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Lachmöwen-Theater begibt sich auf schlüpfriges Parkett

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Laboe (mm). Müggenhuusen ist frei erfunden. Nicht jedoch die Probleme in dem kleinen Dorf. Es geht um Sex und Müllberge, Beziehungskisten und Intrigen. Das Lachmöwen-Theater aus Laboe bringt vom 20. Januar an knallharte Themen auf die Bühne. Schlüpfriges Parkett, das es mit der Komödie „Moral in Müggenhuusen“ betritt. Doch keine Sorge! Erstens schlüpfen alle Schauspieler in spießige Klamotten, und verzichten auf vulgäre Kraftausdrücke unterhalb der Gürtellinie. Zweitens stellt Bühnenleiter Jan Steffen klar: „Bei den vielen politischen Krisen, die wir ohnehin zurzeit haben, soll diese Saison ganz bewusst eine vergnügliche Komödie gespielt werden“. Denn „Negativ-Nachrichten“ hätten sich in den vergangenen Monaten geradezu überschlagen. „Da soll ein Stück her, dass einfach nur Spaß macht“, sagt er. „Das mit dem Spaß ist aber gar nicht so leicht ist“, sagt Regisseurin Birgit Bockmann. „Eine Komödie ist viel schwieriger zu spielen als eine Tragödie“, erklärt sie. „Damit Menschen im Theater lachen, muss die Schlagzahl stimmen“. Hinzu käme, dass beim turbulenten Luststück ‚Moral in Müggenhuusen‘ drei sehr unterschiedliche Ehepaar-Charaktere herauszuarbeiten seien.
Wie das geht, wird während einer Probe deutlich: „Stellt Euch vor, hier brennt die Luft!“, fordert Bockmann die Schauspieler auf. Und dann: „Da kommt ein Saustall ins Dorf. Hier wird betrogen. Das ist nicht pillepalle, was hier abgeht“, ruft sie mit forscher Stimme. Und kann sich darauf verlassen, dass die Akteure den Anweisungen befolgen. „Denn die Lachmöwen beherrschen dieses Genre“, erläutert die Regisseurin. Hilfreich für eine stilechte, norddeutsche Komödie ist, dass alle Darsteller von der ersten bis zur letzten Silbe Plattdeutsch schnacken. Echtes Plattdeutsch. Ohne Schnörkel, nicht weichgespült. Das beherrschen sie aus dem Effeff. Bühnenleiter Jan Steffen wirkt zufrieden mit den Vorbereitungen. „Wir wollen jedes Jahr etwas professioneller auftreten“, so sein Anspruch.
Doch genug der Vorrede, hier die Geschichte: Müggenhuusen ist eine kleine, beschauliche Gemeinde. Bis eines Tages ein frivoles Striptease-Lokal öffnet. Während bald darauf drei Herren des Gemeinderates in dem anrüchigen Etablissement vergnügt ein- und ausgehen, reagieren die Frauen des Dorfs entsetzt. Unhaltbar sowas! Den empörten Damen voran streitet Anni Rebhehn, eine tugendhafte, resolute Person. Als Postbotin ist sie nicht nur äußerst gut informiert, sondern spielt sich auch auf als Wächterin der Moral. Als ob der Sittenverfall nicht bereits genug Trubel anrichtete, fasst der Gemeinderat (der inzwischen im Strip-Lokal tagt) zudem einen folgenreichen Entschluss: Die Chemiefabrik darf das kommunale Naturschutzgebiet künftig als Müllkippe nutzen. Diese Entscheidung bringt das Fass endgültig zum Überlaufen. Die ohnehin aufgeheizte Stimmung führt zum Eklat. Der mündet schließlich in einem offenen Schlagabtausch, bei dem sich entsetzte Ehefrauen, selbst ernannte Moralapostel und aufgebrachte Naturschützer gegenüberstehen. Haben Anstand und Umwelt angesichts der verheerenden Umstände überhaupt noch eine Chance? Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten. Aber ein kleiner Tip von Regisseurin Bockmann: „In diesem Stück werden nicht nur auf lustige Art ‚alltägliche Beziehungskisten‘ aufgegriffen. Lernen kann man auch, wie sich das Eheleben wieder flott machen lässt“. Zu sehen ist die Komödie in insgesamt mehr als zwanzig Vorstellungen. Premiere ist Sonnabend, 20. Januar, um 20 Uhr. Die letzte Vorstellung ist geplant für Donnerstag, 28. März. Alle Spieltermine, Uhrzeiten und Kartenvorverkauf unter www.lachmoewen.de. Eintrittskarten sind auch erhältlich in der Dorfstraße 8, 24235 Laboe, oder telefonisch zu bestellen unter 043 43 - 49 46 440. Eine Karte kostet 18 Euro, an der Abendkasse 20 Euro. Das Theater verfügt über 148 Plätze. Die Adresse lautet Katzbek 4, 24325 Laboe. Hier befindet sich auch eine eigene Gastronomie, die eineinhalb Stunden vor Beginn der Aufführung öffnet.

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