. Er selbst habe in seinem ersten kompletten Jahr im Amt viel gelernt. Seine Begeisterung für das tägliche Tun ist ihm geblieben, seinen Optimismus hat er sich bewahrt: „Ich habe das Gefühl, wir sind auf einem guten Weg“, sagt er und ergänzt: „Ich gehe nach wie vor gern in alle Sitzungen.“

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