

Ovendorf. Unter der Überschrift „100 10 Jahre“ fanden am vergangenen Samstag die Feierlichkeiten der Freiwilligen Feuerwehr Ovendorf zum 100-jährigen Bestehen statt. Gleichzeitig wurde der zehnjährige Gründungstag der Jugendfeuerwehr gefeiert.
130 Gäste konnte Wehrführer Fabian Fuhrmann zum Festkommers in der festlich dekorierten Fahrzeughalle des Feuerwehrhauses begrüßen. Statt einen Einblick in die Chronik der zurückliegenden 100 Jahre zu geben, verwies Fabian Fuhrmann auf die aufwendig gestaltete Festschrift, die im Anschluss an den Festkommers ausgegeben wurde. Großes Lob richtete er an das Team von PM-Druck GmbH in Timmendorfer Strand, wo die Festschrift produziert wurde. „Dafür herzlichen Dank an den ,reporter´ für die super Zusammenarbeit.“ Ein weiterer Dank ging ebenso an Sebastian Stasch aus dem „Team Festschrift“ für dessen Einsatz bei der Organisation der Fototermine und „seine gestaltende Hand“. Als Belohnung für die Anstrengungen der Truppe bei der Produktion der Festschrift, bekam jedes Mitglied einen gerahmten Abzug des Mannschaftsfotos als Überraschung während des Festkommers in den Spint gestellt.
Und Fabian Fuhrmann bedankte sich zudem bei allen Anwesenden für die Gastgeschenke, bei allen Sponsoren, die diese Veranstaltung unterstützt haben, bei seiner Mannschaft und insbesondere bei seinem Festkommitee, „das ebenfalls tatkräftig mit angepackt hatte.“
Im Anschluss folgten die Grußworte. Den Anfang machte Staatssekretär Dr. Sönnke Schulz. „100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Ovendorf und das zehnjährige Bestehen der Jugendfeuerwehr, das sind wirklich gute Anlässe, um zu feiern und um sich zu treffen. Ich übermittele Ihnen die Glückwünsche der Landesregierung, des Ministerpräsidenten Daniel Günther und der Innenminsterin Magdalena Finke.“ Beide mussten sich entschuldigen lassen, weil zur selben Zeit die Landesfeuerwehrversammlung in Neumünster stattfand. „Ich bin auch sehr gerne bei Ihnen. Denn gerade die kleineren Veranstaltungen zeigen, was Feuerwehr ausmacht.“
50.000 Kameradinnen und Kamerade verrichten ehrenamtlich ihren Dienst in Schleswig-Holstein. „Das ist ein gutes Signal. Ovendorf ist eingebettet in die Gemeinde Ratekau und ländlich geprägt. Vor genau 100 Jahren haben Bürgerinnen und Bürger hier Verantwortung übernommen, sich zusammengeschlossen, um im Notfall füreinander da zu sein. Aus diesem Entschluss ist eine starke Gemeinschaft gewachsen“, so der Staatsekretär.
Die Aktive Einsatzabteilung zählt 25 Mitglieder. Das sind rund zehn Prozent des Dorfes. Darunter sechs Frauen. „Was mich zudem freut, dass wir hier zwölf Kinder in der Kinderabteilung haben.“
Die vielfältige Struktur in Ovendorf zeige beispielhaft, „wie Feuerwehr auch generationsübergreifend gelebt werden kann. Darauf können Sie stolz sein. Dass die Feuerwehr Ovendorf nicht nur personell und technisch, sondern auch fachlich zu den Besten gehört habt Ihr eindrucksvoll bewiesen“, spielte Schulz auf das Schild mit dem „Roter Hahn Stufe 5“ am Feuerwehrhaus an. Ebenso betonte der Landespolitiker die Bedeutung der Jugendfeuerwehr sowohl in der Nachwuchsgewinnung als auch im sozialen Bereich – vor allem in ländlichen Gegenden. „Liebe Kameradinnen und Kameraden, euer Engagement ist das Rückgrat für die Sicherheit in Schleswig-Holstein, nicht nur in den einzelnen Gemeinden.“
Anschließend übergab der Staatssekretär die Ehrengabe des Landes an Wehrführer Fabian Fuhrmann und seine Stellvertreterin Gabriela Johann.
Grußworte des Kreises Ostholstein überbrachte Landrat Timo Gaarz. Auch er betonte die Bedeutung der Jugendwehr. Sie sei die „Lebensversicherung der gesamten Wehr“.
4.000 Einsatzkräfte seien im Kreis aktiv. „Und die fragen nicht, was bekomme ich dafür, sondern sie sind einfach da. Davor habe ich größten Respekt.“ Im Anschluss an kurze Grußworte von Ratekaus Bürgervorsteher Daniel Thomaschewski sprach Bürgermeister Thomas Keller. Er betonte den generationsübergreifenden Charakter der Ovendorfer Wehr, in der „alle gemeinam das Feuerwehrleben gestalten.“
Der Verwaltungschef lobte zudem den guten Zustand der Ausrüstung und des Feuerwehrhauses. „Ihr hegt und pflegt alles. Da kann man einen Haken hintermachen.“ Punkt zwei sei die große Kameradschaft. „Hier in Ovendorf sei jeder wichtig. Keiner werde ausgeschlossen.“
Zudem machte er einen interessanten Vergleich auf. „Wenn man alle Abteilungen dieser Wehr zusammenzählt und bedenkt, dass vielfach auch die Partnerinnen und Partner bei der Feuerwehr mitmachen, ist man bei mindestens der Hälfte des Dorfes angelangt, die sich in der Ovendorfer Wehr engagiert. Das müsste man einmal auf die Landeshauptstadt übertragen. 120.000 Menschen müssten sich dann dort für die Feuerwehr engagieren. Wir sind uns einig: Die Ovendorfer Wehr ist eine der stärksten in ganz Schleswig-Holstein.“
Der dritte Punkt, der diese Wehr aus seiner Sicht ausmache: „Ovendorf hat immer gute Wehrführungen gehabt, solange ich mich erinnern kann“, sagte er und richtete sich an Fabian Fuhrmann. „Du bist seit 2012 der Wehrführer der Wehr. Was Du in dieser Zeit mit Gabi und dem gesamten Wehrvorstand und den Kameradinnen und Kameraden auf die Beine gestellt hast, das sucht wirklich Seinesgleichen. Angefangen bei diesem Feuerwehrhaus über Fahrzeugbeschaffungen, Kinderfeuerwehr- und Jugendfeuerwehr. Das trägt alles Deine Handschrift. Und du hat es geschafft, eine schlagkräftige, stabile Truppe zu entwickeln“, sagte Keller und erinnerte in diesem Zusammenhang ebenfalls an das Erreichen der fünften Stufe der Leistungbewertung „Roter Hahn“.
Alles werde von Fabian Fuhrmann immer ganz genau geplant. „Deshalb geht mein ganz großer Dank für Deine Arbeit an dieser Stelle an Dich.“
Im Anschluss an weitere Grußworte hatte Fabian Fuhrmanns Stellvertreterin Gabriela Johann das Schlusswort. Gemeinsam mit ihrem Kollegen aus dem Wehrvorstand Sebastian Stasch nutzte sie die Gelegenheit, die Veranstaltung den Anlass entsprechend heiter ausklingen zu lassen und übergaben an Fabian Fuhrmann als Anführer der Truppe ein Tomahawk. Außerdem „durfte“ er einen gefiederten Häuptlingskopschmuck aufsetzen.
Nach dem rund dreistündigen Festkommers fanden am Nachmittag und am Abend die Feierlichkeiten für die Öffentlichkeit statt. (SE)




