Reporter Eutin

„Was zählt, ist, was man mit seinem Erfolg bewirkt”

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Fühlt sich im Rocky-Ambiente in seinem Boxkeller ebenso wohl wie im schicken Boxing Club in Hamburg: Der Mönkeberger Manfred Ritter ist Boxer aus Leidenschaft und mit einem großen Herzen für kranke Kinder.

Fühlt sich im Rocky-Ambiente in seinem Boxkeller ebenso wohl wie im schicken Boxing Club in Hamburg: Der Mönkeberger Manfred Ritter ist Boxer aus Leidenschaft und mit einem großen Herzen für kranke Kinder.

Mönkeberg (ed). Manfred Ritter ist Boxer aus Leidenschaft – der Mönkeberger ist vielfacher Box-Weltmeister der Veteranen, ein echter Champion, der mit Box-Größen wie den Klitschkos per Du ist. Vitrinen voller Pokale, Gürtel, Medaillen künden von einem erfolgreichen Boxerleben, Fotos mit den bekanntesten Boxern der letzten Jahrzehnte davon, dass er einer von ihnen ist, mit vielen schon im Ring stand und sich ihren Respekt erkämpft hat. Was Manfred Ritter aber am meisten bedeutet, sind seine CharityKämpfe – er sucht sich prominente Gegner und einen ebenso bekannten Moderatoren und trägt einen Benefiz-Boxkampf aus, der so viel geld wie möglich einbringen soll. Das Geld kommt dann der Kinderkrebshilfe oder der Kinderkrebsstation des UKSH in Kiel zugute. „Und wenn ich nur 300 Euro erboxe“, sagt er, „kann ich damit vielleicht einem Kind einen Wunsch erfüllen.“ Das CharityBoxen hat Manfred Ritter selbst ins Leben gerufen – „man muss dem Leben auch mal was zurückgeben“, sagt er ganz einfach.
Das Boxen hat Manfred Ritter quasi im Blut – auch sein Vater und sein Onkel haben geboxt, sind mit ihm schon als kleinem Kerl von vier Jahren zum Boxen gegangen, später dann nach Hamburg in die legendäre „Ritze“ gefahren. „Ich bin bin dem Boxen großgeworden“, erzählt er, „habe in der „Ritze“ mit 16, 17 Jahren mittrainiert, mich aber nie festlegen wollen.“ Als junger Mann hat er etwas „Ordentliches“ gelernt, hat eine Maurer- und Zimmererlehre gemacht und anschließend studiert, ist Diplom-Bautechniker, aber im Herzen immer vor allem Boxer geblieben. Er hat lange Zeit mit Graziano Rocchigiani in Lübeck trainiert, war überall in der Welt unterwegs und hat von seinen bisher 48 Amateurkämpfen keinen verloren und nur ein Unentschieden hinnehmen müssen. Auch mit bald 62 Jahren steht Manfred Ritter noch im Ring, als Boxer und mittlerweile auch als Trainer – und er ist so fit wie eh und je. Kommt auf 60 Schläge pro Sekunde, trainiert täglich und macht Extremsport wie freies Klettern. Körperbeherrschung und Fitness sind für ihn so selbstverständlich wie das Atmen. Seine Kämpfe habe er mit Klugheit und Geschicklichkeit gewonnen. „Man muss physisch und mental diszipliniert und top drauf sein“, weiß er, „der Kampf findet im Kopf statt, nicht die Muskelberge entscheiden.“ Vor allem dürfe man keinen Gegner unterschätzen, nie arrogant sein – und eine gesunde Angst nicht verlieren, denn „die nennt man Vorsicht“.
So ist er unter anderem vierfacher Veteranen-Weltmeister geworden, ein Titel, der den Deutschen Meister mit einschließt, IBF First Class Champion der Veteranen und natürlich CharityWeltmeister, der Titel, der ihm besonders am Herzen liegt, denn ihn hat er dafür erhalten, dass er Kämpfe für den guten Zweck veranstaltet. Letztendlich seien alle seine Gürtel und Medaillen für ihn nur die Schlüssel, um Charity-Kämpfe veranstalten zu können, sagt er. „Man braucht etwas, das man vorweisen kann, sonst bekommt man die Tür zu solchen Möglichkeiten nicht auf.“
Auch als Trainer ist Manfred Ritter ein Champion, trainiert den Nachwuchs unter anderem im Golden Eagle in Elmshorn – auf den ersten Blick erkennt er, ob einer als Boxer etwas taugt. So gehören zu seinen Schützlingen ein Boxer, den er gerade auf die Meisterschaft vorbereitet – ein anderer hat im Cruisergewicht seinen ersten Titel schon gewonnen, einen weiteren hat er zum Ü50 Weltmeister-Titel geführt. Ans Kinder- und Jugendboxtraining hat er sein Herz verloren, vor allem mit den Jugendlichen, die als „schwierig“ gelten. „Da sind tolle Talente bei, schon ganz junge, das macht Riesenspaß.“ Von ihnen verlange er Disziplin, Anstand und Respekt – „dann geht auch albern“, schmunzelt er. Unsportlichkeiten haben bei ihm keinen Platz, weder beim Trainieren des Nachwuchses noch im Ring. „Ich bin ein fairer Techniker, und das gebe ich auch weiter.“
Über den Tellerrand seines Sportes schaut er gern, hat den Landeslehrgang im Kickboxen absolviert und ist auch hier Landesmeister seiner Altersklasse geworden. Demnächst reist er nach Holland und schaut sich weitere Kampfsportarten wie Wing Tsun an, tauscht mit anderen Kampfsportlern Erfahrungen und Sportarten aus und hat vor, mit einem Trainerschein zurückzukommen.
Im Herbst, so hofft er, stehen die nächsten CharityKämpfe an, geplant sind sie im Krankenhaus Neumünster – und auch hier kommt das erboxte Geld dann wieder an Krebs Erkrankten Kindern zugute. „Was zählt, ist, was man mit seinem Erfolg bewirkt. So lange ich fit bin“, sagt Manfred Ritter, „boxe ich weiter – ein paar Charitykämpfe gehen bestimmt noch. Und dann werde ich eben nur noch mein Wissen an alle weitergeben, die es verdient haben.“


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