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Angler-Verein auf klarem Kurs

Eutin (aj). Nur wenig mehr als ein halbes Jahr ist Thomas Lensinger im Amt und seine bisherige Bilanz als Vorsitzender des Eutiner Angler-Vereins (EAV) bezeugt, dass man mit ihm einen guten Fang gemacht hat. Geregelte Pachtverträge, ein dickes Plus auf dem Vereinskonto dank geschickter Verhandlungen und aussichtsreiche Zukunftspläne konnte er den 60 Stimmberechtigten jüngst auf der Jahreshauptversammlung präsentieren und erhielt dafür reichlich Anerkennung. Der Verein ist auf dem Schwonausee aktiv, außerdem auf dem Ukleisee und dem Großen Eutiner See. Für letzteren besteht ein Vertrag mit Fischerin Sabine Schwarten, für den Ukleisee allerdings war ein Vertragsabschluss seit 14 Jahren überfällig. Thomas Lensinger nahm Gespräche mit den Landesforsten auf, die für das Gewässer verantwortlich sind. Seine Beharrlichkeit zahlte sich buchstäblich aus: Er hat nicht nur einen Vertrag ausgehandelt, in dem die Jahrespacht in Höhe von 2.000 Euro auf zehn Jahre festgeschrieben ist. Auch die Zahlung eines Inflationsausgleichs in Höhe von 3.400 Euro durch den Verein sei vom Tisch, berichtete Lensinger der zufriedenen Versammlung. Er hatte überzeugende Argumente in die Waagschale geworfen: „Wir machen als gemeinnütziger Verein Hegepläne, übernehmen Management und Gewässerpflege“, unterstrich Lensinger.

Für den Schwonausee erbrachten zahlreiche Telefonate einen Zwölfjahresvertrag mit einer Pacht von jeweils 700 Euro. Damit besteht eine solide Grundlage für eine gute Weiterentwicklung des Vereins, der im vergangenen Jahr 90-jähriges Bestehen feiern konnte. So besteht für das Vereinsgrundstück am Großen Eutiner See ein Kaufinteresse. Der gültige Pachtvertrag läuft bis zum 21. März 2027, Eigentümerin der Fläche ist die Stadt Eutin: „Die Stadt hat ein 4,2 Hektar großes Grundstück erworben, zu dem auch die Badestelle und der Minigolfplatz gehören und auf dem auch das Gelände des Vereins liegt“, legte Lensinger dar. Die Signale in Richtung EAV seien eindeutig: „Der Verein soll dort bleiben“, so der Vorsitzende. Mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit der Stadt bezüglich des Erwerbs des Grundstücks durch den Verein, brachte Thomas Lensinger die Mitgliederzahl ins Spiel. Aktuell liegt sie bei 209, Ziel ist es, diese Marke stabil zu halten: „Wenn wir viele sind, haben wir Einfluss, sind eine starke Stimme“, appellierte Lensinger an die Anwesenden. 

Für eine nachhaltige Gestaltung des Ehrenamtes warb er dafür, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen: Die Gewässer-, Sport- und Jugendwarte würden sich über Unterstützung freuen: „Und wenn es einmal einen Ausfall gibt, ist jemand da, der weiß, was zu tun“, erklärte Lensinger, der als Baumkontrolleur das Baumkataster im Kreis Segeberg betreut. 

Wie viel Freude das Ehrenamt bereitet, bezeugten die Berichte von Jugendwart Thomas Maaß. Die 26 Nachwuchsangler pflegen nicht nur einen regen Zusammenhalt und sind sportlich ambitioniert, sie bringen sich auch ein, wenn es darum geht, die Boote zu Wasser zu lassen oder den Harkdienst zu übernehmen. Maaß hob auch die Unterstützung durch die Eltern hervor, die nicht nur Fahrdienste und Aufsichten übernehmen, sondern auch die Hütte am Schwonausee gestrichen und die Dachrinne gesäubert haben: „Nur so kann ich das überhaupt machen“, dankte Maaß. 

Wohin ein Vereinseintritt im Jugendalter führen kann, zeigte sich bei den Auszeichnungen für langjährige Zugehörigkeit. Wolfgang Rohse ist seit 60 Jahren an Bord, dafür gab es die Vereinsehrennadel in Gold. 1966 kam er als 18-Jähriger in den Verein. Bis 2010 war der gebürtige Eutiner, der 51 Jahre in der Sparkasse tätig war, ehrgeiziger Wettkampfangler, seine letzte Landesmeisterschaft in Schönberg erinnert er als „echtes Highlight“, wie er sagt. Seine große Leidenschaft gehörte immer dem Kutterangeln. 

In diesem Bereich gibt es nun Veränderungen: Nur noch ein Kutter liegt in Heiligenhafen. Touren sind geplant. In den heimischen Revieren stehen einige Projekte an. Im Schwonausee hat sich der Nutria eingerichtet und dezimiert den Schilfgürtel. Zudem wurden dort vor drei Jahren 600 Krebse eingesetzt, ein halbes Jahr später 400 weitere. Im Mai sollen nun Körbe gestellt werden: „Dann wird sich zeigen, ob die Hechte und Aale viel genascht haben“, meinte Thomas Lensinger. Im April werden die Boote ins Wasser gebracht und dann beginnt für die Petrijünger die aktive Zeit. Wer einmal in das spannende Hobby hineinschnuppern möchte, ist herzlich willkommen und findet auf www.eav1935.de weitere Infos.


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