Reporter Eutin

35 Jahre lang den Schutz von Kindern im Blick

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Foto: hfr

Plön (t). Der Leiter des Amtes für Familie und Jugend, Anselm Brößkamp, ist zum 1. Mai in den Ruhestand gegangen. Begonnen hat er seine Tätigkeit beim Kreis Plön im Jahr 1985. Als Sozialpädagoge war er zunächst im Allgemeinen Sozialen Dienst in der Außenstelle Heikendorf tätig. Im Jahr 1992 wurde ihm die Leitung der Abteilung des Allgemeinen Sozialen Dienstes übertragen. Seit 2014 leitet er das größte Amt in der Plöner Kreisverwaltung, das Amt für Familie und Jugend.
Während seiner gesamten beruflichen Tätigkeit hatte Anselm Brößkamp besonders das Thema Kinderschutz im Blick. „Ich habe mich immer schon für rechtliche Themen interessiert“, erinnert er sich. „Beruflich stand ich immer wieder in Kontakt mit Kindern, die in ihrer Familie Opfer von Misshandlung oder Gewalt geworden sind“. Das hat dazu geführt, dass er sich auch in seiner Freizeit intensiv damit auseinander gesetzt hat, wie der Schutz von Kindern in Deutschlang verbessert werden kann.
Im Laufe der Jahre ist Brößkamp zu einem Experten in Sachen Kinderschutz geworden: er arbeitete für das Thema überregional in Expertengremien mit, nahm an Anhörungen im Bundesfamilienministerium teil, hielt deutschlandweit Vorträge und schulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anderer Jugendämter. Ein wichtiger Meilenstein für ihn: das Bundeskinderschutzgesetz, das seit 2012 gilt. Seitdem müssen beispielsweise alle Menschen, die mit Kindern zu tun haben bei Tätigkeitsbeginn ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Außerdem tauschen sich die Jugendämter aus, wenn betreute Familien umziehen und es gibt klare Vorgaben, wie sich Ärzte verhalten müssen, wenn sie einen Verdacht auf Kindeswohlgefährdung haben. „Dieses Gesetz hat die Weiterentwicklung des Kinderschutzes nachhaltig gefördert und prägt ihn auch weiterhin“, ist Anselm Brößkamp überzeugt.
Doch nicht nur rechtlich ist der Schutz von Kindern inzwischen verankert. Anselm Brößkamp hat in den vergangenen Jahrzehnten auch einen gesellschaftlichen Wandel beobachtet: „Freunde, Nachbarn und Bekannte fühlen sich verantwortlich, haben einen Blick darauf, wie Kinder in ihrem Umfeld aufwachsen.“ Brößkamp ist überzeugt, dass dieses Hinsehen das gesunde Aufwachsen von Kindern stärkt.
Der Fokus auf den Kinderschutz bringt aber nicht nur Vorteile mit sich. „Dabei gerät dann häufig in den Hintergrund, dass die Arbeit des Jugendamtes deutlich vielfältiger ist“, betont der Amtsleiter. „Wir sind Dienstleister für Familien“. Das Amt für Familie und Jugend unterstützt zum Beispiel bei Umgangs- und Sorgerechtsstreitigkeiten, berät in Unterhaltsfragen und hilft Familien, wenn sie sich mit ihren Kindern überfordert fühlen. „Unser Ziel ist es, dass Kinder zu Hause gut aufwachsen können. Um das zu erreichen, gibt es für Familien viele unterschiedliche Hilfsmöglichkeiten“, so Brößkamp. Er beobachtet jedoch, dass die Hemmschwelle, sich ans Jugendamt zu wenden oft noch sehr groß ist. „Ich würde mir wünschen, dass Eltern uns frühzeitig kontaktieren. Dann können die unterschiedlichen Formen der Unterstützung auch wirklich greifen. Haben sich Probleme über Jahre verfestigt, so wirken Hilfen deutlich schwieriger und führen erst langfristig zu Erfolgen.“
Bis zum letzten Arbeitstag hat sich Anselm Brößkamp engagiert. Langsam die Füße hochlegen, das wäre nichts für ihn gewesen. Trotzdem freut er sich auf seine zukünftige Freiheit: „Ich habe keine großen Pläne. Ich freue mich, dass ich mich jetzt einfach mal treiben lassen kann. Aber langweilig wird mir ganz bestimmt nicht.“
Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lassen den Amtsleiter nur sehr ungern gehen. Und auch die Landrätin bedauert seinen verdienten Ruhestand. „Anselm Brößkamp hat sich weit über das übliche Maß fachlich engagiert und ist bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch seine offene und besonnene Art äußerst beliebt. Er hinterlässt in der Kreisverwaltung Plön und in der gesamten Jugendhilfeszene große Fußspuren“, fasst Landrätin Stephanie Ladwig zusammen.
Die Nachfolge von Anselm Brößkamp übernimmt Marc Ruddies. Er hat bisher die Abteilung Soziale Dienste des Amtes für Familie und Jugend geleitet.


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