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karl peter röhl – facetten eines bauhaus-künstlers in kiel

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Sonderausstellung des Künstlermuseums Heikendorf.

Sonderausstellung des Künstlermuseums Heikendorf.

Foto: hfr

Heikendorf (t). Mit großer Resonanz ist die neue Sonderausstellung des Künstlermuseums Heikendorf eröffnet worden. Erstmals seit Pandemiebeginn konnte eine öffentliche, fast schon normale Vernissage stattfinden. Eine beeindruckende Vielfalt an Werken begegnet dem Besuchenden. „Bauhaus“ bedeutete auch immer Pluralismus der Stile. Und die Werke Karl Peter Röhls spiegeln das wider. Figuratives und abstraktes Arbeiten wurden von Röhl nie als Gegensätzliches erachtet. In manchen seiner Werke finden sich beide Stilrichtungen gleichzeitig.
Im Anbau der Ausstellungshalle herrscht eine gedämpfte Atmosphäre. Dort werden bis zum 28. August die Reproduktionen der Glasfensterensemble der Kapelle am Nordfriedhof und des Krematoriums Eichhof, Höhepunkte in Röhls Spätwerk, präsentiert. Deren Entwicklung kann an den Entwurfszeichnungen, von der Galerie Gmurzynska aus Zürich zur Verfügung gestellt, nachvollzogen werden. Die Glasfenster in der Kapelle des Nordfriedhofs Kiel, sind während der Dauer der Ausstellung bei freiem Eintritt zu besichtigen (Westring 481, 24118 Kiel, Do. 14 bis 18 Uhr, Sa. und So. 10 bis 18 Uhr).

 


Im Obergeschoß des Atelierhauses des Museums werden Arbeiten von Karl Peter Röhl und seinen Malerkollegen aus der „Expressionistischen Arbeitsgemeinschaft Kiel“ gezeigt. Die Werke, unter anderem von Werner Lange und Friedrich Peter Drömmer, zeigen anschaulich, dass die Zeit des politischen Umbruchs für die Künstlergruppe auch als Zeit für neue künstlerische Ausdrucksformen gesehen wurde. Architektonisch-futuristisch Zeichnungen stehen neben Bildern, die auf soziale Missstände hinweisen. Einen Skandal verursachte 1919 die Ausstellung der Künstlergruppe in der Kieler Kunsthalle.

 


Karl Peter Röhl wurde in Kiel 1890 geboren und starb 1975, ebenfalls in Kiel. Nach dem zweiten Weltkrieg arbeitete Röhl in Kiel als freier Künstler und als Kunstlehrer. Im Jahr 1949 gründete er zusammen mit seiner Tochter Marinaua (Tante Micky) den Kinder-Kunst-Kreis. Seinem pädagogischen Beitrag wie insbesondere dem Marinauas wird mit Zeugnissen aus der Zeit des Kinder-Kunst-Kreises ebenfalls ein Teil der Ausstellung gewidmet.
Das späte Werk Röhls aus der Kieler Zeit in den Fokus zu stellen und dem Künstler Röhl verdientermaßen wieder mehr ins Blickfeld zu rücken, ist die Intention der Ausstellung. Wer mehr erfahren möchte, hat die Möglichkeit an einer Führung teilzunehmen (Teilnahme: 6 Euro, inkl. Eintritt).
Die Termine sind auf der Homepage des Museums zu finden (www.kuenstlermuseumheikendorf.de/aktuell_fuehrungen).
Jetzt schon vormerken kann man sich folgende Termine: Zum Ende der Ausstellung, Sonntag, 28. August, 12 Uhr gibt es eine Finissage-Führung mit dem Kurator der Ausstellung Michael Siebenbrodt aus Weimar (Teilnahme: 6 Euro, inkl. Eintritt).
Zusätzlich steht noch ein Vortrag von Michael Siebenbrodt am Samstag, 27. August, 18 Uhr auf dem Programm: „Das staatliche Bauhaus – Hochschule des Erfindens“ (Eintritt: 7 Euro / 4 Euro (ermäßigt für Mitglieder der Fördervereine des Museums).
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen (9,90 Euro).


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