

Eutin (aj). Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ in der Eutiner Michaeliskirche am Sonnabend, 21. Februar, um 19 Uhr werden die Jugendlichen des „impuls“-Tanztheaters eine aktuelle Inszenierung zeigen. Die knapp 30 jugendlichen Tänzer*innen im Alter von zehn bis 19 Jahren zeigen, was sie mit der Choreografin und Tanzpädagogin Ulrike Pfeiffer im Laufe des letzten Jahres gemeinsam erarbeitet hatten. Dabei bringen die Jugendlichen auf die Bühne, was sie beschäftigt. Im Entstehungsprozess des aktuellen Stückes wurde schnell klar: In einer zunehmend verunsichernden Welt sind den jungen Menschen Themen wie Ausgrenzung, Diskriminierung, Flucht, Radikalisierung und Angst ein großes Anliegen. „In der Anfangsphase, als wir noch beim Brainstorming waren, überraschten mich die Jugendlichen eines Tages mit Zitaten von Margot Friedländer,“ berichtet Ulrike Pfeiffer vom Entwicklungsprozess. Und so zogen die Jugendlichen in ihrem neuen Stück „Heute wie damals?“ Parallelen zwischen den gesellschaftlichen Prozessen der 1930er Jahre und der Radikalisierung, dem von ihnen wahrgenommenen Rechtsruck, Gewalt und Ausgrenzung heute. Teils abstrakt, teils explizit – mal choreografiert, mal gespielt und oft tänzerisch improvisiert: die jungen Tänzer*innen bewegen mit ihrem Stück und regen zum Nachdenken an. Im Kern wird die Produktion nicht nur von der Leistung der jungen Menschen, der Musik und der tollen Lichtinstallation der Firma Meinekat getragen, sondern immer wieder auch von Zitaten Margot Friedländers.
Damit eignet es sich bestens als Programm für die Eröffnung der Wanderausstellung „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. In der Schau werden einige der Frauen vorgestellt, die in der NS-Zeit dem Unrechtsregime die Stirn boten und für ihre Mitmenschen ihr Leben riskierten, etwa Maria Seidenberger, Cato Bontjes van Beek, Elisabeth Abegg oder Lisa Ekstein. Mit Wagemut retteten sie jüdische Familien und andere von den Nazis bedrohte Menschen, versteckten sie oder brachten sie außer Landes. Die Ausstellung ist bis zum 12. März in der Michaeliskirche zu sehen.
Die vom Evangelischen Presseverband für Bayern kuratierte Ausstellung kann dank der Stiftungen der Sparkasse Holstein und des Vereins Andere Zeiten in Ostholstein gezeigt werden. Die Schirmherrschaft hat Pröpstin Halisch inne. Die Ulbrich-Stiftung fördert und unterstützt die Tanzaufführung. Initiiert und organisiert wird die Veranstaltung von Pastorin de Oliveira Gloria der Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eutin in Kooperation mit Impuls und dem Evangelischen Frauenwerk Ostholstein.
Einlass zum Tanztheater und zur Eröffnung der Ausstellung ist ab 18 Uhr, der Eintritt ist frei.




