Reporter Eutin

Drei alte Gemälde kehren nach Lütjenburg zurück

Bilder

Lütjenburg (los). Aus der Erinnerung an seinen Vater heraus war diese Bildübergabe kein leichter Schritt für Gerd-Jürgen Mauel: Zusammen mit seiner Frau Anne Lichtenberg-Mauel überreichte er der Stadt Lütjenburg drei alte Gemälde aus Familienbesitz. Die Bilder, die ein besonderes Andenken im Ort verankern, stellen auch für Gerd-Jürgen Mauel einen hohen ideellen Wert dar.
Bürgermeister Dirk Sohn und Vertreter des Arbeitskreises Stadtarchiv nahmen die Gemälde für die städtische Sammlung am 5. Dezember in Empfang. Die Kunstwerke kehren damit an den Ort zurück, an dem ihr Vorbesitzer, der Lütjenburger Arzt Dr. Karl-Heinz Mauel bis zu seinem 75-sten Lebensjahr 1980 praktiziert hatte, und an den sich mancher seiner Patienten und Kollegen seiner Zunft auch noch erinnern.
Als eine Art „Anerkennungspreis“ für die Bilder warb der Arbeitskreis Stadtarchiv unter Lütjenburger Ärztekollegen eine Spendensumme von 800 Euro für den guten Zweck ein. Das Geld ist dem Wunsch des Ehepaar Mauel entsprechend für das soziale Projekt „Zedaka“ (der hebräische Begriff steht für Wohltätigkeit) in Israel bestimmt.
Die Rückkehr der buchstäblich malerischen Stadtansichten aus der Hand eines bislang unbekannten Künstlers im 19. Jahrhundert ist das Ergebnis längerer Überlegungen zu einem würdigen Verbleib der Gemälde. Ganz im Sinne des Arztes, der sie einmal besessen und den Blick auf die Lütjenburger Motive genossen hat. Eine Herzensangelegenheit für die Familie Mauel: „Die Bilder müssen dahin, wo sie herkommen“, beschloss das Quickborner Ehepaar.
Zu sehen sind auf den kleineren Bildern (Öl auf Blech) der alte Schusterkrog (heute das Gebäude mit der Bäckerei Steiskal am Markt) und das 1864 abgerissene Rathaus neben dem Marktbrunnen (heute Parkfläche) und der Kirche dahinter. Das große Gemälde (Öl auf Leinwand) zeigt den Blick vom heutigen Rathaus in Richtung Kirche, die sich anders als heute im 19. Jahrhundert weiß gestrichen und mit Blechabdeckung präsentierte.
Die Malereien haben für Gerd-Jürgen Mauel einen hohen persönlichen Wert und sind mit dem Leben seines Vaters und der Erinnerung an ihn eng verknüpft. Ein Mensch, der sich für seine Patienten als Mitmenschen in besonderer Weise einsetzte, berichtet Gerd-Jürgen Mauel: Etwa als Oberstabsarzt im Zweiten Weltkrieg. Zuletzt hatte er sich in einem Schweriner Lazarett um Verletzte gekümmert, weiß der Sohn. „Als die russische Front näher rückte, sorgte er für ihre Evakuierung nach Westen“, so Mauel. Diese Hilfsaktion unter extrem schwierigen Umständen hatte die Lazarettinsassen vor einem vermutlich schrecklichen Ende bewahrt.
Gerade im Zusammenhang mit dem Thema Mitmenschlichkeit schließt sich der Kreis zu „Zedakah“, das Erholung suchende Holocaustüberlebende unterstützt. Ein Projekt, bei dem Christen an der Seite von und für Juden stehen, und das somit ein wichtiges Signal in die Welt sendet.
Das Werk „ZEDAKAH“ wurde 1960 gegründet, um Holocaustüberlebenden Gutes zu tun. Dazu gehört unter anderem ein Pflegeheim für Holocaustüberlebende.


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