Reporter Eutin

Ein Bienenhaus zieht um

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Wahlstorf (los). Es ist fast buchstäblich ein Grund zum Schwärmen: Schleswig-Holsteins letztes historisches Bienenhaus wird gerettet und kann nach seiner Restaurierung und Instandsetzung im Museum Molfsee eines Tages von Bienenvölkern bewohnt und von der Öffentlichkeit besichtigt werden. Bis es so weit ist, fließt noch etwas Schwentine-Wasser bei Gut Wahlstorf in den Lanker See. Denn zunächst ist das marode Gebäude im Dorf Wahlstorf von der Jugendbauhütte Lübeck der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in seine Einzelteile zerlegt worden und wartet nun auf erhaltende Maßnahmen, die den Prozess des Verfalls stoppen.
Im Katengarten von Anette Hardke-Köpp und Peter Köpp, der früher einmal zum Gut gehört hat, erinnert jetzt nur noch die erdige Grundfläche daran, dass hier ein kleines, aber dafür ganz besonderes Wirtschaftsgebäude aus dem 19. Jahrhundert gestanden hat. Bis Anfang der 1990-er Jahre hatte die Familie darin Bienenvölker in ihren Beuten untergebracht.
Eigentümerin Anette Hardke-Köpp, die angesichts des fortschreitenden Verfalls des Bienenhauses an das Amt für Denkmalpflege herangetreten war, erinnert sich noch daran, dass ihr Vater Otto Hardke in den 80-er Jahren rund 20 bis 30 Bienenvölker hielt und einen Kundenstamm im Umkreis bis hin nach Kiel hatte. „In der Hochzeit waren über 100 Bienenvölker darin untergebracht“, berichtet sie. Denn Honigproduktion war einmal ein großer Wirtschaftszweig: „Meine Mutter erzählte früher, dass ihre Eltern immer mit Pferd und Wagen zur Blütezeit in die Lüneburger Heide gefahren sind.“
Da das Gebäude ähnlich eines Atrium-Hauses in der Mitte offen gehalten ist, profitierten die Bienen von einem geschützten Standort ihrer Beuten (Kästen) und konnten nach oben ausfliegen, beschreibt Anette Hardke-Köpp ihre Erinnerung an die ausschwärmenden Tiere.
Drahtzieherin der Rettungsaktion ist die Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde im Kreis Plön. Sie hatte zu Beginn ihres Jubiläumsjahrs, da der Verein im November 2020 sein 50-jähriges Bestehen feiert, unter Federführung der Vorsitzenden Julia Meyer und Kreisdenkmalpflegerin Dr. Silke Hunzinger, Redakteurin des Jahrbuchs der AG Heimatkunde, einen Spendenaufruf gestartet, um eine präzise Bestandsdokumentation und die Erfassung eines wissenschaftlichen Aufmaßes des Gebäudes zu finanzieren. Dieser Schritt ist bereits erfolgt: So wurde das Bienenhaus in diesem Sommer durch das KVO Büro für Bauforschung und Restaurierung Berlin in einem aufwendigen Verfahren mittels 3D-Laserscanner erfasst, um das zugrundeliegende Baukonzept zu erhalten. Das Ergebnis ist ein 3D Modell aus Millionen Lasermeßpunkten. Ergänzend wurde ein klassisches Handaufmaß erstellt.
Auch der Kontakt zum Freilichtmuseum Molfsee, dem Landesmuseum für Volkskunde war frühzeitig aufgenommen worden. Dr. Nils Kagel, der dort als Bereichsleiter für den historischen Gebäudebestand zuständig ist, begleitete in Wahlstorf den Abbau des Gebäudes durch die Bundesfreiwilligendienstleistenden der Jugendbauhütte und Zimmermann Eric Janssen, der die Gruppe handwerklich anleitet.
Unterstützt wird die Rettungsmaßnahme von der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen in Gottorf als Träger des Freilichtmuseums Molfsee. Doch gerade die übergreifende Zusammenarbeit hat sich für das Bienenhaus als Glücksfall erwiesen, und zwar in letzter Sekunde. „Das war fünf vor zwölf“, unterstreicht Nils Kagel mit Blick auf das bereits offene Reetdach und bröckelnden Außenputz.
Die Sicherung der Teile und das Verladen erwiesen sich jetzt zum Teil als knifflige Aufgabe. Für die Holzteile als Gerüst des Gebäudes steht nun zunächst eine Wärmebehandlung in einer Thermokammer in Schleswig an, mit der schädigende Prozesse beendet werden, etwa Fraßtätigkeit der Larven des Nagekäfers (Holzwurms). Dabei werde die Luft unter kontrollierten Bedingungen nur schrittweise erhitzt und Wasserdampf zugegeben, damit sich das Holz nicht verformt oder aufreißt.
Für die gründliche Untersuchung des Bienenhauses werden in den kommenden Monaten auch der soziale und wirtschaftliche Hintergrund ausgeleuchtet. Die Lehmwände, die gut verpackt als Ganzes auf den Weg gebracht werden sollen, sind aber erst einmal eine ganz besondere Herausforderung für die Retter. Mehr dazu lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben.


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