Reporter Eutin

Ein Stück Industriegeschichte

Ahrensbök (mg). Ob Audi, VW oder Dacia. Das typische Mittelklasse Auto der Deutschen besteht aus bis zu 30.000 einzelnen Teilen. Hunderte davon bestehen aus Gummi, darunter Dichtungen, Fensterprofile oder verschiedene Schläuche. Doch niemand weiß, wo diese Teile überhaupt herkommen. Über 8 Milliarden solcher Gummiteile produzieren jedes Jahr die Globus Gummiwerke in Ahrensbök. Jetzt erinnert ein reproduziertes Foto daran, wie einmal alles begann. Die Globus Werke selbst feiern in diesem Jahr ihr 120-jähriges Jubiläum und schauen auf eine lange Historie zurück. Zunächst gegründet, um Gummidichtungen für Konservengläser und Einkochringe herzustellen, erweiterte die Firma ihre Produktion mit der Zeit und stellte auch Radiergummis sowie technische Gummiteile für Maschinen her. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs das Unternehmen stark und entwickelte neue Verfahren zur Verarbeitung von Gummi. Heute produziert die Firma vor allem technische Gummiprodukte wie Schläuche, Schnüre und Profile und ist ein wichtiger Arbeitgeber in der Region um Ahrensbök. 

Ganz ohne Zweifel ist das Werk damit ein wichtiger Bestandteil der Historie von Ahrensbök. Im Heimatmuseum der Stadt wurde nun ein aufwendig reproduziertes Bild der Globus Werke vorgestellt. Das Bild, ursprünglich 1972 aus einem Flugzeug aufgenommen, wurde im letzten Jahr als Druck auf einer Leinwand bei einer Räumung eines Lagers des Heimatmuseumsvereins entdeckt und daraufhin bis Dezember letzten Jahres von Hobbyfotograf Armin Redöhl, ebenfalls ein Urahrensböker, im originalen Stil reproduziert. Das Besondere: Die originale Fotodatei war nicht mehr auffindbar, weshalb Fotograf Redöhl zuerst den beschädigten Druck von der Leinwand digitalisieren musste, bevor er dann das Bild bearbeiten und reproduzieren konnte. 

Finanziert wurde das Projekt dabei von der Fielmann Förderstiftung. Seit 1998 engagiert sich die Stiftung vor allem im norddeutschen Raum, um Bildung, Wissenschaft, Kunst und soziale Projekte zu unterstützen. Koordinatorin der Museumsstiftung und Kunsthistorikerin Constanze Köster erzählt bei der Vorstellung: „Wir wollen mit der Stiftung vor allem regionale Kunst und Kultur unterstützen. Es ist selbstverständlich, dass wir uns daher dort, wo wir mit unseren Filialen wirtschaften, auch mit kulturellem Engagement zeigen.“ Aus diesem Grund würde jedes Projekt auch eine Schirmherrin aus der Region bekommen. Für Ahrensbök ist das die Niederlassungsleiterin der Fielmann Filiale in Eutin, Claudia Freutel. Der Vorsitzende des Heimatmuseumsvereins Rainer Wagner freut sich über die Unterstützung: „Die Erinnerung an die Historie von Ahrensbök ist natürlich in unserem Museum sehr wichtig, um den Menschen von Ahrensbök das Leben von früher zu zeigen. Wir sind daher sehr dankbar, dass mit der Stiftung dieses Projekt finanziert werden konnte.“ Der Kontakt zwischen Verein und Stiftung sei dabei durch ein bereits in der Vergangenheit finanziertes Bild sehr einfach erneut zustande gekommen, so Wagner weiter. Laut Fielmann-Koordinatorin Köster seien auch in Zukunft weitere Förderungsprojekte in der Region geplant, so demnächst auch auf der Nordseeinsel Föhr. Für die Unterstützung von Kunstprojekten stünde im Jahr ein Etat im sechsstelligen Bereich zur Verfügung, so Köster. Wieviel davon in die Reproduktion in Ahrensbök geflossen ist, möchte an diesem Nachmittag keiner der Beteiligten sagen. Fest steht: Mit dem Luftbild hat das Heimatmuseum Ahrensbök einen neuen Hingucker erhalten – nicht nur für die Wand, sondern auch für den Blick zurück in vergangene Zeiten.


UNTERNEHMEN DER REGION

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