Reporter Eutin

Mehr Umweltbewusstsein durch Überzeugungsarbeit

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Mönkeberg (los). Der Landesverband NaturFreunde hat gemeinsam mit dem Mönkeberger CDU-Ortsverein den „Weltumwelttag 2021“ zu Anlass genommen, mit einem Schild mehr Bewusstsein für Umweltschäden durch Zigarettenkippen zu schaffen.
Das Problem ist am Naturstrand beim Mönkeberger Fähranleger besonders auffällig. Zum zweiten Mal wurde dort nun eine Tafel installiert und von einer Müllsammelaktion durch die Grundschule begleitet.
Auch am Nachbarstrand Hasselfelde im Kieler Stadtteil Dietrichsdorf haben die Initiatoren die Aktion zusätzlich ausgeweitet. Dort erfolgte die erstmalige Aufstellung eines Schildes durch den Ortsbeiratsvorsitzenden Torsten Stagars (SPD) und seinen Stellvertreter Björn Sander (CDU) vom Kieler Ortsbeirat Neumühlen/Dietrichsdorf/Oppendorf.
 

Unterstützt haben die Aktion die Firma Trixie aus Tarp (www.trixie.de) sowie Irmgard Zantopp vom Fährhaus Zantopp in Mönkeberg.
„2020 wurde bereits ein Kippenschild am Mönkeberg Fähranleger aufgestellt und von einer Müllsammelaktion am Mönkeberger Strand anlässlich des Coastal-Cleanup-Day begleitet. Die wieder verwertbaren Strandaschenbecher und die an Zantopps Fährhaus kostenlos zur Verfügung gestellten Taschenaschenbecher wurden sehr gut angenommen“, erklärt Derek Palme von der CDU Mönkeberg. Der Erfolg war Ansporn genug, mit der Kampagne am Ball zu bleiben.
Denn noch immer ignorierten Strandbesucher den Ernst des Problems. Rund 7000 verschiedene toxische Stoffe steckten in den Kippen, erläuterte Dr. Ines Walenda vom Verein Naturfreunde. Darunter hochgiftiges Nikotin, das als Insektizid E 605 für die Landwirtschaft entwickelt, später jedoch verboten wurde, polyzyklische Kohlenwasserstoffe und zahlreiche Schwermetalle. Mikroplastik kommt noch hinzu. Zigarettenkippen aus Zelluloseacetat zerfasern mit der Zeit und setzen winzige Plastikpartikel in der Umwelt frei, die ebenso in den Kreislauf der Nahrungskette gelangen. Ganze Kippen werden von Fischen, Vögeln und Meeressäugern verschluckt, die den herumdümpelnden Müll für Fressbares halten. Und sie verenden daran.
 

„Pro Kippe gelangen 0,2 Milligramm Nikotin am Strand direkt ins Wasser“, rechnet Walenda vor. Ein konzentrierter Giftcocktail entstehe in jedem Gully, in den Autofahrer ihre Aschenbecher entleeren oder Passanten ihre Glimmstengel entsorgen. Bei Regenwasser schnell ausgewaschen gelange die tödliche Brühe ins Wasser. „Schon eine einzige Kippe verunreinigt rund Tausend Liter Oberflächenwasser und in der Folge 40 Liter Grundwasser.“
 

Mit den Aktionen durch Infotafeln und präparierte Dosen als Leih-Aschenbecher, die wieder am Schild an den Haken gehängt werden können, wollen die Naturfreunde und ihrer jeweiligen Kooperationspartner an den verschiedenen Badestellen im Land den Ernst der Problematik vermitteln. „Steter Tropfen höhlt den Stein“, lautet die Devise. Vor allem die Einbeziehung von Kindern könne langfristig das Bewusstsein zum Kippenproblem verändern. „Die Eltern werden durch sie darauf aufmerksam“, sagt Bürgermeisterin Hildegard Mersmann. Ein Verbot, am Strand nicht zu rauchen, sei nicht durchsetzbar, sind sich die Initiatoren einig. Selbst wenn das Land für Spielplätze ein Rauchverbot bereits beschlossen hat. Eine Kommune habe nicht die Kapazitäten, ihre Strände und Badestellen umfassend zu kontrollieren.
Stattdessen liegt die Hoffnung auf Überzeugungsarbeit. Am ehesten würden Aufklärung und Hilfen zur Entsorgung der Kippen Erfolg versprechen, glauben die Initiatoren. Insbesondere, da Rauchverbote an den 1.300 Kilometern Strandlinie in Schleswig-Holstein kaum kontrollierbar seien.
Der Landesverband NaturFreunde führt seit 2019 Aufklärungsaktionen zum Umweltproblem Zigarettenkippen durch. Etwa 50 Informationstafeln sind in Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik vor Ort an den Ostseestränden, etwa in Hohwacht, sowie an Badestellen wie dem Strandbad Plön-Fegetasche errichtet worden. Für die Aktionen wurden stets die „Kippen-Hotspots“ der Orte ermittelt.


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