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Eine Kooperation, die einfach Sinn macht

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Schönberg (ed). Der weiße Renault Zoé ist mit dem sympathischen grünen Label des strompools probstei bedruckt, steht voll getankt mit Ökostrom auf dem strompool-Parkplatz am Stakendorfer Tor und wartet darauf, dass ihn jemand mietet – ob für den Shopping-Ausflug nach Kiel, die wöchentliche Fahrt aus dem Homeoffice ins Büro oder den Arztbesuch. Eigentlich ist er das Geschäftsauto des strompools in Schönberg, aber weil das E-Auto als solcher die meiste Zeit auf dem Parkplatz stehen würde, hat der strompool-Vorstand überlegt, wie der Wagen darüberhinaus sinnvoll genutzt werden könnte – „und wir kamen aufs CarSharing“, sagt Martina Steffien, die Geschäftsführerin des strompools probstei, „wer in Schönberg wohnt und ein Auto braucht, weil er vielleicht das Zweitauto abgeschafft hat, soll ihn mieten können.“ Am liebsten ganz unkompliziert, mit kurzen Wegen, preisgünstig und zum Einen für die, die planen können, wann sie mal ein Auto brauchen, zum Anderen aber nach Möglichkeit auch für diejenigen, die vielleicht mal schnell einen fahrbaren Untersatz benötigen, der gleich um die Ecke steht.
„Weil wir in Sachen CarSharing das Rad nicht neu erfinden wollten und es ganz in der Nähe jemanden gibt“, schmunzelt Martina Steffien, „der das schon seit 30 Jahren macht und die komplette Logistik dafür hat, haben wir bei StattAuto in Kiel mal nachgefragt, ob wir unser Auto in dessen Pool „einspeisen“ dürfen.“ Bei Boris Baade aus dem Vorstand von StattAuto eG rannte sie damit offene Türen ein, denn das Naturstrom-betriebene strompool-Auto passt perfekt zum immer ökologischer werdenden carSharing-Gedanken. Besonders schön: Die Kooperation zwischen strompool probstei und StattAuto ist nicht nur eine, die Sinn macht, sondern auch die zweier Genossenschaften, die sich auf unterschiedliche, aber effektive Weise dem Klimaschutz verschrieben haben.
Ein Teil der StattAuto-Flotte ist bereits elektronisch und ein E-Auto in Schönberg trägt das CarSharing aus der Stadt in die ländlicheren Gebiete. „Denn das CarSharing-Bewusstsein ändert sich gerade sehr“, berichtet Boris Baade, „zu Beginn der Pandemie hatten wir einen Einbruch befürchtet, aber dann hatten wir zwei echte Rekordjahre.“ Immer mehr Menschen schaffen das zweite Auto der Familie ab, sei es aus Klimafreundlichkeit oder wegen der steigenden Energiepreise, und setzen bei Bedarf auf CarSharing – bisher musste man in der Probstei dafür aber erstmal nach Kiel, denn meist handelt es sich beim CarSharing um stationsbasiertes, das heißt: Das Auto wird an seiner Station abgeholt und muss da auch wieder hin. Und weil das strompool-Auto zwar für das StattAuto-CarSharing zur Verfügung gestellt wird, seine Station aber in Schönberg hat, sind die Wege zum „Leihauto“ hier jetzt kurz. Alles, was man tun muss, um den Zoé zu leihen, ist, sich bei StattAuto Kiel zu registrieren – wenn Führerschein und Co überprüft sind, sagt der Kalender, wann das strompool-Auto verfügbar ist. Natürlich kann dann auch jedes andere Fahrzeug der Flotte geliehen werden.
Der Zoé hat eine Reichweite von 280 Kilometern, was für die allermeisten üblichen Fahrten absolut ausreichend ist – und mit Stundenpreis und Kilometerpauschale kostet eine Stunde Zoé-Fahren über den Daumen etwa 1,50 Euro. Verglichen mit den Kosten eines Zweitwagens, der nur ein-, zweimal die Woche zum Einsatz kommt, ist das mehr als günstig – und absolut umweltfreundlich.
„Wir wollten den Gedanken des CarSharings hier in der Gegend einfach ein bisschen in den Fokus rücken“, sagt Martina Steffien – und damit auch die E-Mobilität, denn der strompool probstei gibt damit ganz nebenbei die Möglichkeit, sich mal unverbindlich ein kleines E-Auto aus der Nähe anzuschauen und es auszuprobieren. Auch das sicher der Hintergedanke der Bundesförderung, um die der strompool sich beworben und sie bekommen hatte – Bundesförderung für die Anschaffung eines E-Autos und eines kleinen Netzes an Ladesäulen, denn wer doch mal eine größere Reichweite oder den Zoé ein bisschen länger braucht, findet nun in der Region fünf Ladestationen des strompools, wo natürlich aber nicht nur das Leihauto sondern auch das eigene E-Auto angedockt werden kann. Neben der Ladesäule direkt beim strompool am Stakendorfer Tor 41 gibt es zwei weitere in Schönberg am Landmarkt und bei Glüsing, jeweils im Eichkamp, eine in der Alten Dorfstraße am Irrgarten in Probsteierhagen und eine in Heidkate am Campingplatz.


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