

Ratekau. Teja Kanthak aus Ratekau bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Ratekau. Geboren wurde der 52-Jährige in der Hansestadt Lübeck, wo er auch aufwuchs, die Schule besuchte, später eine Lehre als Bankkaufmann machte und bis 1998 in diesem Berufsbild blieb.
Heute ist Kanthak als gelernter Kaufmann und Wohnungseigentumsverwalter Gesellschafter bei der Firmengruppe Kanthak in Ratekau. Mit dem beruflichen Wechsel verlegte er auch seinen Lebensmittelpunkt von Lübeck nach Ratekau, wo er seit 1998 lebt. Er hat eine 16-jährige Tochter.
„Ich kandidiere als Bürgermeister, weil ich gerne mit meiner Kraft, Zeit und Erfahrung in der Privatwirtschaft helfen will, die Gemeinde krisenfest und zukunftssicher aufzustellen“, sagt Kanthak, der sich gerne sozial engagiert und Stellvertretender Vorsitzender im Kirchengemeinderat der Kirchengemeinde Ratekaus ist. „In diesem Umfeld bin ich von mehreren Seiten darauf angesprochen worden, ob ich mir vorstellen könnte, mich als externer Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Ratekau zur Verfügung zu stellen.“ Ein Grund hierfür sei gewesen, dass er da nicht Teil der bisherigen Verwaltung ist, besser moderieren und mit allen zusammen den besten Weg und Lösungen suchen kann. Er steht mit seiner beruflichen Erfahrung für eine verbindende Gestaltung unter Einbeziehung der am Gestaltungsprozes Beteiligten.
Gleich mehrere große Themen will Kanthak angehen, wenn er Bürgermeister werden sollte. „Eines meiner Kernthemen als Wohnungsverwalter ist natürlich bezahlbarer Wohnraum. Ich wünsche mir eine Nachverdichtung von gefördertem und frei finanziertem Wohnraum, um keinen zusätzlichen Landverzehr zu haben und die Kosten gering zu halten, auch für künftige Generationen.“ Dabei verweist er auf eine Maßnahme seines Unternehmens in der Blüchereiche in Ratekau, wo ein Einfamilienhaus entnommen wurde und nun eine Immobile steht, die acht Familien Wohnraum bietet.
Auch in Sachen Mobilität und Barrierefreiheit sieht der Bürgermeisterkandidat Handlungsbedarf. „Ich fahre sehr viel mit dem Zug. Aber immer, wenn ich in Lübeck ankomme, ist mein Bus nach Ratekau gerade weg. Wir müssen den Öffentlichen Nahverkehr fördern, unter anderem durch Optimierung des Busfahrplans. Erst wenn wir ein gutes Angebot haben, steigen die Menschen auch um. In diesem Zusammenhang ist auch Carsharing ein Thema.“
Durch seine berufliche Tätigkeit ist der Kaufmann viel im Raum Rostock tätig. „Da ist Fernwärme ein großes Thema, wenn es um die Frage geht, wie wir in Zukunft heizen. Ich möchte auch hier Fernwärme und Nahwärme mit voranbringen, jedoch ohne Anschlusszwang und unter Berücksichtigung alternativer Energien. Wir müssen gucken, wo können wir dezentral mit Wärmepumpen arbeiten und wo stellen wir Fernwärme zur Verfügung.“
Und die Gemeinde Ratekau müsse für alle Generationen attraktiv sein. „Zum Beispiel im Bereich Kinder und Jugendliche. Etwa bei Spielplätzen. So könnten Spielplatzpaten mit einer jährlichen Spendensumme Spielplätze weiterentwickeln. Im Gegenzug könnten die Paten auf einem Schild oder Banner für sich werben oder als Privatperson den eigenen Namen wiederfinden.“ Auch Generationsspielplätze schlägt Kanthak vor. „Eine Tischtennisplatte oder Outdoor-Sportgeräte werden dann auch von Generation ,Smartphone‘ genutzt.
Den Bereich Nahversorgung will der Ratekauer ebenso ausbauen und verweist auf das Beispiel „Küchen Rath“ in Ratekau und den dortigen Stillstand.
Großes Thema sei natürlich die Hinterlandanbindung. Er selbst sei involviert in dem Thema durch seine Tätigkeit im Kirchengemeinderat und des dortigen Bauausschusses. Der Bahnhof in Ratekau werde auf Kirchenland gebaut, ebenso ständen Masten der 380 kV-Stromleitung auf Kirchenland. Nach Abschluss solcher Maßnahmen schlägt Kanthak vor, dass Baufelder nach gewerblicher Nutzung weiter genutzt werden. „Zum Beispiel das Baufeld für den Ratekauer Bahnhof als Gewerbegebiet, wenn das unter Berücksichtigung aller Umweltaspekte möglich ist. Also auch hier: Landverzehr begrenzen.
Der Bürgermeisterkandidat geht davon aus, dass in dem Moment, wenn der Bahnhof und die Hinterlandanbindung kommen, auch mehr Bürger nach Ratekau ziehen wollen. „Wir werden attraktiv, wir brauchen mehr Wohnraum und sichern so unseren Standort als Nahversorger.
Kanthak selbst sieht darin, dass er nicht aus der Verwaltung kommt, Potenzial: „Ich bin dann jemand, der von außen auf die Dinge schaut. Ich würde mich freuen, wenn ich Unterstützung bekomme und für die Gemeinde tätig werden dürfte.“ (SE)




