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NABU blickt auf eine erfolgreiche Brutsaison 2022 zurück

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Lütjenburg/Sehlendorf (t). Fluss-Seeschwalben sind wahre Weltenbummler. Im Frühjahr kommen sie aus dem südlichen Afrika zu uns, im Spätsommer machen sie sich wieder auf den Weg in den Süden, immer an den Küsten entlang. Dazwischen liegen abertausende Kilometer und die Brutzeit in unserer Region. Am Sehlendorfer Binnensee verlief die Brut der agilen Vögel dieses Jahr sehr erfolgreich. „Wir freuen uns, dass in diesem Jahr der Bruterfolg so gut war“, berichten Jürgen Hicke und Christina Mohwinkel, die NABU-Schutzgebietsreferenten am Sehlendorfer Binnensee. „Insgesamt können wir von mindestens 43 flügge gewordenen Jungvögeln ausgehen, wahrscheinlich sind es sogar noch ein paar mehr, denn zum Schluss wird das Zählen unübersichtlich“.

 

Sobald die jungen Flussseeschwalben flugfähig sind, unternehmen sie ihre ersten Rundflüge und üben das Jagen. Mit jedem Tag werden die Flügel kräftiger, so dass sie Ende August, Anfang September ihren weiten Weg nach Afrika antreten können. Die Vögel brüten auf zwei Flößen, die im Sehlendorfer Binnensee vor einer Aussichtsplattform liegen. Dort seien sie geschützt vor sogenannten Prädatoren, berichten die NABU Leute. In den letzten Jahren wurden die Flöße immer weiter optimiert. Damit Füchse, Waschbären, Minks oder Ratten keine Möglichkeit haben, auf die Flöße zu gelangen, wurden an den Außenseiten überhängende Bleche angebracht. Dennoch seien die beiden letzten Jahre schwierig gewesen und hätten sehr viel Arbeit gemacht. Unter anderem hatten sich die beiden Brutflöße im Winter 2020/2021 bei schwerem Sturm losgerissen, sind über den ganzen See getrieben und bei Hochwasser auf das gegenüberliegende Ufer gespült worden.

 

Dort mussten sie bei Sturm und Eis geborgen werden. Da weder Maschinen noch Boote eingesetzt werden konnten, haben ehrenamtliche NABU-Helfer die tonnenschweren Flöße mühsam wieder ins Wasser bewegt und über den hüfttiefen See geschoben. „Das hat unseren Ehrenamtlichen einiges abverlangt und ging bisweilen an die Grenze ihrer Kräfte“, weiß der neue Vorsitzende des NABU Lütjenburg, Florian Schmidt. „Zum Glück haben wir in unserer NABU-Gruppe nicht nur zahlreiche Helfer, die anpacken können, sondern auch Leute, die guten Fachverstand und technisches Geschick mitbringen“, so Schmidt ein wenig stolz. Schutzgebietsreferent Hicke betont: „Und wir haben bei unserer Arbeit sehr gute Unterstützung der Naturschutzbehörde des Kreises Plön und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, was zum Erfolg beiträgt“.


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