Reporter Eutin

Was gehört in die braune Tonne?

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Plön (hl). Rund 14000 Tonnen Biomüll werden jährlich im Kreis Plön eingesammelt - doch die Qualität lässt zu Wünschen übrig: Noch immer verirren sich Plastiktüten oder Restmüll oder sogar Joghurtbecher in die braune Tonne - mal aus Unwissenheit der Bürger:innen, mal aus Ignoranz. Im September fanden deshalb in ganz Schleswig-Holstein unter Schirmherrschaft von Umweltminister Jan-Philipp Albrecht Aktionstage zum Thema Bioabfall statt: die Abfallwirtschaft des Kreises Plön beteiligte sich daran und zeigte anhand von Beispielen, wie die braune Tonne richtig befüllt wird.
Die erste braune Tonne, die exemplarisch ausgekippt wird, ist das perfekte schlechte Beispiel: Die Abfälle in der Tonne sind verpackt in Plastiktüten, eine leere Spülmittelflasche aus Plastik fällt zwischen zwei Müllbeuteln heraus und am Ende folgt ein übelriechender Schwall Flüssigkeit.
Dabei ist zumindest die Verwendung von Plastiktüten oft gar keine böse Absicht: „Das Problem ist, das kompostierbar nicht immer gleich kompostierbar bedeutet“, erklärt Sabine Untiedt von der Abfallberatung Plön. Die Sammeltüten, die als „Bio“ markiert und als kompostierbar dargestellt werden, sind zwar biologisch abbaubar, aber ihr Abbauprozess dauert viele Monate und damit deutlich länger als der der Bioabfälle. Deshalb werden sie bei der Anlieferung in den Anlagen teuer und mit großem Aufwand als Störstoffe wieder aussortiert und müssen als Restabfälle beseitigt werden. „Stattdessen sollten besser Papiertüten verwendet werden, oder auch das gute alte Zeitungspapier“, rät Untiedt. Das Papier habe zudem den Vorteil, Flüssigkeit besser aufzusaugen und unangenehm riechende Flüssigkeiten am Boden der Tonne - wie in der ersten Beispieltonne - zu vermeiden.
Rund 80 Prozent der Häuser in der Gemeinde Plön haben eine Biotonne, die anderen Bewohner:innen haben sich verpflichtet, ihren Biomüll selbst zu kompostieren. Doch obwohl die braunen Tonnen inzwischen seit über 20 Jahren im Einsatz sind, gibt es noch immer zehn bis 25 Prozent Fehlwürfe - in Mehrfamilienhäusern, wo niemand genau weiß, von wem der Müll stammt, tendenziell mehr, als in Einfamilienhäusern. „Allerdings wird heutzutage insgesamt schon viel mehr darauf geachtet, den Müll richtig zu trennen, als früher“, sagt Fuhrbetriebsleiter Steffen Andrä. „Da ist zum Glück schon viel an Aufklärung passiert, die meisten Menschen machen das ja nicht mit Absicht, sondern sind sich schlicht unsicher, was jetzt in die Biotonne gehört.“
Wer Fragen hat, was jetzt wirklich in die Biotonne gehört, kann sich entweder online informieren, oder sich bei der Abfallberatung melden. „Ich habe oft auch Hausmeister von größeren Wohnblöcken, die sich bei mir melden und um Hilfe bitten, wie man die Mülltrennung besser verständlich machen kann“, sagt Untiedt. Da gibt es Schilder oder Aufkleber, auf denen symbolisch erklärt wird, was in die braune Tonne darf und was doch lieber im Restmüll landen sollte. „Die Leute, die es nicht besser wissen, sind nicht das Problem. Wir versuchen aber immer wieder mit viel Aufwand die zu erreichen, die einfach nicht wollen.“
So werden die Tonnen immer wieder stichprobenartig kontrolliert, oftmals kann bereits am Gewicht abgeschätzt werden, ob in der Tonne das ist, was da reingehört. „Wir sprechen die Leute gegebenenfalls auch proaktiv an, liefern Info-Material oder gehen in Einzelgespräche“, sagt Leiter der Abfallwirtschaft Stefan Plischka. Er erklärt, warum die strikte Trennung so wichtig ist: „An keinem anderen Abfallstoff lässt sich der Grundgedanke einer Kreislaufwirtschaft so plastisch darstellen, wie beim Bioabfall. Aus dem Hauptteil der Lebensmittelreste und anderen Biostoffe wird in der Vergärung erst Biogas gewonnen. Aus diesem wird wiederum Strom erzeugt. Die Gärreste werden in einem zweiten Schritt zu wertvollem Kompost für die Landwirtschaft. Dieser Kompost aus Bioabfall ist ein wichtiger Einsatzstoff, um neue Lebensmittel zu erzeugen und auf chemische Düngemittel zu verzichten.“ Damit das möglich ist, müssen jedoch sämtliche Störstoffe wie Plastiktüten oder Restmüll vorher aufwändig entfernt werden - oder eben gar nicht erst in der Biotonne landen


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