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Rückzug aus dem Gremium nach 15 erfolgreichen Jahren

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Foto: E. Baldamus

Oldenburg. (eb) „Die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt, kommunaler Familie und Wissenschaftlern hat hier im Oldenburger Wallmuseum eine einzigartige Qualität und mir stets viel Freude bereitet“, beschrieb Professor von Carnap-Bornheim am 30. Mai als scheidender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Stiftung Oldenburger Wall e.V. die für das Museum so gewinnbringende Situation. Derweil die Ehrenämtler dem Museum Leben einhauchen, wie beispielsweise die „Leute von Starigard“ die den Museumsbesuchern den Alltag der Slawen unter anderem an Aktionstagen mit Mitmachaktionen näher bringen, oder auch beispielsweise in Arbeitsgruppen die Museums-Boote instand halten und die Außenanlagen pflegen sowie erweitern, hilft die Kommune die geplanten und durchgeführten Bauvorhaben finanziell auf sicherem Boden zu halten und entsprechend zu genehmigen und durch die Mitwirkung bei der Planung sowie der beratenden Arbeit des wissenschaftlichen Beirats kommt den Projekten eine bestmögliche Authenzität zu Gute. Mit seinem Rückzug überlässt Professor von Carnap-Bornheim seinem Nachfolger und ehemaligem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Ralf Bleile ein gut bestelltes Feld. Als Museumsleiter des Landesmuseums Schleswig-Holstein für Archäologie Schloss Gottorf und gern geladener Vortragsgast ist Dr. Ralf Bleile vielen Mitgliedern der Stiftung Oldenburger Wall e.V. bereits bekannt und genießt bei seinen Kollegen einen guten Ruf. Derweil Professor Dr. Claus von Carnap-Bornheim im Rahmen seiner Arbeit als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirates seit 2007 eine kontinuierliche Entwicklung des Oldenburger Wallmuseums mit überarbeiteten Ausstellungen in den Museumsgebäuden, Erweiterungen im Freilichtbereich wie beispielsweise der Erstellung des Slawendorfes oder auch den Wandel von einem ehrenamtlich geführten Museum hin zu einem hauptamtlich von Museumsleiter Stephan Meinhardt geleiteten begleiten durfte, wird sein Nachfolger sich beispielsweise der Aufgabe gegenübergestellt sehen, die Einwohner und Gäste der Stadt wieder für regelmäßige Museumsbesuche in Zeiten zurückgehender Coronazahlen zu begeistern. Wichtig ist hierbei auch, Schülerinnen und Schüler wieder auf das Oldenburger Wallmuseum aufmerksam zu machen, um den kulturellen Bildungsauftrag erfüllen zu können. Auf die aktuelle „to do Liste“ wird sicherlich auch die in der Sitzung thematisierte Inklusion und Barrierefreiheit gesetzt werden. Hierzu gehören die Präsentation der Exponate in wichtigen Sprachen, in verständlicher und ansprechender Schriftform, einem interessant gestalteten Internetauftritt, eine digitale und mediale Aufarbeitung sowie natürlich eine verbesserte Zuwegung für Rollstuhlfahrererinnen und Rollstuhlfahrer sowie Familien mit Kinderwagen. Überdacht werden könnte als Zeichen der Solidarität in ruhigeren Zeiten künftig erneut auch eine verstärkte Zusammenarbeit mit Instituten in der Ukraine. Anknüpfen könnte man hier an Verbindungen aus den 50er, 60er und 70er Jahren im Raum Kiew, die auf archäologischen Ausgrabungen unter anderem von Dr. Karl W. Struve beruhen. Denn Starigard als westlichster slawischer Fürstensitz sozusagen Vorgänger von Oldenburg, ist prädestiniert dafür, seinen Blick aufgrund der geografischen Lage für eine erneute und fruchtbare wissenschaftlich basierte Zusammenarbeit gen Osten zu wenden.


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