Reporter Eutin

Gymnasium Wellingdorf pflegt den Blick über den Tellerrand

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Wellingdorf (t). Kein Thema – abgesehen von der weltweiten Corona-Pandemie – bewegte die Menschen in diesem Herbst so sehr wie die Präsidentschaftswahlen in den Vereinigten Staaten. Natürlich gilt dies auch – und in hohem Maße – für die Schulen. Das Gymnasium Wellingdorf freute sich deshalb besonders, dass der renommierte Philosoph und Wissenschaftler Dr. Claus Langbehn zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung in die Schule kam. Zielgruppen waren für ihn die Obertertien und Sekunden (9. und 10. Klassen), also eine Altersstufe, deren politisches Interesse erst beginnt und deren Politische Bildung in der Schule erst ihren Anfang nimmt. Insofern ging es Langbehn zunächst einmal darum zu informieren und den 14- bis 16jährigen das komplizierte Wahlsystem zu erläutern. Doch thematisiert wurden in dieser Veranstaltung mit dem amerikaerfahrenen Referenten nicht allein der Wahlvorgang und die demokratischen Verfassungsorgane. Gegenstand der Diskussion war auch die zunehmende Spaltung der US-Gesellschaft und befremdliche Tendenzen in der Auseinandersetzung der Konservativen mit den Liberalen in dem Land und um verstörende Äußerungen Donald Trumps während seiner Amtszeit und im diesjährigen Wahlkampf. Die Schule dankt dem Referenten für diese Begegnung mit den Wellingdorfer Schülern, vor allem aber Wirtschaft/Politik-Lehrer Ralf Köhne für die Organisation. Der Kieler Schriftsteller Arne Rautenberg ist aus der schleswig-holsteinischen Kulturszene gar nicht wegzudenken. In der Landeshauptstadt geboren und aufgewachsen, studierte er auch hier Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte. Seit dieser Zeit veröffentlichte er eine Fülle von Texten unterschiedlicher Genres, nämlich Gedichte, Kurzgeschichten und Romane. Da seine Werke auch Eingang in Schulbücher fanden, war es sicher eine gute Idee der Deutschfachschaft am Gymnasium Wellingdorf und der Orientierungsstufenleiterin Dr. Anja Fandel, Rautenberg in die Schule einzuladen. Dass die Sexten, also der unterste Jahrgang am Gymnasium, mit dem Schriftsteller und Künstler ins Gespräch kamen, war dem Bildungsziel der Schule geschuldet, schon den „Kleinen“ Lesefreude und Buchkultur nahezubringen. Und Rautenberg verstand es, auf spielerische und kreative Weise mit dem jungen Lesepublikum in Kontakt zu treten. Die zehn- und elfjährigen Leserinnen und Leser waren denn auch begeistert, nicht nur über ihre erste Begegnung mit einem „Dichter“, sondern auch über den freundlichen pädagogischen Umgang des Gastes mit ihnen. Eine willkommene Abwechslung vom regulären Unterricht – auch und gerade in Corona-Zeiten …
Längst ist die Drogenprävention eine wichtige Aufgabe der allgemeinbildenden Schulen im Lande. Am Gymnasium Wellingdorf hat die zuständige Präventionsbeauftragte Sabine Temming einen schülernahen und ideenreichen Weg gefunden, den Schülern die Gefahren des Drogenkonsums nahezubringen. In diesem Jahr wurde dazu der interaktive Cannabis-Präventions-Parcours für die neunten und zehnten Klassen durchgeführt. Dies gelang mit Hilfe der Kieler Stadtmission und der engagierten Schulsozialarbeiterin am Gymnasium Wellingdorf, Heike Friedrich. Neu waren hier vor allem kreative Formen in der Auseinandersetzung mit dem Thema Cannabis. Eingesetzt wurden die Ausdrucksformen „Malen und Darstellen“, Rätselaufgaben und die Diskussion über Situationen, die nicht immer auf den ersten Blick mit Cannabiskonsum, wohl aber im weiteren Sinne mit der Gefährdung durch Drogen zu tun haben. Einig war und ist man sich in der Drogenprävention an der Schule, dass eine plumpe „Zeigefingerpädagogik“ bei diesem Thema nicht zum Ziel führt.


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