Reporter Eutin

Ein neuer Anbau sorgt für Geräumigkeit

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Schönberg (los). Mehr Platz für das Kindheitsmuseum Schönberg: Der neue Anbau auf der Rückseite des Gebäudes steht kurz vor der Fertigstellung. Die Arbeiten sollen am kommenden Dienstag, 17. November werden. Über die neuen Möglichkeiten der Nutzung – auch mit Blick auf die Abstandsregeln - freut sich der Förderverein Kindheitsmuseum als Betreiber der Einrichtung, deren Gebäude und Grundstück die Gemeinde Schönberg zur Verfügung stellt. „Wir werden das offizielle Einweihungsfest in den Nach-Corona-Zeiten in angemessener Weise feiern und hoffen, dass dies im Jahr 2021 stattfinden kann“, blickt Vereinsvorsitzender Bernd Haase nach vorn. Derzeit ruht der Betrieb aufgrund der Corona-Verfügungen des Landes.
Dass für das Bauprojekt Mittel genehmigt und dieses umgesetzt werden konnte, ist eine Erfolgsgeschichte für alle beteiligten Akteure. Der Wunsch nach mehr Platz bestand schon seit längerer Zeit, Pläne lagen bereits vor. „Aber erst im zweiten Anlauf ist es gelungen, hier voranzukommen“, blickte Schönbergs Bürgermeister Peter A. Kokocinski bei einer Besichtigung der Baustelle Ende Oktober zurück.
Insgesamt seien für den Anbau und die Sanierung des Kellerbereichs 275000 Euro veranschlagt worden. Mit rund 93.000 Euro dieser Summe beteilige sich die Gemeinde Schönberg an der Finanzierung. Der Kreis Plön habe zudem Fördermittel in Höhe von 81800 Euro zugesagt. Weitere 100.000 Euro habe die Aktiv Region Ostseeküste bewilligt. „Der Antrag auf Förderung wurde 2019 an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) gestellt“, berichtet Bernd Haase. „Am 17. Juni 2020 erteilte das LLUR den Bewilligungsbescheid über die Fördersumme von 100.000 Euro.“ Erst im Frühjahr hätten die Fraktionen (SPD, EIS, CDU) in der Gemeindevertretung von Schönberg für den Erweiterungsbau gestimmt.
Architekt Volker Wieder (Wiederarchitekten Wieder & Beneke, Kiel) stellte einige Besonderheiten des neuen Gebäudeteils vor. Bei dessen Planung habe man sich stark am Standort orientiert. So passe sich die Museumserweiterung in ihren Proportionen und dem Satteldach dem denkmalgeschützten Gebäude an. Dabei handele es sich um einen sogenannten Holzrahmenbau.
Es ist in der Ausführung ein moderner und nachhaltiger Bau aus gewachsenen Rohstoffen in Konstruktion und Dämmung, der eine Fassade aus farbigen Zementplatten mit je nach Witterung natürlich changierender Oberfläche erhalten hat sowie „Echtholzfußböden“. Die schmalen Holzeckfenster geben gewählte Ausblicke in die Landschaft und lassen zugleich viel Wandfläche für den Ausstellungszweck. Zudem werde der Raum dank eines separaten Eingangs vielfältig flexibel genutzt werden können.
An der Ausführung waren ausschließlich Firmen aus Schönberg und der Region beteiligt, hob der Kieler Architekt die gute Zusammenarbeit hervor. Dies ermöglichte beinahe eine „Punktlandung“ bezüglich der Einhaltung des anvisierten Zeitplans.
Als besondere Herausforderungen nannte Wieder das Herausnehmen und Füllen von zwei Klärgruben auf dem Grundstück sowie einige Brandschutzmaßnahmen am Bau.
Viele Exponate hatte der Verein während der Bauzeit aus dem Bereich entfernen und zum Teil auch privat unterbringen müssen. Der Keller war in der Vergangenheit für die Aufbewahrung genutzt worden. Doch manche Stücke waren in dem feuchten Klima der Gefahr von Schimmelbildung ausgesetzt gewesen.
Insgesamt besitzt das Kindheitsmuseum rund 1000 kleine und größere Ausstellungsstücke. „Hinzu kommen etwa 2000 historische und aktuellere Kinder- und Jugendbücher, Kinderkleidung aus den unterschiedlichsten Jahrzehnten, Straßenspiele, industrielles und selbst gefertigtes Spielzeug“, zählt Bernd Haase auf. Den Verein Kindheitsmuseum e. V. gibt es seit 1988. „Die Idee stammt aus Boston, USA. Unser Gründungsmitglied Theo Sakmirda und seine Frau Martha brachten diese Idee von einer USA-Reise mit“, berichtet er. So fand bereits 1989 eine erste Ausstellung zum Thema Kindheit im Rathaus von Schönberg statt, die viel Interesse hervorrief. In wenigen Tagen seien über 5000 Besucher gezählt worden. „Das wiederum veranlasste die Gemeinde unter der Leitung des damaligen Bürgermeisters Wilfried Zurstraßen dazu, das alte Amtsgerichtsgebäude von Schönberg dem Verein zur Verfügung zu stellen: Seit 1990 gibt es nun das Kindheitsmuseum an diesem Ort.“
Auf eine Feier zum 30-jährigen Jubiläum im Juni 2020 musste wegen der Corona-Beschränkungen jedoch verzichtet werden.
Aktuell zählt der Förderverein 55 Mitglieder, acht sind im Vorstand aktiv. 25 ehrenamtliche Mitarbeiter verrichten den Museumsdienst. Verstärkung ist immer gefragt: „Über neue Mitglieder würden wir uns sehr freuen“, unterstreicht Bernd Haase.
Künftig werde die Vereinsarbeit umstrukturiert, denn das Kindheitsmuseum kann noch eine Wohnung im Obergeschoss des Gebäudes übernehmen, die von der Gemeinde bislang vermietet worden ist. Dort soll ein Archiv eingerichtet werden, plant der Vorstand. Die Herrichtung dieser Räume und ihre Renovierung leiste der Verein in Eigenregie. Das wirft ein Licht auch auf neue organisatorische Möglichkeiten – zum Beispiel bei der Planung von Sonderausstellungen im neuen Anbau.


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