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Björn Ehlers entwickelt Klimaschutzkonzept für Ahrensbök

Klimaschutz für die ganze Gemeinde im Blick: Björn Ehlers entwickelt Klimaschutzkonzept für Ahrensbök

Björn Ehlers ist seit Oktober 2025 Klimaschutzmanager der Gemeinde Ahrensbök und stellte sowohl sich als auch seine Arbeit und Ziele der Presse vor.

Bild: René Kleinschmidt

Ahrensbök. Klimaschutz betrifft längst nicht mehr nur einzelne Projekte oder Fachbereiche einer Kommune. „Klimaschutz liegt auf jedem Schreibtisch“, bringt es Ahrensböks Bauamtsleiter Peter Mowka auf den Punkt. Seit Oktober 2025 gibt es deshalb in der Gemeinde eine eigene Stelle für das Klimaschutzmanagement. Besetzt ist sie mit dem 29-jährigen Geografen Björn Ehlers aus Kiel. Seine zentrale Aufgabe in den kommenden Monaten: Gemeinsam mit Verwaltung, Politik und Bevölkerung einen langfristigen Klimaschutz-Fahrplan für Ahrensbök zu entwickeln.
Die Stelle ist zunächst bis September 2027 befristet. Sie gehört zu einem geförderten Erstvorhaben zur Erstellung eines integrierten Klimaschutzkonzeptes und wird im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundes gefördert; die Gemeinde trägt einen Eigenanteil.
Wenn es nach den Vorstellungen der Gemeinde geht, soll mit dem Ende des Förderzeitraums allerdings nicht zwangsläufig Schluss sein. Eine Fortführung des Klimaschutzmanagements über September 2027 hinaus wäre aus Sicht der Gemeinde wünschenswert.
Bei einem Pressegespräch stellten Ehlers, Bürgermeister Andreas Zimmermann, Bauamtsleiter Peter Mowka und Marko Kindermann vom Hauptamt die Aufgaben und Ziele des Klimaschutzmanagements vor. Ganz neu ist die Idee innerhalb der Verwaltung dabei nicht. Bereits seit 2019, berichtete Mowka, würden mit der Politik Gespräche darüber geführt, ein Klimaschutzmanagement in der Gemeinde einzuführen. Dass dafür eine eigene Stelle sinnvoll ist, zeigt für Mowka schon die Bandbreite des Themas. Klimaschutz liege praktisch „auf jedem Schreibtisch“. Gleichzeitig gehe es darum, für die Bürgerinnen und Bürger neue Anreize zu schaffen und Klimaschutz nicht nur als abstraktes Ziel zu betrachten.
95 Quadratkilometer im Blick
Für Ehlers bedeutet seine Aufgabe, die gesamte Gemeinde Ahrensbök in den Blick zu nehmen – und damit eine Fläche von rund 95 Quadratkilometern. Im Mittelpunkt steht zunächst die Erarbeitung des integrierten Klimaschutzkonzeptes. Unterstützt wird die Gemeinde dabei vom Fachbüro Zeiten°Grad. Derzeit werden unter anderem eine Energie- und Treibhausgasbilanz sowie Potenziale und verschiedene Szenarien erarbeitet. Darauf aufbauend sollen Ziele, Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Auch die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie weiterer Akteure ist ausdrücklich vorgesehen.
Das grundsätzliche Ziel ist für Ehlers klar: Die Treibhausgasemissionen müssten möglichst auf null gebracht werden. Dabei versteht die Gemeinde Klimaschutz als Teil einer umfassenden und nachhaltigen Gemeindeentwicklung. Ökologische Ziele sollen nicht isoliert betrachtet, sondern mit wirtschaftlichen und sozialen Belangen verbunden werden. Lebensqualität, Daseinsvorsorge und die Widerstandsfähigkeit der Gemeinde spielen ebenfalls eine Rolle.
Orientierung bieten dabei auch die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Für Ahrensbök sind unter anderem bezahlbare und saubere Energie, nachhaltige Städte und Gemeinden, Bildung, Klimaschutz und Partnerschaften von Bedeutung.
Verkehr und Mobilität als wichtiger Baustein
Ein besonderes Augenmerk soll auf Verkehr und Mobilität gelegt werden. Das Klimaschutzmanagement begleitet deshalb auch die Erstellung des Mobilitätskonzeptes der Gemeinde. Dabei geht es nicht allein um die Reduzierung von Emissionen. Erreichbarkeit und Lebensqualität spielen ebenso eine Rolle wie Energieverbrauch und die Frage, wie Mobilität in einer Flächengemeinde wie Ahrensbök künftig gestaltet werden kann.
Ein weiterer großer Themenbereich ist die kommunale Wärmeplanung. Sie wird gemeinsam mit dem Zweckverband Ostholstein bearbeitet und soll eine strategische Grundlage dafür liefern, wie die Wärmeversorgung langfristig zukunftsfähig weiterentwickelt werden kann.
Für Ehlers beginnt Klimaschutz allerdings nicht erst bei großen Konzepten und langfristigen Planungen. Er sollte möglichst früh anfangen. Deshalb sollen auch die Schulen einbezogen werden. Eine engere Zusammenarbeit mit der Arnesbokenschule wird bereits aufgebaut. Im Mittelpunkt stehen Themen der nachhaltigen Entwicklung und mögliche gemeinsame Projekte.
Bürger sollen sich beteiligen können
Das Klimaschutzkonzept soll am Ende kein Papier sein, das lediglich in der Verwaltungsschublade landet. Vielmehr soll es einen langfristigen Fahrplan für Ahrensbök liefern und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Die Bevölkerung soll Gelegenheit bekommen, sich an der Entwicklung von Maßnahmen zu beteiligen. Zugleich soll das Konzept dazu beitragen, die Gemeinde widerstandsfähiger gegenüber äußeren Entwicklungen wie steigenden Energie- und Mobilitätskosten zu machen.
Eine öffentliche Auftaktveranstaltung zum Klimaschutzkonzept ist deshalb bereits vorgesehen. Dort sollen der weitere Erarbeitungsprozess erläutert, erste Themen vorgestellt und Beteiligungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Ein Termin steht noch nicht fest.
Außerdem findet am 5. Oktober im Ahrensböker Rathaus eine Energie- und Klimaschutzsprechstunde statt. Bürgerinnen und Bürger können sich dort zu Energiefragen und energetischen Themen beraten lassen.
Der Zeitplan für die kommenden Monate steht bereits: Im Herbst 2026 werden erste Ergebnisse aus der Bilanzierung, der Potenzialanalyse und weiteren Arbeitsschritten erwartet. Im Frühjahr 2027 soll das integrierte Klimaschutzkonzept fertiggestellt sein. Das geförderte Erstvorhaben und damit zunächst auch Ehlers‘ Stelle laufen bis September 2027.
Ehlers fasst den Anspruch seiner Arbeit so zusammen: „Nachhaltige Gemeindeentwicklung bedeutet für mich, Gegenwart und Zukunft so zu gestalten, dass ökologische, ökonomische und soziale Belange zusammengedacht werden.“ Klimaschutz könne damit nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch Lebensqualität, Daseinsvorsorge und die Widerstandsfähigkeit Ahrensböks stärken. (rk)

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