Reporter Eutin

Rettungsaktion geglückt!

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Plön (los). Glück im Unglück für drei kleine Otter, die beim Wassersportverein Plön-Fegetasche (WPF) an der alten Ölmühle gerettet werden konnten - zum 20-jährigen Bestehen des Vereins Wasser Otter Mensch (WOM) eine kuriose Duplizität der Ereignisse. „Es war das erste Mal, dass ich in 20 Jahren überhaupt einen Otter gesehen habe und sogar in der Hand gehalten habe“, erzählt Claus Henrick Estorff, der beiden Vereinen angehört, Gründungs- und Vorstandsmitglied von WOM ist, und die ungewöhnliche Tierrettungsaktion fachgerecht in die Wege geleitet hat.
Was die Fähe bewogen hat, ihre rund 11 Wochen alten Welpen in einem Tagesversteck beim WPF abzulegen, ist wohl den guten Fischgründen zu verdanken, wo sie jagen wollte. Doch offensichtlich hat sie ihre Jungen danach nicht mehr versorgt.
Dass etwas nicht stimmte, bemerkten die Paddler vom WPF jedoch, als der fiepende Nachwuchs mehrfach auf dem Vereinsgelände zu sehen war. Eine Aufnahme lieferte den Beweis, dass es sich tatsächlich um kleine Otter und nicht um Minks handelte.
„Am Donnerstagabend beschlossen wir, die Jungen einzusammeln“, berichtet Estorff. Üblicherweise lasse man junge Wildtiere am besten in Ruhe, da sich die Mutter weiterhin um sie kümmert. Doch hier wurde deutlich, dass die auf ihre Mutter wartenden Kleinen verwaist waren. „Die sind mindestens drei Tage ohne Futter gewesen“, so Estorff.
Ein hungriger Welpe ließ sich unter einer Holzpalette hervorlocken. Eine hingelegte Rotfeder erwies sich als unwiderstehlich. „Nach einer Stunde hat er den Fisch gefressen“, erzählt Estorff. Ein anderes Tier war so entkräftet, dass es einfach eingesammelt werden konnte. Der dritte verriet sich durch Fiepen (ähnlich dem Pfeifen eines Eisvogels) und wurde mit etwas Verzögerung schließlich bei einem Holzverschlag bei den Mülltonnen gefunden.
Was der Ottermutter zugestoßen ist, bleibt fraglich. Ein Verkehrsunfall käme in Frage, so Estorff, doch sei bei der Polizei ein solcher nicht gemeldet worden. „Sie könnte aber auch in einer Reuse ertrunken sein“, sagt er. Immerhin handele es sich um die zweithäufigste Todesursache. Durch Fisch angelockt verendeten die Tiere darin, weil sie sich nicht befreien können. Dabei gäbe es Abhilfe: Ottergitter könnten installiert und Ausstiegshilfen angebracht werden. Doch verpflichtend sind solche Maßnahmen – gesetzlicher Tierschutz hin, Artenschutz her – bedauerlicherweise nicht, weshalb nach wie vor immer wieder Tiere qualvoll darin ertrinken (WOM gibt die Gitter übrigens an Fischer und Angelvereine ab).
Bis August werden die Otter-Jungen in der Wildtierhilfe Fiel in Dithmarschen aufgepäppelt. Ersten Rückmeldungen zufolge nehmen sie das Futter so gut an, dass sie möglicherweise schon im August im Schwentinesystem wieder ausgewildert werden können.
WOM (Robert-Schade-Straße 24, 23701 Eutin, 04521-7761988, info(at)wasser-otter-mensch.de ) arbeitet landesweit, schwerpunktmäßig in den Gebieten Schwartau-Trave-Holsteinische Schweiz, Schwentine-Einzugsgebiet, Selenter See und Fliessgewässer Probstei, Schaalsee-Region und angrenzende Fliessgewässer, Obere Eider und Nordostseekanal.


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